Snow Golf Cup im Engadin vom Schnee verweht

Beim Deutsche Bank Engadin Snow Golf Cup, dem «Prolog» zur 7. Ladies Swiss Open, liessen sich Caroline Rominger und Elisabeth Esterl die Laune von Sturmtief Andrea nicht verderben.

Windige Schneepartie

„Verpatzte Hauptprobe, gelungene Premiere“, unter diesem Aspekt nahmen die Verantwortlichen der 7. Deutsche Bank Ladies Swiss Open (DBLSO), die vom 14. bis 17. Juni in Losone stattfinden wird, den vom Winde verwehten „Prolog“ im tief verschneiten und eiskalten Oberengadin eher gelassen. Der Deutsche Bank Engadin Snow Golf Cup musste am heutigen Dreikönigstag aufgrund von Schneestürmen – die Strassen ins Engadin waren teilweise gesperrt – auf vier Löcher verkürzt werden. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch. „Der Fun-Faktor wird bei einem solchen Schneegolf-Turnier gross geschrieben“, erklärte die LET-Proette Elisabeth Esterl nach eineinhalb Stunden im Schneetreiben. Auch die einheimische Caroline Rominger, derzeit die Nummer eins im Schweizer Damengolf, liess sich von Sturm- tief Andrea die Laune nicht verderben: §Ich spiele seit gut zehn Jahren Schneegolf und staune immer wieder, wie unterschiedlich die Bedingungen sein können. Entweder es ist nur kalt, oder aber es schneit und stürmt, so wie heute – dann kann es richtig kalt werden.“

Eisige Kälte – Da fliegt der Ball kürzer

„Sehr kalt“, lautet Esterls Fazit, wenn sie ihre ersten Schneegolf-Eindrücke auf einen kurzen Nenner bringen will. „Caroline hatte mir vorab schon geraten, warme Kleidung und Schuhe zu tragen, der Tipp war heute Gold wert.“ Die in Dubai lebende Bayerin harrte nämlich an einer Tee- Box aus und mass sich mit allen 28 Gästen in einem Beat the Pro-Wettbewerb: Wer den Ball vom Abschlag näher an der Fahne platzieren konnte als die Proette, gewann eine Flasche Champagner. Dies war gar nicht so einfach, denn warm in dicke Kleidung eingepackt, lässt es sich nicht so einfach und locker schwingen.

Keine Gegnerin, sondern vielmehr ein Joker für die Amateure beim Deutsche Bank Engadin Snow Golf Cup 2012 war dagegen Caroline Rominger. „Ich habe primär kurze Schläge ums Grün gespielt und geputtet.“ Dass sie dabei als erfahrene Schneegolfspielerin grosse Vorteile hatte, glaubt die Schweizerin nicht: „Beim Schneegolf brauchts enorm viel Glück – es ist einfach anders, ob der Ball auf weichem oder hartem Schnee auftrifft.“ Was sie aus ihrer langjährigen Erfahrung aber weiss: „Der Ball fliegt bei dieser Kälte deutlich kürzer, man muss für die gleiche Distanz etwa zwei Schläger mehr nehmen“, so Rominger.

Vor lauter Sturm sieht man die Berge nicht

Egal, Spass hats gemacht. Trotz kalter Hände – „sie kühlen bei diesen Bedigungen sehr schnell aus“, sagt Esterl. Die Bayerin wäre gerne noch länger im Engadin geblieben, muss aber am Samstag via Frankfurt zurück in ihre Wahlheimat Dubai: „Dies ist mein erster Besuch in Carolines Heimat und ich hätte zu gerne die Berge gesehen…“ Da hatte Sturmtief Andrea aber etwas einzuwenden.

Zeit, die heimatlichen Berge zu geniessen und Ski zu fahren, findet auch Caroline Rominger in diesen Tagen nicht. Zwar verbringt die Engadinerin das Wochenende bei ihrer Familie in Pontre- sina, am Montag geht’s dann aber nach Zürich, „wo ich eine Woche trainieren und mich auf die Finale Stage der Qualifying School vorbereiten werde.“ Ab dem 15. Januar heißts für die Schweizer Golffans Daumen drücken für Caro, die sich im spanischen La Manga die volle Spielberechtigung für die LET 2012 sichern möchte. (Eine eingeschränkte Spielberechtigung der Kategorie 9a, die ihr zahlreiche Starts ermöglichen wird, hat sich Rominger bereits mit dem im Vorjahr erspielten Preisgeld gesichert.)

In Losone, bei der 7. Austragung der Deutsche Bank Ladies Swiss Open, werden Rominger und Esterl auf alle Fälle dabei sein. Für beide Proetten ist dieses drittgrösste Turnier der Ladies European Tour ein Heimspiel – nicht nur die Schweizerin, auch die gebürtige Bayerin fühlt sich im Tessin sehr wohl. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die sich die beiden Proetten für das Turnier in Losone stecken. „Ich möchte gerne vorne mit dabei sein“, sagt Rominger, die sich im Vorjahr auf dem 29. Rang klassierte.

Auch «Lisl» Esterl ist zuversichtlich, nach einem Trainerwechsel will sie wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden und im Juni im Tessin vorne mitspielen. Ihr Wunsch für die 7. DBLSO: „Hoffentlich gewinnt wieder einmal eine Deutsche in Losone.“ Da hätte Turnierdirektor Prof. Hanns-Michael Hölz sicher nichts einzuwenden – obwohl er nach drei eisigen Schneegolf- Events mit Caroline Rominger auch der Engadinerin einen Heimsieg im sonnigen Tessin gönnen möchte.

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