Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Golfanlagen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vermehrt erhalte ich in den letzten Tagen Anfragen von Golferinnen und Golfern mit der Bitte um Rat, was die Bezahlung der Jahresspielgebühren für dieses Jahr angeht.

Foto: CDC/Unsplash

Da es voraussichtlich noch mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate dauern wird, bis Golfanlagen wieder den Betrieb aufnehmen können, ist die Beantwortung dieser Frage schwierig. Zum einen haben viele den Betrag bereits gezahlt und es wird sich auch um ein juristische Auseinandersetzung handeln, die man hier kaum zufriedenstellend beantworten kann. Zum anderen steht außer Frage, dass man als Kunde eine spielbereite Anlage erwarten darf, ebenso wie das Kündigungsrecht das man hat. Dem gegenüber steht die Solidarität zum eigenen Golfclub, um nicht zu sagen: es geht um die Existenz diverser Golfanlagen.

Sicherlich dürfte diese „Golffrage“ angesichts der weltweiten und nationalen Gesundheit – und der daraus resultierenden Wirtschaftslage – im Moment das geringste Problem sein. Aber aufgrund diese Ausgangslage werden sich zumindest die Golfanlagen-Betreiber und Golfclubs, und auch die Golfer selbst, diese Fragen stellen – siehe die zahlreichen Anfragen an mich. Wie zu erwarten sein dürfte, werden viele Golfer/innen vor massive wirtschaftliche Probleme gestellt sein, besonders Einzelgewerbetreibende, kleine bis mittlere Betriebe und damit auch arbeitslos werdende Mitarbeiter/innen und Angestellte, welche einen Großteil unserer Golfgemeinde darstellen. Diese Gruppe wird nun sicher andere Sorgen haben als Golf.

Es trifft Clubs, die bereits in einer schwierigen Lage waren

Viele davon werden nicht mehr in der Lage sein, die erwähnten Gebühren zu tragen und auch die übrigen eingeplanten Einkünfte der Golfanlagen aus Greenfees usw. werden einbrechen. Dies dürfte besonders die Golfclubs treffen, die schon vorher angesichts der vorhandenen schwierigen wirtschaftlichen Lage im Golfgeschäft, in Schieflage waren. Eine Insolvenzwelle ist daher auch im Golfbusiness zu befürchten.

Die Verantwortlichen der Golfanlagen werden sich sicherlich in Bälde an Ihre Mitglieder wenden müssen um dieses anstehende Problem zu lösen. Angesichts der kritischen Lage dürfte allerdings dieses „Golfproblem“ das Geringste sein, was die Öffentlichkeit beschäftigt, auch wenn es die Betroffenen natürlich anders sehen.

Uli Hoeneß hat dies erst kürzlich in einem Interview zurechtgerückt, in dem er richtigerweise die Probleme des Sportes hinten anstellte, wenn Menschen um ihre Gesundheit und ihr Leben und wirtschaftliches Überleben kämpfen.

Man hat hier wirklich den Eindruck, dass das IOC mit den olympischen Spielen und die diversen Fußballligen den Ernst der Lage erst sehr langsam begreifen.

In meinen letzten Artikel bin ich für das #stayathome eingetreten und auch für die Schließung der Golfanlagen. Dafür wurde ich von einigen Leuten heftig angegriffen und ich bleibe dabei: #stayathome!

Viele interpretieren nämlich ihre Freiheit in Zeiten der Viruskrise so, dass sie das Recht auf Leben von vielen anderen gefährden. Daher sehe ich eine Einschränkung der Freiheit von Einzelnen nicht nur als legitim, sondern als ein Muß.

Liebe Leserinnen und Lesern, bleiben Sie gesund

Ihr

Heinz Schmidbauer

Autor des Buches „Die Jagd nach Golf“

Heinz Schmidbauer

Über Heinz Schmidbauer

The golf pro Heinz Schmidbauer looks back on a 40-year golfing career. As a qualified sports teacher, he has coached many international sports stars and worked with famous athletes such as Arnold Palmer, Nick Bolletieri and Patrick Ortlieb. His golf experience, also as a former member of the European Challenge Tour, brought him to all continents of the world. Whereby he won professional tournaments on 3 continents. He also made a name for himself as a builder and manager of numerous golf courses (including the Kobernausserwald Golf Club, GC Maria -Theresia). Today he lives mainly in Italy and Austria.

Es gibt 2 Kommentare

  1. Reinhard Güthlein

    ich glaube das bezahlen des eigenen Beitrages …..ist eher eine moralische Angelegenheit,sollten viele Mitglieder so handeln…so geht vielleicht der geliebte Golfclub in die Insovenz…dann sind aber die Einlagen auch weg. Ich glaube das größere Problem ist: Kann man den Spielbetrieb….eingeschränkt,nur Zweier Flights,Driving Range(Abstand 2 Meter) bedingt aufrecht erhalten.Duschen,Umkleideräume,Clubheim,Restaurant,etc……könnte ja geschlossen bleiben..event. sogar Trainerstd.mit Abstand von 2 Meter!!!!!könnte man durchführen. Grundsätzlich soll man sich ja an der frischen Luft bewegen….

  2. Josef Platzer

    Hallo aus Florida.
    Bin zur Zeit für 6 Wochen in Florida. Einziger Lichtblick ist momentan das die Golfplätze noch geöffnet sind. Strände, Pools in der Anlage geschlossen.Restaurants dürfen nur Max. Mit 50% belegt werden. Auch alle öffentl Veranstaltungen sind abgesagt. Besonders traf mich das Valsper Champ. Turnier für welches ich schon Tickets und Parking Lot reserv. Und bezahlt habe storniert wurde.
    Ps. Golfcarts werden sehr gut sterilisiert,Flagenstock sollte man nicht bedienen,
    Bunker nicht Rechen, kein Handshake 🤝, eigene Bleistifte verwenden und wir haben bis jetzt nur alleine gespielt. In der Hoffnung das es noch ein bisschen bei der Regelung bleibt, sonst eher schon wie in Quarantäne.Glg aus Florida

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