So zählt man beim Golfen richtig

Der Golfsport hat sich in den letzten Jahrzehnten weltweit großer Beliebtheit erfreut. Dementsprechend gibt es in verschiedenen Ländern auch unterschiedliche Zählweisen beim Golfspielen.

Es gibt im Prinzip zwei Grundformen, wie man beim Golfen richtig zählt. Die Scorekarte dient dem Spieler zum Abrechnen und wird von einem Spieler für den anderen geführt. Die Scorekarten werden am Ende zusammen verglichen und, nachdem beide Spieler die Scorekarte unterschrieben haben, abgegeben. Diese Regeln gelten gleichermaßen bei Profis, Amateuren und Hobbyspielern.

Stroke Play oder das Zählwettspiel – die Stableford-Wertung ist die am häufigsten benutze Variante, die seit 1998 verwendet wird.

Match Play oder das Lochspiel – bei dieser Variante wetten zwei direkte Gegner gegeneinander. Derjenige, der bei einem Loch weniger Schläge brauchte, ist der Sieger. Also gibt es bei jedem Loch einen Sieger. Wenn beide die gleiche Anzahl der Schläge benötigten, gilt das Loch als geteilt oder halbiert. Wer mit mehr Löchern führt als auf der restlichen Runde noch zu spielen sind, der hat die Runde gewonnen. Man kann ein ganzes Loch oder einen einzelnen Schlag vor dem Ende schenken.

Ein Lochspiel kann man ebenfalls mit Vorgabe spielen. Das bedeutet, dass der Spieler mit dem höheren Hcp. auf der Zahl der schwersten Löcher einen Schlag mehr bekommt. Es werden Begriffe wie holes up (so viele Löcher vorn), holes down (so viele Löcher im Rückstand) und all square (Gleichstand) verwendet.

Sobald man in die Welt des Golfsports eingetaucht ist, wird auch das Interesse an Wettspielen zusätzlich geweckt. Allerdings muss man die zahlreichen Spiel- und Zählarten beim Golf beherrschen, wenn man erfolgreich mitmischen will. Es gibt zahlreiche Wettanbieter, die einem beim Golfwetten mit nützlichen Tipps und Informationen behilflich sein können. Deshalb lohnt es sich einen Vergleich der bekannten Wettanbieter durchzuführen, z. B. unter Wettanbietervergleich.de.

Stableford

Stableford ist die am häufigsten benutze Zählweise bei einem vorgabewirksamen Turnier oder einer privaten Extra Day Score Runde (EDS), die mittlerweile bei den meisten Amateurturnieren Standard ist. Der Vorteil dieser Zählweise ist, dass jeder Spieler sehr einfach an der Zahl der notierten Schäge sofort erkennen kann, ob er unterspielt, überspielt oder sein Hcp. erreicht hat.

Der englische Arzt Dr. Frank Stabelford hat 1898 diese Zählweise entwickelt. Sie wurde zum ersten Mal im Jahre 1932 angewendet, doch erst 70 Jahre nach seiner Erfindung, also 1968, wurde sie in das offizielle Golf-Regelwerk aufgenommen.

Ein weiterer Vorteil von Stableford ist, dass das Spiel nach einem schlechten Loch-Ergebnis nicht beendet ist. Nach einem schlechten Loch kann der Ball straffrei aufgenommen und mit dem Spiel weitergemacht werden. Bei einem internationalen Turnier wäre das nicht der Fall. Das ist vor allem für Amateurgolfer sehr vorteilhaft, denn in solchen Fällen gibt es nur ein Streichergebnis mit 0 Punkten für den Score und nicht etwa die gesamte Zahl der Schläge wie in einem Zählspiel. Das Gesamtergebnis ist dann nicht ganz verhagelt.

Jeder Spieler bekommt von diesem genialen Stableford-Zählsystem an jedem Loch sein eigenes Par zugewiesen. Man kann das persönliche Par schon in Form von Strichen auf der eigenen Scorekarte erkennen. Spieler mit einer Spielvorgabe 18,0 bekommen für jedes Loch einen Schlag vor und für sie bedutet ein Bogey ein persönliches Par. Spielvorgabe 36 bedeutet 2 Schläge für jedes Loch und ein Double Bogey ein persönliches Par.

Die Stableford-Zählweise ermöglicht den Spielern, die Nettopunkte ganz einfach zu berechnen. Für ein Birdie gibt es 3 Punkte, für jedes Par 2 Punkte, einen Punkt für ein Bogey und 0 Punkte für ein Double Bogey oder schlechter. Jeder Spieler, der nach 18 Löchern 36 Stablefordpunkte erreicht hat, bestätigt sein Hcp., außerdem kann er unterspielt oder überspielt haben.

Spielvorgabe und das persönliche Par

Die Spielvorgabe ist im Gegesatz zu der DGV-Stammvorgabe immer ganzzahlig. Man kann die Spielvorgabe nach einem einfachen Schlüssel auf die einzelnen Löcher als Vorgabeschläge für die Zählweise nach Stabelford verteilen. Die Spielvorgabe verrät, wie viele Schläge ein Amateur zusätzlich bekommt, damit eine Vergleichbarkeit mit dem Wert des Pars des Platzes geschaffen werden kann und das für den betroffenen Abschlag.

Die vorgegebenen Schläge werden auf die einzelnen Löcher nach einer klaren und einfachen Logik verteilt. Bei einem 18-Loch-Tunier werden zuerst ganzzahlige Vielfache von 18 gleichmäßig auf alle Löcher verteilt. Die Schläge werden wie gefolgt vorgegeben: Bei Spielvorgabe 18 gibt es einen Schlag, bei Spielvorgabe 26 jeweils 2 Schläge und bei Spievorgabe 54 jeweils 3 Schläge. Bei nicht ganzzahligen Vielfchen von 18 Spielvorgaben werden zuerst die enthaltenen ganzzahligen Vielfachen von 18 gleichmäßig verteilt, während die übrigen Punkte auf die schwierigsten Löcher verteilt werden. Diese erkennt man an der „Vorgabe“ der individuellen Bahn. Das Loch mit dem größten Schwierigkeitsgrad trägt die Vorgabe 1 und das leichteste Loch die Vorgabe 18 auf einem 18-Loch-Course.

Ein Spieler bekommt zum Beispiel die Spielvorgabe 22 an einem Turnier. Die ersten 18 Punkte verteilt man zuerst gleichmäßig auf alle Löcher und die übrig gebliebenen 4 Punkte auf die schwierigsten Löcher, d.h. auf die Bahnen mit den Vorgaben 1, 2, 3, 4. Diese Löcher mit den Vorgaben 1, 2, 3 und 4 bedeuten für den Spieler jeweils 2 Schläge und alle anderen jeweils einen Schlag.

Wettformen beim Golf

Nassau – diese Wettform wurde um das Jahr 1900 auf Long Island im Nassau Country Club erfunden und gehört mittlerweile zu den verbreitetsten Wettformen beim Golf. Beim Nassau wettet man in drei Teilen, d.h. man setzt auf die ersten neun Löcher, dann auf die zweiten neun und anschließend auf die gesamte 18 Loch Runde. In manchen Ländern wie in Großbritannien ist es üblich, auf die 18 Löcher mit dem doppelten Einsatz zu wetten.

Arnies – diese Wettform wurde nach Arnie Palmer benannt. Bei Arnies gibt es Punkte, wenn die Spieler das Fairway oder das Grün verfehlen, aber trotzdem sein Par spielen darf und dafür Punkte oder eine Prämie bekommt.

Garbage – oder auch als „side bets“ oder „trash“ bezeichnet werden kleinere Wetten oder Vereinbarungen für die Runde.

Prager Variante – hierbei werden die Einsätze auf den einzelnen ausgespielt. Die Spieler können den Einatz verdoppeln, nachdem alle Bälle abgespielt sind. Anschließend darf vervierfacht und darauf wiederum verachtfacht werden.

Syndikat – wird auch „Groschenpott Skins Game“ genannt. Bei diesem Wettspiel können beliebig viele Spieler mitspielen, die pro Loch einen zulässigen Einsatz aufbringen müssen. Der Spieler mit dem besten Ball bekommt den ganzen Einsatz des Lochs. Sollte es keinen besten Ball geben, bekommt der Einsatz des nächsten Lochs den nicht gewonnenen Einsatz des Lochs zugeschlagen und zwar so lange, bis es einen alleinigen besten Ball gibt. Dieser erhält dann die kumulierten Einsätze.

Hogans – diese Wettform hat den Namen nach Ben Hogan bekommen. Der Spieler, der das Fairway, das Grün trifft, spielt Par und bekommt einen Punkt, eine Prämie oder einen Wetteinsatz.

Barky – der Spieler macht sein Par, obwohl er einen Baum trifft.

Gurgly – der Spieler spielt sein Par oder besser, obwohl er ins Wasserhindernis schlägt.