Golf richtig zählen

Golf zählen und werten

Nach dem Einstieg in den Golfsport wird man schnell damit beginnen, an Wettspielen und Turnieren teilzunehmen.

Beim Golf gibt es viele verschiedene Zähl- und Spielarten. Bei Turnieren handelt es sich in der Regel, sofern es nicht anders angegeben ist, um Stableford Turnier.

Hier werden die verbreitesten Spielarten vorgestellt:

Prinzipiell gibt es zwei Grundformen der Zählweise im Golf:

Für beide Zählweisen gibt es jeweils verschiedener Spiel und Zählmöglichkeiten. Abgerechnet wird mit der Scorekarte, die bei einem Wettspiel immer von einem Spieler für den anderen Spieler geführt wird. Ein Spieler ist somit immer zugleich Zähler für einen Mitspieler. Am Ende einer Runde werden die Scorekarten gemeinsam verglichen, von beiden unterschrieben und bei der Turnierleitung abgegeben. Das gilt bei Amateuren, Hobbyspielern und Profis gleichermaßen.

– das Zählwettspiel ( Stroke Play): die gebräuchlichste Variante ist die Stableford- Wertung, seit 1998 wird sie zur Handicap Berechnung von Wettspielergebnissen verwendet

– das Lochspiel ( Match Play): hier spielen zwei direkte Gegner (einzeln oder ein Team) gegeneinander und bei jedem Loch gibt es einen Sieger- der an diesem Loch weniger Schläge benötigte. Bei gleicher Schlaganzahl gilt das Loch als „halbiert“ oder „geteilt“. Gewinner einer Runde ist der, der mit mehr Löchern führt, als auf der restlichen Runde noch zu spielen sind. Beim Lochspiel darf auch ein ganzes Loch vor dem Ende geschenkt werden oder ein einzelner Schlag (z. B. ein kurzer Putt)

Ein Lochspiel kann auch mit Vorgabe gespielt werden, d. h. der Spieler mit dem höheren Hcp. erhält auf der Anzahl der schwersten Löcher, die der Differenz im Hcp. gegenüber dem Gegner entspricht, je einen Schlag mehr zugesprochen. z.B. Spieler A hat Hcp 15, Spieler B hat Hcp 20. Spieler B wird an den 5 schwersten Löcher ein Schlag mehr zugestanden.

Dabei werden folgende Begriffe verwendet:

holes up = so viele Löcher vorn
holes down = so viele Löcher im Rückstand
all square = Gleichstand

Und hier eine Übersicht verschiedener Wettformen im Golfsport:

Nassau
Nassau ist die am meisten verbreitetste Wettform beim Golf. Sie wurde um 1900 im Nassau Country Club auf Long Island erfunden. Ein Nassau besteht aus drei Teilwetten. Gesetzt wird auf die ersten neun Löcher, auf die zweiten neun Löcher und auf die gesamte 18 Loch Runde. In Großbritannien ist der doppelte Wetteinsatz auf die 18 Löcher üblich.

Arnies
Der Spieler verfehlt das Fairway, trifft nicht das Grün und spielt dennoch sein Par oder besser und erhält dafür einen Punkt, eine Prämie oder einen Wetteinsatz.

Garbage
Wird gelegentlich auch als „trash“ oder „side bets“ bezeichnet und steht für kleine Wetten/Vereinbarungen, die man für die Runde abschließt. Die Spielformen können z. B. Gross Birdies, Greenies, Sandies, Barkies etc. sein.

Prager Variante
Hierbei handelt es sich um eine Art Poker, bei dem die Einsätze auf den einzelnen Löchern ausgespielt werden. Nachdem alle Bälle abgespielt sind, steht jedem Spieler das Recht zu, den Einsatz durch entsprechende Erklärung zu verdoppeln. Der Gegenspieler hat dann das Recht zu vervierfachen, worauf wiederum der Spieler befugt ist zu verachtfachen („Kontra“ und „Re“).
Das Spiel kann auf höchstens den achtfachen Einsatz begrenzt oder, bei entsprechender Vereinbarung, auch mit unbegrenztem Verdopplungsrecht ausgetragen werden.

Syndikat 
Ist auch unter dem Namen „Groschenpott „Skins Game“ bekannt. Beliebig viele Spieler spielen gemeinsam, jeder seinen eigenen Ball, wobei jeder Spieler einen zulässigen Einsatz pro Loch aufzubringen hat. Ein alleiniger bester Ball pro Loch gewinnt den gesamten Einsatz des Lochs. Erzielt kein Spieler einen alleinigen besten Ball, so wird der nicht gewonnene Einsatz des Lochs dem Einsatz am nächsten Loch zugeschlagen und so fort, bis ein Spieler einen alleinigen besten Ball netto erzielt und die kumulierten Einsätze gewinnt. Erzielt der Spieler den alleinigen besten Ball mit einem BruttoBirdie, so wird der Einsatz nur dieses Lochs verdoppelt.

Hogans 
Diese Wettform ist nach Ben Hogan benannt. Der Spieler trifft das Fairway, das Grün und spielt Par oder besser und erhält dafür einen Punkt, eine Prämie oder einen Wetteinsatz.

Barky
Der Spieler trifft einen Baum und macht dennoch sein Par.

Gurgly
Der Spieler schlägt ins Wasserhindernis und spielt dennoch sein Par oder besser.

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