Der Golfplatz

Jeder Golfplatz besteht aus mehren Golfbahnen. Eine Bahn, das ist ein Loch. In der Regel verfügt ein Golfplatz über 18 Löcher, es gibt aber auch sogenannten Kurzplätze, die nur über 9 Löcher verfügen.

Die verflixte neun

Eine Scorekarte aus St. Andrews aus dem Jahr 1764 dokumentiert, dass damals 22 Löcher gespielt wurden. Erst einige Zeit später wurde die Zahl der Golfbahnen auf 18 reduziert und als feste Einheit für eine Runde in den Regeln festgeschrieben. Da eine halbe runde neuen Bahnen umfasst ist die Zahl der Löcher immer durch neun teilbar. Denn so wie es Plätze mit 9 Löchern gibt, gibt es auch größere Anlagen mit 27 oder 36 Bahnen.

Der Golfplatz Schloss-Ranzow. Links das Grün 12.

Der Golfplatz Schloss-Ranzow. Links das Grün 12. Man sieht die Fairways 11 und 10. Foto: pr/ Stefan von Stengel.

Kennt man einen, kennt man alle

Alle Golfplätze sind nach einem ähnlichen Muster aufgebaut und verfügen über identische Einrichtungen. Zum üben gibt es die Driving Range (für lange Schläge), das Chipping oder Pitching Grün (für kurze Schläge) und das Putting Grün (zum Üben des Puttens). Außerdem kann es noch mehrere Kurzbahnen (Kurzplatz) geben, auf denen auch ohne Platzreife gespielt werden darf.

Eine Spielbahn auf einem Golfplatz. Grafik: vcg

Eine Spielbahn auf einem Golfplatz. Grafik: pr/vcg

Außerdem verfügt jeder Club über ein Clubhaus mit sanitären Anlagen, Umkleideräumen und dem so genannten 19. Loch, einer Gaststätte. Auch das Sekretariat und der Pro-Shop (Geschäft für Golfartikel) befindet sich in der Regel im Clubhaus. Bei neu gegründeten Golfanlagen dient oft ein Container- oder ein Gartenhaus als provisorisches Clubhaus.

Weitere Gebäude dienen zur Unterbringung von Rasenmähern und Golf Carts (Elektroautos für Golfer. Schließlich gehört zu einem Golfplatz noch der Parkplatz, der manchmal in Bereiche für Mitglieder und Bereiche für Gäste unterteilt ist.

Jede Golfbahn beginnt mit der Fläche für den Abschlag. Daran schließt sich das Fairway an. Am Ende des Fairways folgt dann das Grün. Auf dem Grün befindet sich das Loch mit der Fahne. Da jeder Bereich, Abschlag, Fairway und Grün, unterschiedliche Eigenschaften aufweisen muss, werden auch unterschiedliche Rasensorten verwendet. Die Grüns sind immer am kürzesten geschmäht, da hier der Ball sauber rollen können muss.

Der Bunker

Als weitere Elemente auf der Golfbahn auf einem Golfplatz findet man die Bunker (mit Sand gefüllte Löcher), Wasserhindernisse (Teiche, Wasserläufe) und natürlich das Rough (längeres Gras bis hin zu ungepflegtem Gelände), dass sich am Rande des Fairways befindet.

Ein typischer Golfplatz benötigt ca. 60 bis 90 Hektar für 18 Spielbahnen, mit einer Länge von etwa 5.000 bis 6.600 Metern. Inzwischen werden auch häufig kleinere Plätze – 9-Löcher, 6-Löcher oder sogar 3-Löcher – gebaut, die gerne von Golfern genutzt werden, denen nicht allzu viel Zeit zur Verfügung steht.

Die Sache mit dem PAR

Die Verteilung der Löcher und der Hindernisse, zum Bespiel Sandbunker und Teiche, übernimmt der Golfplatzarchitekt, dessen Fantasie keine Grenzen gesetzt sind – er muss sich aber grundsätzlich an die Vorgaben Par 3, Par 4 und Par 5 halten. „Par“ steht für die Standardschlagzahl, die ein geübter Golfer benötigt, um den Ball im Loch zu versenken. Die Länge der Löcher ist dabei auch fest vorgegeben: Bahnen mit bis zu 229 Metern sind ein Par 3, zwischen 230 und 430 Meter Länge sind die Bahnen ein Par 4 und Bahnen mit über 431 Metern sind ein Par 5.

Die Drivingrange auf einem Golfplatz. Grafik: vcg

Die Drivingrange auf einem Golfplatz. Grafik: vcg

Der Abschlag

Ein Abschlag ist ein Bestandteil einer Golfbahn (engl. tee oder tee box). Es handelt sich dabei um eine ebene, zumeist rechteckige und oft leicht erhöhte Grasfläche. Eine Abschlagsmarkierung gibt innerhalb dieser Fläche den Ort an, wo der Ball abgeschlagen werden muss (entweder auf Höhe der Markierung oder bis zu zwei Schlägerlängen dahinter).

Zum Abschlagen wird der Golfball oft auf einen kleinen Stift, das sogenannte Tee gesetzt. Der Ball wird dadurch vom Boden abgehoben und praktisch „volley“ getroffen, so dass längere Schläge möglich werden. Die Wahrscheinlichkeit des falschen Auftreffens des Schlägers auf den Boden wird somit ebenfalls verringert.

Ein Golfplatz besitzt in Deutschland zumeist vier verschiedene Abschläge je Spielbahn: einen Damenabschlag (rot), einen Herrenabschlag (gelb), einen Turnierabschlag für Damen (schwarz) und einen Turnierabschlag für Herren (weiß). Die Turnierabschläge sind dabei weiter entfernt vom Grün als die normalen, gleiches gilt normalerweise für die Herrenabschläge im Vergleich zu denen der Damen. In anderen Ländern sind teilweise andere Farben üblich und es gibt, speziell in den USA, bis zu sechs oder mehr Abschlägen. Die Idee hierbei ist, dass jeder Spieler von den Abschlägen spielen soll, die seinem Spielvermögen entsprechen, ihn also weder unter- noch überfordern.

Beim Abschlagen des Balls entstehen häufig Schäden auf der Abschlagfläche, so genannte Divots. Diese Schäden in der Grasnarbe werden durch Nachsaat und Düngung wieder repariert, jedoch ist der Spieler aufgefordert die herausgeschlagenen Rasenstücke wieder zurückzulegen. Um die Rasenfläche gleichmäßig zu belasten, werden die Abschlagsmarkierungen innerhalb der Abschlagsfläche regelmäßig versetzt. Somit kann auch die Länge der einzelnen Spielbahnen von Tag zu Tag um ein paar Meter variieren.

Abschläge machen etwa 2% der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus, das Gras wird auf eine Höhe zwischen 5 und 10 mm geschnitten.

Das Fairway

Das Fairway ist der kurz gemähte Bereich einer Spielbahn zwischen Abschlag und Grün und stellt somit den flächenmäßig größten Teil eines Golfplatzes dar. Fairways können gerade verlaufen oder bis zu zwei Doglegs aufweisen. Gelegentlich wird ein Fairway auch unterbrochen von Gräben, Wegen, Rough-Flächen, Seen oder anderen Elementen, die überspielt werden müssen.

Der Bereich zwischen dem Fairway und dem umliegenden, nicht gemähten Bereich wird als „Semirough“ bezeichnet. Hier wird zwar regelmäßig gemäht, das Gras steht jedoch höher als auf dem Fairway und fordert somit einen technisch schwierigeren Golfschlag.

Aus spieltechnischen Erschwernisgründen sind die Fairways häufig an strategischen Punkten mit Bunkern ausgestattet. Da Schläge aus dem Sand fast immer deutlich kürzer ausfallen als Schläge vom Fairway, sind diese Fairwaybunker bei vielen Golfern unbeliebt. Sie liegen daher in der Regel so weit weg vom Abschlag, dass ein schlechterer Spieler sie gar nicht erreichen kann. Bei einem besseren Spieler, der einen entsprechend langen Abschlag ausführen kann, geht man davon aus, dass er die spezielle Technik des Schlages aus dem Fairwaybunker beherrscht.

Zu den meisten modernen Golfplätzen gehört eine Drainage unterhalb der Grasnarbe und eine Beregnungsanlage für Fairways und Grüns. Der Wasserverbrauch in südlichen Ländern liegt bei ca. 10 Liter pro Quadratmeter und wird von manchen Umweltschützern als Verschwendung wertvoller, natürlicher Ressourcen kritisiert. Manchmal werden Golfplätze aber auch absichtlich nicht gewässert, etwa im Vorfeld eines Profi-Turniers (vorwiegend bei den Major-Turnieren), wenn besonders schwierige Spielbedingungen geschaffen werden sollen.

Fairways machen etwa 23% der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus, das Gras wird auf eine Höhe zwischen 8 und 12 mm geschnitten.

Das Grün

Die Fläche eines einzelnen Grüns beträgt etwa 300 bis 1000 m², wobei der Durchschnitt bei etwa 550 m² liegt. Das Grün wird im Sommer täglich geschnitten und gewässert, im Winter wird es bei Frost gesperrt, da sonst Schäden auftreten können. In diesem Fall werden manchmal Ersatzgrüns, die sogenannten Wintergrüns, auf dem Fairway angelegt.

Die Geschwindigkeit, die ein Ball beim Rollen über das Grün erreicht, wird mit einem Stimpmeter ermittelt. Dabei handelt es sich um eine standardisierte Schiene, von der ein Ball auf das Grün gerollt wird. Die Anzahl an Fuß, die der Ball dabei zurücklegt, ist dann die Geschwindigkeit des Grüns.

Um das Grün schwieriger zu gestalten, werden seitens des Golfarchitekten sogenannte „Breaks“ eingebaut. Dies bedeutet, dass das Grün nicht flach ist, sondern kleine Erhebungen und Mulden aufweist. Man spricht dann von einem mehr oder weniger stark ondulierten Grün. Der Ball rollt dort nicht geradeaus, sondern wird durch die Breaks abgelenkt und verändert auch seine Geschwindigkeit anders als auf einer flachen Ebene. Dementsprechend muss beim Putt neben das Loch gezielt werden, damit der Ball in einer Kurve zum Ziel rollt. Die Berechnung dieser Kurve nennt man „das Grün lesen“ und sie erfordert viel Erfahrung. Profi-Spieler lassen sich dabei von ihren Caddies helfen.

Der Übergang vom Grün zum Fairway oder Rough wird als Vorgrün (engl. Semigreen) bezeichnet. Hier steht das Gras etwas höher als auf dem Grün, dennoch kann man in aller Regel den Ball noch putten. Um das Grün herum liegen häufig Hindernisse, die „das Grün verteidigen“ (das Anspiel erschweren) sollen. Oft sind dies Sandbunker, die äußerst tief sein können, aber auch Wasserhindernisse sind üblich. Ist das Grün an mindestens drei Seiten von Wasser umgeben, so nennt man es Inselgrün. Normalerweise betritt man ein solches Grün über eine Brücke, in seltenen Fällen ist sogar eine kleine Bootsfahrt nötig.

Golfclub Dolomitengolf, hier der neue Volvo Golfcourse

Inselgrüns sind die Highlights der 9-Loch-Erweiterung im Dolomitengolf Resort bei Lienz in Osttirol – nunmehr Tirols größte Golf-Oase.

Grüns sind aufgrund des extrem kurzen und gleichmäßigen Schnitts die empfindlichsten und teuersten Teile eines Golfplatzes. Aus diesem Grund sind die Golfspieler zur besonderen Schonung des Grüns angehalten. Beschädigungen durch den Ball werden mit Hilfe einer Pitchgabel ausgebessert. Unterhalb der Grasnarbe befindet sich eine 20 cm starke Rasentragschicht, die aus Sand und Oberboden besteht. Diese körnige Tragschicht soll ein Versickern von Oberflächenwasser (Regen bzw. Beregnungsanlage) ermöglichen. Funktioniert diese Drainage nicht, so kann das Grün so weich werden, dass die Golfspieler Fußspuren hinterlassen und das Grün dadurch unbespielbar machen.

Grüns machen etwa 2% der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus, das Gras wird bei Profi-Turnieren auf eine Höhe zwischen 2,5 und 3,2 mm geschnitten, im Alltagsbetrieb können es auch 4 mm sein.

Das Loch

Ein Loch ist im Golf das Ziel einer Spielbahn, in die der Ball gespielt werden soll.

Ein solches Loch (engl. „hole“) ist eine genormte, zylindrische Metallhülse, mind. 10 cm (4 Zoll) tief mit einen genormten Durchmesser (108 mm, bzw. 4,25 Zoll). In dieser Hülse steckt eine Fahne, um das Loch auf dem Grün zu markieren. Zum Einputten wird die Fahne jedoch herausgenommen.

Ein Grün sollte mehrere Löcher haben und dadurch mehrere Fahnenpositionen ermöglichen, da es dann gleichmäßiger belastet wird und den Spielern auch mehr Abwechslung bietet. Die aktuell nicht benutzten Löcher werden vom Greenkeeper abgedeckt, so dass der Ball problemlos darüber rollen kann. Normalerweise versetzt der Greenkeeper jeden Morgen die Fahne in ein anderes Loch. Bei mehrtägigen Turnieren werden die Fahnenpositionen normalerweise von Tag zu Tag schwieriger anzuspielen.

Auch eine Spielbahn wird im Golf „Loch“ genannt, die Bar im Clubhaus wird scherzhaft als „19. Loch“ bezeichnet.

Das Rough

Als Rough (das Raue) werden die Teile eines Golfplatzes bezeichnet, die zwischen den Spielbahnen liegen. Die Roughbereiche werden nur zweimal jährlich gemäht und ansonsten in ihrem natürlichen Wuchs belassen. Sie dienen einmal zur optischen Abgrenzung der Spielbahn, so dass der Golfer idealerweise das Gefühl bekommt sich alleine in der freien Natur zu bewegen. Das Rough, besonders wenn es Bäume und hohes Gebüsch enthält, ist aber auch wichtig als Sicherheitspuffer, da es verschlagene Bälle aufhält, die sonst die Spieler auf der angrenzenden Spielbahn bzw. Spaziergänger außerhalb des Golfplatzes gefährden könnten. Schließlich dient das Rough auch als ökologische Ausgleichsfläche für Pflanzen und Tiere. Wenn das Rough besonders hoch ist (knie- bis hüfthoch), so wird es auch als Hard Rough bezeichnet, ein Golfschlag ist dann oft gar nicht mehr möglich.

Der Übergangsbereich zwischen Fairway und Rough ist das Semirough. Es wird regelmäßig gemäht, aber das Gras steht höher als auf dem Fairway, so dass leicht verzogene Bälle von ihm aufgehalten und in einigermaßen spielbarer Lage aufgefunden werden. In seltenen Fällen gibt es zwei Semirough-Bereiche zwischen Fairway und Rough. Diese werden auch „first cut“ und „second cut“ genannt, wobei der „first cut“ eine Schnitthöhe zwischen Fairway und „second cut“ aufweist.

Je nach Art des Rough kann es sehr schwer bis unmöglich sein einen dorthin geschlagenen Ball wiederzufinden. Da die Golfregeln bis zu fünf Minuten Suchzeit erlauben und die meisten Spieler mehrmals pro Runde von der Spielbahn abkommen, kann üppiges Rough das Spieltempo enorm verlangsamen. Dies verringert wiederum die mögliche Anzahl an Spielern und somit die Einnahmen pro Zeiteinheit. Aus diesem Grund gehen kommerziell orientierte Golfplatzbetreiber vermehrt dazu über das Rough häufig zu mähen oder sogar ganz abzuschaffen. Der Sicherheitspuffer kann in solchen Fällen z. B. über Aufschüttungsmaßnahmen entlang der Fairways realisiert werden.

Das Rough macht etwa 70% der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus.

Der Bunker

Grünbunker am 18. Grün des Golfplatzes Barbaroux, SüdfrankreichEin Bunker ist eine Grube, die in der Regel mit Sand gefüllt ist und in den Golfregeln den Sonderstatus eines Hindernisses hat. Schläge aus einem Hindernis sind aufgrund regeltechnischer Erschwernisse besonders für durchschnittliche und schlechte Spieler sehr anspruchsvoll. Nachdem der Ball aus dem Bunker herausgeschlagen wurde, müssen die entstandenen Unebenheiten mit einer seitlich liegenden Harke wieder eingeebnet werden.

Mit Gras oder Erde gefüllte Vertiefungen werden oft Grasbunker genannt, sind jedoch auf den meisten Plätzen keine Bunker im Sinne der Golfregeln, sondern normales Gelände. Außerdem gibt es, gerade in Wüstenregionen, große Sandflächen, die in den Platzregeln ebenfalls nicht als Bunker, sondern als „Waste Area“ ausgezeichnet sind.

Damit die Bunker schon von weithin erkennbar sind, ist ihre Rückseite normalerweise hochgezogen. Es gibt jedoch auch praktisch unsichtbare Bunker, was aber von einigen Golfarchitekten als unfair abgelehnt wird. Was jedoch häufig vorkommt, wenn der Ball im Bunker liegt, ist eine Behinderung von Blick und Weg Richtung Grün.

Fairwaybunker sind links und rechts des Fairways angeordnet und liegen auf Höhe der Landezone von Abschlägen besserer Spieler. Sie haben meist eine flache Kante (auch Lippe genannt), da man aus ihnen einen langen, relativ flachen Schlag ausführen muss.

Grünbunker liegen direkt vor, neben oder hinter dem Grün, um das Anspielen zu erschweren, d. h. das Grün zu verteidigen. Sie sind üblicherweise tiefer als Fairwaybunker, da hier ein kurzer, hoher Schlag gefordert wird.

Besonders gefürchtet sind die sogenannten Topfbunker, die steil und eng nach unten führen, nicht selten mit Treppe oder Leiter versehen. Eine alte schottische Redensart besagt, dass in einem Bunker nur genug Platz für einen ärgerlichen Mann und sein Niblick (Vorläufer des 9er Eisens) sein muss.

Anhänger der bestrafenden Designphilosophie platzierten Bunker gerne in der Fairwaymitte, also genau auf der Ideallinie. Die heutigen Golfarchitekten gehen aber eher strategisch vor. Der Spieler soll möglichst oft mehrere Optionen haben: hohes Risiko auf dem direkten Weg oder geringes Risiko auf einem längeren Weg in Richtung Grün. Bunker sind dann ein probates Mittel, um dieses Risiko/Nutzen-Verhältnis zu modellieren.

Als Bunkersand wird meist ein heller Quarzsand verwendet, der schon von weitem leuchtet. Auf besonders anspruchsvollen Golfplätzen wird aber auch zerstoßener Marmor ausgebracht. Unter dem Sand liegt häufig eine Drainage, die stehendes Wasser im Bunker ableiten soll.

Das Wasserhindernis

Wie der Name schon sagt ist das Wasserhindernis auf einem Golfplatz ein Hindernis im Sinne der Golfregeln. Es handelt sich dabei um ein abgestecktes Areal, wobei die Begrenzungspfosten entweder gelb (frontales Wasserhindernis) oder rot (seitliches Wasserhindernis) eingefärbt sind. Typischerweise, aber nicht zwingend, enthält das Areal eine Uferzone und Wasser. Dabei tritt das Wasser in Form eines Sees oder eines Bachlaufes auf, die zu bestimmten Jahreszeiten auch austrocknen können.

Ein imposantes Wasserhindernis auf dem Platz von Franzensbad. Foto: Stefan Quante

Wie beim Bunker gelten auch hier regeltechnische Erschwernisse beim Schlag, in vielen Fällen muss der Ball jedoch von vornherein aufgegeben werden, weil er „nass“ (im Wasser) ist. Aus diesem Grund fürchten Profi-Spieler die Wasserhindernisse mehr als Amateure dies tun, da sehr gute Spieler aus fast allen Lagen einen passablen Rettungsschlag anbringen können, nicht jedoch wenn der Ball im Wasser versunken ist. Aufgrund dieses hohen Risikofaktors versuchen Golfer immer einen gewissen Abstand zu einem Wasserhindernis zu wahren, so dass diese auch hervorragende Sicherheitspuffer abgeben.

Künstlich angelegte Seen dienen einem Golfplatz auch als Wasserreservoir. Verteilt man einige dieser Reservoirs gleichmäßig über das Gelände, so ergeben sich beim Bau eines Bewässerungssystems kurze Wege für die unterirdisch zu verlegenden Schläuche oder Rohre.

Wasserhindernisse stellen auch eine Einnahmequelle für Ballsammler dar. Mit Hilfe einer Tauchausrüstung oder unterhalb der Wasseroberfläche gespannten Netzen lassen sich verschlagene Bälle bergen. Diese Bälle kommen je nach Zustand in verschiedenen Qualitäts- und Preisabstufungen als „Lakeballs“ auf den Markt.

Das Golfplatzlayout

Wie die Spielbahnen zueinander angeordnet sind wird als das Routing des Golfplatzes bezeichnet. Das Layout beschreibt, wie die einzelnen Spielbahnen gestaltet sind oder aber auch etwas allgemeiner, wie der Golfplatz in die Natur integriert ist.

Traditionelles Routing

Historisch hat es sich bei der Anlage von Golfplätzen entwickelt, dass die ersten 9 Löcher vom Clubhaus weg führten („out“) bis zu einem maximal entfernten Punkt des Golfplatzes. Dort kehrte man um und spielte 9 Löcher wieder zurück („in“) zum Clubhaus. Die Bezeichnung „out“ für die ersten 9 und „in“ für die zweiten 9 Löcher finden sich auch heute noch auf den Scorekarten der Golfplätze. Die Hintergrund für dieses „in“ und „out“ Modell war, dass man 9 Löcher in den Wind und 9 Löcher mit Rückenwind spielen sollte. Da sich der Golfsport auch an den windigen Küsten Schottlands entwickelt hat, waren die vorherrschenden Windrichtungen ein wichtiger Faktor bei der Planung des Routings.

Modernes Routing

Heute hingegen steht das Clubhaus oft in der Mitte des Golfplatzes, so dass dort jeweils eine Schleife von 9 Löchern beginnen und auch wieder enden kann. Dadurch hat man alle zwei Stunden (das entspricht der ungefähren Spielzeit für 9 Bahnen) die Möglichkeit zu entscheiden, ob 9 Löcher genug sind, oder ob man eine volle Golfrunde spielen will. Bei geschickter Planung können so 27 Löcher, also drei 9-Loch Schleifen, um ein Clubhaus herum gebaut werden. Das hat den Vorteil, dass man auf 18 Loch ein Turnier abhalten kann und immer noch 9 Loch für Spieler zur Verfügung stehen, die nicht an dem Turnier teilnehmen.

Golfplätze in Deutschland

Die Zahl der Golfplätze in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Zwölf neue Mitglieder ließen den Verband von 2015 auf 2017 aufnehmen, damit sind es insgesamt 859 Golfanlagen. Fünf neue Golfplätze bedeuten bundesweit 732 Spielmöglichkeiten. Hier gibt es eine Übersicht der Golfanlage in Bayern und Baden-Württemberg.

Golfplätze und Umweltschutz

Immer häufiger sieht man auf Golfplätzen auch bewusst unberührt gelassene Natur wie Wildblumenwiesen und abgestorbene Bäume. Zudem zeugen nicht nur aufgehängte Nist- und Fledermauskästen sowie Insektenhotels vom neuen Naturschutzbewusstsein der Golfer: „Golfplätze sind heute wichtige Ökosystemen und Landschaftsschutzgebiete, in denen bedrohte Tier- und Pflanzenarten eine neue, ungestörte Heimat finden“, so VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. Dr. Gunther Hardt, Vorsitzender des „Umwelt- und Platzpflegeausschusses“ des Deutschen Golf Verbandes (DGV), bestätigt: „Dank der Golfanlagen haben wir in Deutschland rund 50.000 Hektar Fläche, die ein enormes Potenzial für den Umwelt- und Naturschutz bieten.“

Artenreichtum

Längst gilt der Golfplatz nicht mehr als landschaftsverschandelnde Umweltsünde. In den Fokus ist der Nutzen der bundesweit rund 730 Golfplätze für Natur und Mensch gerückt: Experten zufolge bindet eine 18-Löcher-Anlage rund 500.000 Tonnen Staub im Jahr und produziert Sauerstoff für 7.000 Menschen. Inklusive Infrastruktur (Clubhaus, Parkplatz etc.) umfasst sie etwa 50 bis 70 Hektar. Intensiv gepflegte Fairways, Abschläge und Grüns machen rund die Hälfte dieser Fläche aus, der andere Teil ist jedoch naturbelassen. Es handelt sich dabei um Wald, naturnahe Gewässer und die Areale zwischen den Spielbahnen, die Roughs. Sie bleiben von Pflanzenschutz- und Düngemittel unberührt und bieten Tieren und Pflanzen Schutz. „Vom Wildwuchs des Roughs über das vier Millimeter Gras des Grüns, Wiesen und Hecken bis hin zum Hochwald – auf dem Golfplatz finden sich die unterschiedlichsten landschaftlichen Strukturen“, so Dr. Gunther Hardt. „Das ermöglicht einen Artenreichtum, den es bei keiner anderen Sportart gibt. Golfplätze bieten mehr Lebensraum als landwirtschaftlich betriebene Flächen. Sie sind also indirekt schon per se Naturschützer. Viele Anlagen setzen sich heute aber zudem aktiv für die Natur ein.“

Die Umweltschutzmöglichkeiten auf Golfanlagen sind vielfältig. Dazu zählen Fördermaßnahmen für Wildbienen ebenso wie das Aufstellen von Bienenstöcken oder Anlegen einer Streuobstwiesen. Das Potenzial für den Umweltschutz wird, Dr. Gunther Hardt zufolge, von den Golfanlagen zunehmend erkannt. Viele kooperieren zum Beispiel mit regionalen Naturschutzorganisationen, Imkern und Behörden. „Die Golfer haben die Fläche, die Naturschutzverbände das Know-how –  die perfekte Symbiose“, so der Experte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Artenvielfalt auf dem Golfplatz reicht heute von gefährdeten Heuschrecken und Libellen über Nager, Igel und andere Kleintiere bis hin zu geschützten Vogel- und Pflanzenarten.

Golfplätz sind gesetzlich gesehen Parks

Vom Gesetzgeber als öffentlicher Park gewertet, gelten auf dem Golfplatz für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln strenge Regeln: Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft wird nur ein Bruchteil an Pflanzenschutzmittel und Dünger eingesetzt, natürliche Ressourcen werden bewusst geschützt. So betreiben zum Beispiel viele Anlagen heutzutage gezieltes Wassermanagement. Der Einsatz spezieller Sprinklerköpfe, die Messung von effektiven Verdunstungswerten und eine moderne Computersteuerung reduzieren den Wasserverbrauch auf ein Minimum. Zusätzlich wird das versickernde Wasser aufgefangen und in Reservoirs auf dem Golfplatz geleitet, die häufig als Wasserhindernisse für die Golfspieler dienen. „Das Vorurteil, dass Golfer die Natur zerstören, Giftspritzer und Wasserverschwender sind, die die Tiere mit ihrem Sport vertreiben, hat mit der Realität wenig zu tun“, betont Dr. Gunther Hardt.