Was ist der Ryder Cup?

Der Ryder Cup ist ein Teamwettbewerb, bei dem eine Auswahl europischer Spieler gegen eine Auswahl an US-Amerikanern antritt.
Ins Leben gerufen wurde er im Jahr 1927 von einem Golffan namens Samuel Ryder, der damals einen Pokal und einen Geldpreis stiftete, um einen Kontinentalvergleich zwischen Amerika und Grobritannien stattfinden zu lassen.
Seitdem wird der Ryder Cup alle zwei Jahre (mit Ausnahme mit 1939 1945 und) ausgetragen.
2001 htte er am Wochenende nach dem 11. September stattgefunden und wurde deshalb um ein Jahr nach hinten verschoben. Seit 2002 wird also in den geraden Jahren immer abwechselnd in USA oder Europa gespielt.

[fett]Spielmodus[/fett]

Beide Teams treten mit jeweils 12 Spielern an. Im europischen Team haben sich fnf Spieler ber die Weltrangliste und fnf Spieler ber die Order of Merit (die europische Geldrangliste) qualifiziert. Die brigen beiden erhielten von Kapitn Nick Faldo eine Wildcard.
In den USA ist die Qualifikation etwas anders. ber die Weltrangliste, die die Ergebnisse der Spieler der letzten zwei Jahren erfasst, qualifizieren sich die Top8 automatisch. Desweiteren hat der Kapitn, in diesem Jahr Paul Azinger, vier Wildcards zur Verfgung.
Alle 28 Partien des Ryder Cups (8 Foursomes, 8 Fourballs und 12 Einzel) werden im Lochspielmodus ausgetragen.
Am Freitag Morgen geht es mit vier sogenannten Foursomes los. Zwei Spieler einer Mannschaft spielen zusammen gegen zwei der gegnerischen Mannschaft. Die beiden Spieler schlagen ihre Blle immer streng abwechselnd. Es sind also nur zwei Blle im Spiel, obwohl sich vier Spieler in einem Flight befinden. Welches Team am Ende eines Loches weniger Schlge hat, gewinnt das Loch. Hat ein Team mehr Lcher Vorsprung, als noch zu spielen sind, wird es als Sieger erklrt und erhlt einen Punkt. Geht ein Match unentschieden aus, so erhalten beiden Mannschaften jeweils einen halben Punkt.
Freitag Nachmittag geht es mit den Fourballs weiter. Auch hier spielen zwei Spieler in einem Team gegen zwei andere. Der Unterschied zu den Foursomes ist jedoch, dass jeder Spieler seinen eigenen Ball spielt, also insgesamt vier Blle im Spiel sind. Diejenige Mannschaft, die pro Loch das niedrigste Einzelergebnis erzielt, gewinnt das Loch. Auch in dieser Variante ist wie beim Lochspiel blich dann Schluss, wenn eine Mannschaft mehr Lcher Vorsprung hat als noch zu spielen sind.
Exakt der gleiche Modus wird am Samstag noch einmal gespielt. Der Kapitn benennt dabei die einzelnen Spieler, die in einer Paarung zusammenspielen.
Dass jeder nominierte Spieler mindestens einmal spielen darf, finden am Sonntag die finalen 12 Einzel statt.
Ein Spieler aus Amerika spielt im direkten Vergleich gegen einen Europer. Auch die Einzel werden im Lochspielmodus ausgetragen, um grtmgliche Spannung zu bieten.
Sieger des Ryder Cups ist, wer am Ende der 28 Matches mindestens 14,5 Punkte erzielt hat. Geht es 14:14 aus, was bisher in der Geschichte erst einmal vorgekommen ist, gewinnt diejenige Mannschaft den Cup, die als Titelverteidiger angetreten ist.
(Die 1987 in Muirfield triumphierenden Europer erreichten 1989 in The Belfry ein Draw und durften somit den Cup behalten, ehe er ihnen 1991 wieder abgenommen wurde).

[fett]Die Spieler[/fett]

Das europische Team besteht aus folgenden Spieler: Paul Casey (ENG), Sergio Garcia (ESP), Soren Hansen (DEN, Padraig Harrington (IRL), Miguel Angel Jimnez (ESP), Robert Karlsson (SWE), Graeme McDowell (NIR), Ian Poulter (ENG), Justin Rose (ENG), Henrik Stenson (SWE), Lee Westwood (ENG) und Oliver Wilson (ENG), wobei Paul Casey und Ian Poulter die von Kapitn Nick Faldo auserwhlten Wildcards bekommen haben. Paul Casey erhielt sie, da er nur wenige Turniere in diesem Jahr spielte, diese jedoch alle gut bis sehr gut. Ian Poulter hatte nicht die Mglichkeit, sich ber die Order of Merit zu qualifizieren, da er hauptschlich auf der PGA Tour spielt, dort aber gute Ergebnisse erzielen konnte. Da er somit jedoch in keiner europischen Rangliste auftaucht, erhielt er die zweite Wildcard.
Das europische Team ist sehr stark einzuschtzen und wird von Jahr zu Jahr besser. Kein Wunder also, dass man die drei letzten Ryder Cups fr sich entscheiden konnte. Gerade letzte Woche erst konnte einer der fhrenden Spieler Europas, Robert Karlsson, einen sehr wichtigen Sieg bei der Mercedes Benz Championship einfahren und kommt formstark und mental in top Verfassung nach Louisville. Miguel Angel Jimenez wurde bei dem Turnier brigens auch guter Dritter.
Neben diesen beiden werden wohl Spieler wie Sergio Garcia, Henrik Stenson und Lee Westwood wichtige Rollen bei den Europern spielen.
Garcia spielt seit ein paar Wochen das beste Golf seiner bisherigen Karriere. Auf der PGA Tour spielt er um den FedEx Cup und war lange Zeit einziger Konkurrent des fast sicheren Siegers Vijay Singh. Aktuell befindet Garcia sich auf Rang drei der Gesamtwertung, was ihm am Ende der Saison einen ordentlichen Scheck bescheren wird.
Der Schwede Henrik Stenson konnte drei seiner letzten vier Turnierteilnahmen unter den Top4 beenden, zweimal war das sogar bei Major Turnieren der Fall.
Lee Westwood befindet sich auf Rang vier der Order of Merit und belegt Position 12 in der Weltrangliste. Vor Westwood muss man insofern den Hut ziehen, da er sowohl auf der European Tour als auch auf der PGA Tour auf allerhchstem Niveau mitspielen kann.
Desweiteren nicht in Vergessenheit geraten darf die Teilnahme von Europas Nummer 1, Padraig Harrington, um den es nach seinem Sieg bei der PGA Championship allerdings sehr ruhig wurde.
Als vierter der Weltrangliste ist Harrington der beste europische Spieler weltweit.

Das amerikanische Team besteht aus: Phil Mickelson, Stewart Cink, Kenny Perry, Jim Furyk, Anthony Kim, Justin Leonard, Ben Curtis, Boo Weekley, Chad Campbell, J.B. Holmes, Hunter Mahan und Steve Stricker.
Kapitn Paul Azinger benannte Campbell, Holmes, Mahan und Stricker als Captains Picks.
Jedem fllt sofort auf, dass Superstar Tiger Woods nicht dabei ist. Dies liegt immer noch an seiner Verletzung. Er wre mit weitem Abstand als Ranglistenerster qualifiziert gewesen, trotz dass er nur sechs Turniere in diesem Jahr spielte.
Nichtsdestotrotz sind sehr viele namhafte Spieler im Team. Allen voran Weltranglistenzweiter Phil Mickelson. Dieser spielte eine solide Saison mit zwei Siegen und guten Platzierungen bei den Major Events. In den letzten Wochen allerdings konnte er im FedEx Cup sein Potenzial leider nicht abrufen und ist nur durch seinen groen Vorsprung, den er bereits vor den Playoffs gesammelt hat, fr das Abschlussevent der GA Tour, The TOUR Championship, qualifiziert.
An der Seite von Mickelson stehen Hochkarter wie Jim Furyk, Neunter der Welt und Vierter im FedEx Cup. Gerade vor zwei Wochen entging ihm nur ganz knapp sein erster Saisonsieg.
Stewart Cink und Kenny Perry sind mit tollen Saisons 2008 ebenso wichtig wie Rookie Anthony Kim, der als grte berraschung gilt und schon in seinem zweiten Profijahr zu den Top15 der Welt gehrt. Mit zwei Turniersiegen, einem zweiten und zwei dritten Pltzen liegt Kim auf Rang sechs im FedEx Cup und hat noch Chancen, sich in zwei Wochen auf das Treppchen zu spielen.
Alles in allem ist die Strke beider Teams in etwas gleich. Es sind jeweils viele Spieler am Start, die in letzter Zeit Siege und gute Platzierungen verbuchen konnten und auch von den Positionen in der Weltrangliste nehmen sich die Mannschaften nicht viel.
Ich sehe jedoch einen groen und entscheidenden Vorteil der amerikanischen Mannschaft genau darin, dass Tiger Woods nicht mit von der Partie ist.
Da Woods als Einzelgnger und vor allem auch Einzelsportler gilt und nicht dieses Teamgefhl aufbauen kann, welches beim Ryder Cup enorm wichtig ist, ist es zwar ein spielerischer Verlust, jedoch ein mentaler Vorteil, dass er nicht teilnimmt.
Die Spieler entwickeln so ein greres Zusammengehrigkeitsgefhl und wollen der Golfwelt zeigen, dass sie nicht auf einen Tiger Woods angewiesen sind. Im Gegenteil: dass sie genau dann gewinnen, wenn er nicht dabei ist. Denn die letzten drei Ryder Cups bei allen spielte Woods mit verloren die Amerikaner. 2004 und 2006 sogar mehr als deutlich!
Die spielerische Gleichwertigkeit und der Aspekt, dass die USA vor allem mental gestrkt ins Turnier geht, lsst mich zu dem Schluss kommen, dass der 37. Ryder Cup nicht zum vierten Mal hintereinander nach Europa geht. Abgesehen davon, dass die USA auf heimischen Boden spielen.
Aktuell sind die Quoten fr einen Sieg der USA bei ungefhr 2,2. Somit gelten sie als Auenseiter, was ich persnlich nicht unterschreiben wrde.

[grau]Autor: Timm Gller[/grau]

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