X-Factor im Golfsport: Hilfreich oder Risiko?

Shane Lawlor ist Golf-Chiropraktiker und äußert sich in einem Interview zum X-Factor. Beim X-Factor handelt es sich um einen bestimmten Bewegungsmechanismus, der zu einem Winkel zwischen den Schultern und der Hüfte führt, der von oben gesehen einem X gleicht. Daher kommt auch der Name. Im Februar 2019 wurde eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass der X-Factor dauerhaft Rückenverletzungen verursacht.

Foto: Court Prather

Überbelastung der Bandscheiben

Im „Journal of Neurosurgery: Spine“ wurde im Februar 2019 eine Studie veröffentlicht, die als Folge der Ausführung vieler X-Factor in Rückenverletzungen resultierte. Dies sei der Fall, weil durch die unübliche Überbelastung von Facetten- und Scheibengelenken immer wieder ein Zusammenstoß dieser entsteht, wodurch langfristig Schmerzen und Bandscheibenwölbungen entwickelt werden können.

Warum wird der X-Factor ausgeübt?

Laut Shane Lawlor wird der Konkurrenzkampf im Golfsport immer drängender. Jeder möchte härter, weiter und schneller schlagen können als der andere. Insbesondere die Nachwuchstalente versuchen durch die Ausführung des X-Factors Aufmerksamkeit zu erlangen.
Auch bekannte Golfspieler wie der 14-fache Major-Gewinner Tiger Woods oder Rory McIlroy waren schon öfter mit Rückenbeschwerden konfrontiert. Cameron Champ, die Person mit dem bisher weitesten Schlag, musste sich aufgrund von Rückenverletzungen und Beschwerden sogar aus dem Golfsport zurückziehen.

Wie ist der X-Factor laut Shane Lawlor einzuschätzen?

Shane Lawlor stellt direkt klar, dass der X-Factor nicht als reine Ursache für Rückenverletzungen steht. Es geht vielmehr darum, wie und wie lange der X-Factor vor der regelmäßigen Ausführung geübt und wie sich darauf vorbereitet wird.
Durch den bereits benannten Leistungsdruck sehen sich viele Golfer gezwungen, den X-Factor schnell einzuüben und zu nutzen. Und genau darin sieht Lawlor selbst das Problem.
Wer sich dauerhaft im Golfsport etablieren möchte, sollte den X-Factor beherrschen. Dazu müssen unter allen Umständen Kraft- wie auch Koordinationstrainer und Ärzte einbezogen werden. Diese müssen durch regelmäßiges Monitoring vor allem den Rücken untersuchen und die Entwicklung beurteilen.
Neben regelmäßigen Untersuchungen ist die körperliche Auslastung und Training im Fitnessstudio von hoher Relevanz. Durch das Trainieren bestimmter Muskelgruppen wird, laut Lawlor, das Verletzungsrisiko minimiert. So entsteht keine Überbelastung der Bandscheiben und Verletzungen kann vorgebeugt werden.

Was bringt ein gesund ausgeführter X-Factor auf Dauer?

Das Ziel beim Golfen ist es, einen möglichst präzisen und weiten Abschlag zu erzielen. Dies ist seit vielen Jahren mit dem X-Factor möglich. Durch ein kontinuierliches Training, bei dem der Chiropraktiker Lawlor von mindestens 6 Monaten spricht, ist nötig, damit die Ausführung auf eine gesunde Weise durchgeführt werden kann. Wenn spezielle Übungen erlernt und wiederholt werden, kann sich der Winkel zwischen Hüfte und Wirbelsäule um bis zu 5 Grad erweitern. Das scheint wenig zu sein, bringt beim Golfsport aber sehr viel.
Es ist wichtig, dass über die Problematik des X-Factors aufgeklärt wird, wenn eine falsche und ungesunde Ausführung zu geschehen droht. Durch die Aufklärung von Shane Lawlor ist es mittlerweile so, dass sich Kunden an ihn wenden, die Rückenproblemen vorbeugen können. Prävention steht im Vordergrund.

Wie ist der X-Factor abschließend zu bewerten?

Eine gesunde, gut eingeübte Weise des X-Factors verspricht dem Golfspieler bessere Ergebnisse und Chancen auf den Aufstieg. Er ist allerdings nur so lange hilfreich, wie er ohne Risiken und mit ärztlicher Aufsicht erlernt wird.

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