BMW International Open 2012: Joel Sjöholm übernimmt die Spitze – Bernhard Langer klettert im Leaderboard nach oben.

Aufholjagd für Langer, Kunstschuss von Marshall und ein neuer Spitzenreiter: Der zweite Tag der BMW International Open 2012 im Golf Club Gut Lärchenhof hatte es in sich. Nach zwei gespielten Runden liegt Joel Sjöholm aus Schweden mit 133 Schlägen in Front. Nach einer 67 zum Auftakt ließ der 27-Jährige am Freitag eine 66er Runde folgen und liegt damit bei elf unter Par. Hinter Sjöholm folgt mit einem Rückstand von zwei Schlägen das Quartett aus Chris Wood (England), Paul McGinley (Irland), Fabrizio Zanotti (Paraguay) und Danny Willett (England).

„Ich wollte heute einfach die 18 Löcher spielen und abwarten, was passiert“, sagte Sjöholm. „Dann habe ich bemerkt, dass ich an der Spitze stehe. Das ist eine neue Situation für mich. Ich habe heute gleich drei Chips eingelocht, einmal sogar aus 90 Metern Entfernung, das war schon klasse.“

Der Kampf in der Spitzengruppe war bei Sonnenschein und böigem Wind allerdings nicht der einzige Grund, warum die 13.500 Zuschauer am Jack Nicklaus Championship Course einen unterhaltsamen Tag mit Golfsport der Extraklasse erlebten. Am Vormittag war es Routinier Bernhard Langer, der für Begeisterung sorgte. Nach einer durchwachsenen Auftaktrunde zeigte der zweifache Majorsieger eine beeindruckende Aufholjagd und verbesserte sich dank einer 67er Runde (-5) im Klassement auf den geteilten 21. Platz, schlaggleich mit seinem Landsmann Marcel Siem. „Ich habe heute wirklich eine super Golfrunde hingelegt“, fasste Langer seinen Tag zusammen. „Das war vom Allerfeinsten. Nach den ersten sieben Löchern lag ich bei fünf unter, habe dann auf der zwölften Bahn ein weiteres Birdie gespielt und lag dann sogar bei sechs unter. Von den Schlägen her war es hervorragend, und zu Beginn war auch das Putten gut. Die kommenden Tage werden ganz sicher noch sehr interessant.“

Zur Mittagszeit rückte ein anderer Spieler auf dem 6.611 Meter langen Kurs ins Rampenlicht: Andrew Marshall aus England befand sich auf der Zielgerade einer starken 67er Runde, als ihm auf der 17. Spielbahn ein seltenes Kunststück gelang. Mit seinem Rescue schlug er auf dem 197 Meter langen Par 3 ab. Der Ball des 39-Jährigen erreichte das Grün – und rollte geradewegs ins Loch. Dass das erste Ass auf der 17 mit dem BMW Hole-in-One Award – einem BMW 640i Gran Coupé im Wert von rund 120.000 Euro – belohnt werden sollte, wurde Marshall erst klar, als er den frenetischen Jubel der Zuschauer hörte und die ersten Glückwünsche entgegennahm.

Er sagte: „Ich habe mein Rescue in den Wind gehauen und dachte: Mein Gott, der ist zu lang. Dann habe ich mich weggedreht – und plötzlich sind alle ausgeflippt.“ Nach seinem geschichtsträchtigen Tag bekam Marshall die Schlüssel für seinen neuen BMW 6er von Turnierdirektor Marco Kaussler und Christian Masanz, Leiter BMW Sportmarketing, überreicht. In der Geschichte der BMW International Open ist Marshall erst der vierte Spieler, der sich den BMW Hole-in-One Award sichern konnten.

Am Nachmittag konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Golffans wie schon am Donnerstag auf den Flight mit den Lokalmatadoren Martin Kaymer und Marcel Siem sowie dem Vorjahressieger Pablo Larrazábal. Während Siem und Larrazábal jeweils mit 71er Runden ihr Ticket für die zweite Turnierhälfte lösten und mit Scores von –4 und –5 weiterhin alle Chancen auf ein gutes Gesamtergebnis haben, sind die BMW International Open für Kaymer vorzeitig beendet. Nach einer 73 am zweiten Tag lag der Majorsieger auf Par – und verpasste damit den Cut von -1 um einen Schlag. Dabei hatte es nach vier Birdies auf den ersten vier Löchern zunächst nach einer furiosen Runde des BMW International Open Siegers von 2008 ausgesehen.

„Das habe ich mir natürlich anders vorgestellt“, meinte Kaymer. „Ich hatte mir für die BMW International Open mehr vorgenommen. Aber nach der harten Major-Woche bei den US Open war ich müde und kam hier nicht richtig in Tritt. Die heutige Runde hat sehr gut begonnen, aber auf den zweiten Neun lief es dann einfach nicht gut genug. Trotzdem hat es großen Spaß gemacht, wieder vor der eigenen Haustür zu spielen.“

Neben Siem und Langer schaffte in Alex Cejka mit Runden von 68 und 75 (-1) ein weiterer deutscher Spieler den Cut.

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