Die Art, wie Menschen Ihren Alltag organisieren, hat sich verändert. Wir buchen Art-Termine wie selbstverständlich digital. Und vermissen das dauerbesetzte Telefon in der Praxis nicht. Aber unsere TeeTime buchen wir oft – per Telefon, bei der Dame, die gerade noch im Proshop Kunden bedient. Plattformen wie Spin Boss stehen exemplarisch für ein Angebot, das sich vollständig an den digitalen Nutzungsgewohnheiten orientiert, nämlich jederzeit verfügbar, geräteunabhängig und ohne Wartezeit. Wer heute buchen möchte, möchte das digital, mit Bestätigung in Echtzeit. Wie beim Hotel, Flug – oder eben auf dem Golfplatz.
Es gibt Sportarten, die man spontan betreibt. Golf gehört traditionell nicht dazu. Wer eine Runde spielen will, ruft an, wartet auf den Ansager, erfährt, dass Samstag ausgebucht ist, und einigt sich auf Donnerstag um 7:30 Uhr. Das ist kein Buchungsprozess. Das ist eine Zumutung.
Es gibt digitale Buchungsplattformen, aber…
Die gute Nachricht: Es geht auch anders. Plattformen wie GolfNow zeigen, dass die Startzeit des 21. Jahrhunderts nicht am Telefon entsteht, sondern auf dem Smartphone — jederzeit, ohne Wartezeit, mit echten Preisunterschieden je nach Nachfrage. Golfer können über solche Plattformen Startzeiten buchen, selbst außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Clubs. Das klingt selbstverständlich. Im deutschen Golfbetrieb ist es das noch lange nicht.
Der Vergleich mit anderen Branchen fällt ernüchternd aus. Wer ein Hotelzimmer bucht, vergleicht Preise in Echtzeit. Wer einen Flug kauft, zahlt morgen mehr als heute. Wer Tennis spielen will, reserviert den Platz per App in unter einer Minute. Der Golfsport hingegen behandelt die Startzeitbuchung noch immer wie eine Verwaltungsaufgabe aus dem letzten Jahrhundert. Es gibt bei vielen Golfclbus maximal Formulare. Diese senden eine Email mit den Daten ins Clubhaus, dort werden sie manuell bearbeitet.
Dabei ist das Potenzial offensichtlich. Weniger gefragte Zeiten lassen sich über Rabattangebote gezielt befüllen, ohne die bevorzugten Startzeiten der Mitglieder zu beeinträchtigen. Clubs gewinnen, Gäste gewinnen — und vor allem gewinnt ein Sport, der händeringend nach neuen, jüngeren Spielern sucht. Gerade die mobilaffine Generation Z bucht Startzeiten bevorzugt per App. Wer diese Generation nicht dort abholt, wo sie sich bewegt, verliert sie — nicht an einen anderen Club, sondern an einen anderen Sport.
Das eigentliche Problem ist kein technisches. Die Werkzeuge existieren. Das Problem ist eine Branche, die Tradition mit Trägheit verwechselt. Mitgliedsclubs, die ihren Gästebereich ausschließlich über persönliche Empfehlungen und Telefonanrufe befüllen, betreiben kein exklusives Erlebnis — sie betreiben Kundenverlust auf Raten.
On-Demand bedeutet im Golfsport nicht, dass jeder zu jeder Zeit auf jeden Platz darf. Es bedeutet, dass ein Greenkeeper-Sohn aus dem Ruhrgebiet oder eine Studentin in München dieselbe Chance hat, einen attraktiven Tee Time zu einem fairen Preis zu finden, wie ein langjähriges Clubmitglied. Das ist keine Bedrohung für den Golfsport. Das ist seine Zukunft.
Wer noch auf den Anruf wartet, wartet zu lange.