Glaubwrdigkeit und die Ausweiskennzeichnung

Es wurde seitens des DGV ein hoher Bedarf einer neuen Ausweiskennzeichnung zugunsten einer differenzierten Greenfeepolitik der DGV-Mitglieder angemeldet. Tatschlich fhrten 2009 lediglich rund 35 Hologrammclubs eine Malusregelung fr Greenfeespieler mit weniger als Gold ein; 2010 sind es knapp 50. Ein hoher Bedarf an differenzierender Kennzeichnung ist also nicht nachweisbar. P.S.: In einer im letzten Jahr nachgeschobenen Erklrung zeigte sich der DGV verstrt darber, dass Minderwertige DGV-Ausweise mit einem Malus belegt werden, statt den Goldigen einen Bonus zu geben.

Diskriminierung / Diskretion

Die Klassifizierung der Golfer und deren sichtbare Kennzeichnung durch Hologramme oder Schlichtheit in unserem Verband stimmt nachdenklich und verleitet zu Assoziationen. Darber hinaus stelle man sich vor, unsere Personalausweise wrden mit Hologrammen ausgestattet, die weithin erkennen lassen, ob ich ein guter Steuerbrger, Harz IV- oder Sozialhilfeempfnger bin. Sich dem energisch zu widersetzen, drfte nicht nur ein Herzensanliegen eines jeden einzelnen Brgers unabhngig von seiner sozialen Stellung innerhalb unserer Gesellschaft sein, sondern auch verbrgtes Recht. Die Identitt und Diskretion unseres Personalausweiswesens gewhrt uns Schutz, weil spezifische Angaben zum Ausweisinhaber durch Zahlen- und Buchstabenkombinationen verschlsselt sind. Das ist durch die Ausweiskennzeichnung des DGV nicht gewhrleistet.

In jeder Bank, in jeder Behrde mit Publikumsverkehr und auf jedem Flughafen gibt es Diskretionsbarrieren und -abstnde, die es in den meisten Clubsekretariaten nicht gibt. Wer dort seinen Ausweis vorzeigt, outet sich, ob mit oder ohne Hologramm, ob er will oder nicht.

Magnetstreifen:

Die DGV-Ausweise haben Magnetstreifen. Auf ihnen werden die Mitgliederdaten gespeichert. Um diese lesen zu knnen, braucht man Lesegerte. Clubs/Betreibergesellschaften, die solche Gerte haben, knnen also alle fr ihre Greenfeepolitik erforderlichen Daten lesen. Ein markantes, ueres Kennzeichen auf dem Ausweis ist also vllig berflssig. Ein Anschlag im Sekretariat oder im Infokasten eines Golfclubs/einer Betreibergesellschaft kann plakativ darber informieren, welche Politik verfolgt wird. Ein Gast kann sich also einordnen, und zwar ohne diskriminierende Peinlichkeiten, die ausgelst werden knnen (erlebt!) durch berhebliche Arroganz von Personal. Allein diese Tatsache regt den Verdacht, dass solcherart Peinlichkeiten von den Erfindern der freiwilligen Ausweiskennzeichnung bewusst in Kauf genommen worden sind, um Leidensdruck zu erhhen, und zwar bei den Mitgliedern jener Clubs/Betreibergesellschaften, die aus wohlberlegten Grnden an der Kennzeichnung nicht teilgenommen haben.

[fett]Not macht erfinderisch: [/fett] Eine Reihe von Golfclubs / Betreibergesellschaften lsten als Antwort auf die neue Ausweiskennzeichnung Fernmitgliedschaften auf, um das Kriterium 10 Prozent fr Gold erfllen zu knnen. Andere wiederum grndeten auf ihrer Anlage OHGs oder GbRs oder GmbH & Co., meldeten diese als ordentliche Mitglieder beim DGV an und packten ihre profitablen Fernmitglieder oder Sondermitgliedschaften um in diese Scheinclubs. Beispiele im GVNB-Bereich: Gut Deinster Mhle OHG (Golfclub Deinster Mhle), 2007 0 Mitglieder, 2009 402); Golfplatz Wittenkoppenberg GmbH & Co. (Achimer Golfclub), 2008 0 Mitglieder, 2009 853); Leine Golf Hannover (Golfclub Gleidingen), 2008 0 Mitglieder, 2009 815). Das sind nur einige Beispiele kreativen Bemhens aus dem Bereich des GVNB, Stammmitglieder im Stammclub zu Vergolden. In anderen Landesverbnden drfte das ebenso sein.

[fett]Ehrlichkeit: [/fett] Eine Reihe von Golfclubs/Betreibergesellschaften haben die Vereinbarung zur freiwilligen Ausweiskennzeichnung unterschrieben an den DGV gegeben, ohne das sie dazu von der Gesamtheit ihrer Mitglieder ermchtigt worden waren. Kerninhalt dieser Vereinbarung ist: Auf Verlangen sind dem DGV innerhalb einer Frist von 14 Kalendertagen zum Nachweis geeignete Unterlagen (z. B. Nutzungs- und / oder Gesellschaftsvertrge, Mitgliederliste inkl. Name, Anschrift, Spielrecht, Beitragssatz und Beitragsordnung) vorzulegen.

Mit Blick auf die Gleichbehandlung aller Mitglieder muss der DGV jetzt die Wahrhaftigkeit der unterschriebenen Vereinbarungen insgesamt berprfen und die Aushndigung der geforderten Daten verlangen. Es darf davon ausgegangen werden, dass eine Reihe von Golfclubs/Betreibergesellschaften einer solchen Forderung nicht nachkommen knnen.

[fett]Mitgliederwanderung: [/fett] Wohin gingen ehemalige Fernmitglieder, wenn kein Nebenclub zur Stelle war? Die Statistiken belegen, dass sich die Mitgliederbestnde der VcG bis 2008 trotz groer Werbebudgets nur geringfgig erhhten: 2007 auf 17.458, 2008 auf 17.876. Erst 2009 stieg die Mitgliederzahl sprunghaft auf 20.320 Mitglieder an. Dieser Zuwachs ist zu einem kleinen Teil berlufern aus Auslandsmitgliedschaften zu verdanken; der grere Anteil des Zuwachses drfte eher dem Kreis der als Folge der Ausweiskennzeichnung freigesetzten Fernmitglieder zuzurechnen sein.

[fett]VcG kopiert: [/fett] Dass kreative Clubs/Betreibergesellschaften die Mglichkeit nutzen, Nebenclubs oder Gesellschaften zu grnden, um Fernmitglieder sowohl zu halten, als auch neue zu akquirieren, ist aus wirtschaftlichen Grnden nachvollziehbar und redlich, da es zulssig ist. Aber was haben wir alle davon, wenn jeder Club so verfahren wrde, indem er seine eigene VcG grndet? In jedem Fall wird der DGV immer der lachende Dritte sein, weil er fr jedes Mitglied, ob Fern- oder Vollmitglied 15 Euro Jahresgebhren kassiert. Umso krasser ist diese Doppelmoral, als der DGV ganz sicher das Ausweissystem auch mit Blick auf strkeres Wachstum seiner Cash Cow VcG implementiert haben drfte, was htte er sonst davon gehabt. Allerdings drfte diese Rechnung nicht aufgehen, da davon auszugehen ist, dass noch viele Clubs ihre eigene VcG grnden werden.

Sehr geehrter Herr Nothelfer,

die Geister, die der DGV rief, muss er wieder loswerden. Mit der Entscheidung, die freiwillige Ausweiskennzeichnung einzufhren, obwohl dafr kein Bedarf bestand und die rechtlichen Voraussetzungen strittig waren und noch sind, setzte das DGV-Prsidium 2007 ein problematisches Signal. Wie, so fragen sich seit geraumer Zeit viele Golfclubs und Betreibergesellschaften hierzulande, kann man die Auflagen fr ein Ausweissystem umgehen, das unglaubwrdig, diskriminierend, unehrlich, indiskret und unethisch ist. Ein Ausweissystem, dass, um es auf den Punkt zu bringen, haarscharf vor dem Abgrund der moralischen Insolvenz steht.

Diese Feststellung ist keineswegs banal. Sie macht viel eher deutlich, wie unberlegt die Beschlsse zu dieser Kennzeichnung getroffen worden sind. Dass sie mglicherweise das Rechtsempfinden, aber auch Ethik und Moral vieler Verantwortlicher in Golfclubs und Betreibergesellschaften verletzen knnten, drfte den Protagonisten der Hologrammausweise piepegal gewesen sein. Sie dachten eher an das schne Gold und Silber, als das sie dies nur im Ansatz problematisiert htten. Seither hren wir immer wieder das Mantra des DGV, nach dem eine groe Mehrheit der DGV-Mitglieder das Ausweissystem gewollt habe. Eine groe und berzeugte Mehrheit darf bezweifelt werden. Die stndige Wiederholung des Mantras legt die Unsicherheit des Verbandes blo. Es ist hohe Zeit, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und Ausweiskennzeichnungen generell ein fr alle Mal einzustampfen, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird.

Sehr geehrter Herr Nothelfer,

wir vom GC Am Deister wünschen Ihnen bei der Lösung Ihrer Aufgaben eine glückliche Hand. Wir glauben an Sie und verbleiben

mit freundlichen Gren

Friedrich Schröder
Präsident GC Am Deister

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