Mein Freund der Baum …. ist tot …

Ich erinnere mich gerne mit einer Portion Wehmut an die rauchige Stimme Alexandras, wenn sie den Tod ihres Baumes besang. Wer hegt nicht ähnliche Gedanken – nicht zuletzt erinnern wir uns an die aufgebrachte Menge am Stuttgarter Bahnhof, als Bäume im Schlossgarten gefällt wurden. Was Jahrzehnte gewachsen ist, fällt in wenigen Minuten. So auch im Bereich des Waldschlößchens. Hier müssen eine Reihe von Bäumen aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Überkragende Äste, schiefe Neigung, Fäulnis – Kyrill habe ich noch in guter Erinnerung, als er eine vermeintlich standfeste Buche, die am Ufer des kleinen Teiches stand, auf unser Clubhaus warf. Ähnliches ist nun bei der Schwarzerle, die direkt am Clubhaus am großen Teich steht, zu befürchten, sie fällt heute.

Kommen wir zurück zu Alexandras Baum – die Robinie an unserer Terrasse, ist mein ganz persönlicher Baum, der bislang unter meinem persönlichen Schutz stand. Runzelig und faltig in Rinde und Stamm und gewaltig reckten sich seine Äste über Bier- und Kaffeegarten. Es tat mir in der Seele weh, diesen Baum fällen zu lassen. Aber die Vorsorge bestimmte mein Handeln, den Rat des Försters konnte ich nicht ausschlagen.

Vor diesem Hintergrund verschont mich bitte mit Klagen oder mit wohlmeinenden Ratschlägen, wie man die Robinie hätte retten können. Es mag ein trauriger Ersatz sein, aber ich habe zwischen Grün 15 und Abschlag 11 und an der Bahn 18 Robinien pflanzen lassen. Und am Clubhaus werden ganz sicher bald neue Bäume sprießen. Wer eine Patenschaft übernimmt, darf sich „seinen“ Baum aussuchen. f.s.