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Geschmiedet, nicht gegossen

Wenn die Hersteller von Golfschlägern über sich selbst schreiben, dann ist oft das Wort der "Schlägerschmiede" zu lesen. Dabei sieht man Bilder von Hammer und Amboss und von glühendem Eisen vor dem inneren Auge. Doch die Herstellung von Schlägerköpfen sieht in der Praxis in der Regel anders aus. Meist werden die Schlägerköpfe maschinell gegossen, das ist günstiger als ein aufwendiges Schmieden. Doch es gibt sie noch, die wirklichen Schlägerschmieden.




Diese liegen nicht in Europa, sondern in Japan. Himeji heißt das Zentrum der japanischen Schmiedekunst. Bereits seit dem Mittelalter werden hier Schwerter geschmiedet, und seit der Neuzeit eben auch Golfschläger. Eine der dort ansässigen Schmieden ist die Firma Miura. Ein Name, der unter Kennern bekannt und sehr geschätzt ist.

Rund 30 Mitarbeitern rund um den 65-jährigen Japaner Katsuhiro Miura schmieden hier nach traditioneller Art Schlägerköpfe. Nur zwischen drei und viertausend Schlägersätze verlassen die Stadt Himeji jedes Jahr. Viele von ihnen landen in den Bags der großen Golfer. „Das ist der Schlägersatz der Profis“, sagt Sepp Weiss, „ein Geheimtipp“.
So wird behautet, dass auch Tiger Woods mit Schlägern von Miura spielt, und auch Taylor Made PGA-Spieler sollen auf die Japanischen Schläger zurückgreifen.
Weiss ist mit seiner Firma S.W. Golf Technology einer der wenigen Clubfitter, welche Miura in Deutschland anbieten.

Miura Golf
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14 bis 16 Arbeitsschritte sind bis zum fertigen Schlägerkopf nötig. Der Stahl wird zunächst erhitzt, aber nicht so lange, dass er schmilzt. Der schmiedefähige Stahl wird dann mit einem Hammer in eine Form gehauen.
Insgesamt drei mal wird ein Schläger in eine Form „reingeschmiedet“ und anschließen von Hand geschliffen. Die Grooves werden nicht wie sonst üblich gefräst, sonder gepresst. Der Vorteil: Beim Fräsen wird der Stahl aufgerissen, durch das Pressen bleiben die Grooves hingegen länger gleich. Abschließen werden die Köpfe verchromt.

Miura Golf

Der Querschnitt von einem gegossenen Eisen ist sehr grobporig, erläutert Sepp Weiss. Beim Schmieden werden die Moleküle in dem weichen Stahl stark verdichtet. Dadurch wird der Ballflug exakter, das Gefühl beim Schlagen ist weicher. „Sie haben einen anderen Abflugwinkel“, so Weiss. Der Winkel sei etwas flacher, so als ob man den Ball werfen würde: „Er steigt flacher und kommt später hoch.“

So viel Handarbeit hat natürlich ihren Preis. Etwa 250 Euro müsse man für einen Schläger in Deutschland bezahlen, sagt Sepp Weiss. Dabei sind Miura-Schläger „kein Imageschläger“ wie Homna. Sondern Schläger für Kenner und Könner. „Ein bisschen Golf spielen müssen sie können“, so Weiss. Bis zu einem Handicap von 20 können man damit gut zurecht kommen.
 
Weiterführende Links:
Zur Homepae von Miura
Zur japanischen Seite
Vertrieb in Deutschland


C. Gregor Landwehr
http://www.golfsportmagazin.de
erstellt am 01.08.2009

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