Martin Kaymer: Sein Leben als Golfer, Social Media und seinen Fokus

Zum Start der BMW International OpenT sprach der einzige deutsche Sieger in der Turniergeschichte über die Umstellung nach der U.S. Open, die BMW International Open und seinen neuen Fokus:
… Social Media:
„Da wird einem ein Leben anderer Menschen nahe gebracht, das nicht wirklich der Realität entspricht – und man vergleicht sich teilweise damit, ob man möchte oder nicht. Das geschieht zum Teil unterbewusst, aber hat eine Auswirkung auf das eigene Leben. Man liest auch Meinungen von anderen Menschen über sich, die eigentlich keine Ahnung von deinem Leben haben. Das hat nicht wirklich viel Positives, deshalb versuche ich das zu reduzieren und an den Turniertagen ganz sein zu lassen. Man merkt auch, dass man entspannter ist und mehr Ruhe hat.
… einen neuen Fokus:
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Prozess, den ich gerade durchlaufe. Ich muss in allen Bereichen besser werden – nicht viel, aber ein bisschen, um die Konstanz zu haben, vorne mitspielen zu können. Ich habe – auch abseits vom Golf – an vielen Dingen gearbeitet. Ich versuche, viele Sachen rauszunehmen, die einen nur vom Eigentlichen ablenken. Ich habe versucht, meine Energie effektiv zu nutzen und nicht für anderen Quatsch, der nicht wirklich wichtig ist.“
… die neuen Grüns im GC München Eichenried:
„Wenn die Grüns hart und schnell sind, ist es wie bei der U.S. Open. Aber man muss Verständnis dafür haben, dass neue Grüns nie perfekt sein können, die müssen sich erst setzen. Aber langfristig gesehen ist das eine gute Veränderung.“
… die Umstellung auf den Golfplatz im GC München Eichenried:
„Man wird in dieser Woche den einen oder anderen Schlag haben, bei dem man vom Gefühl noch in Pebble Beach ist, das ist normal. Sich schnell umzustellen, ist sehr schwer. Wenn man wie in dieser Woche auf die European Tour zurückkommt, kann es schnell passieren, dass man es weniger fokussiert angeht – das kann fatal sein. Für mich ist es umso wichtiger, am Donnerstag und Freitag noch konzentrierter an den Start zu gehen. Damit eben Fehler vermieden werden, die passieren, weil man vom Spielgefühl noch in Pebble Beach ist. Es geht nicht, arrogant an den Start zu gehen und zu sagen, das sei ein einfacher Platz. Hier zu spielen, ist eine andere Art Golf zu spielen als vergangene Woche, aber nicht einfacher oder schwieriger.“
… das morgige Pro-Am mit Niklas Süle, Tommy Haas und Bruno Spengler:
„Ich kenne bisher nur Bruno. Aber es ist immer schön, mit Sportlern Pro-Am zu spielen, wir verstehen uns und sprechen dieselbe Sprache. Man kann sich unterhalten über das, was man erlebt hat, die Höhen und Tiefen, und wie man Erfolg oder Misserfolg für sich reflektiert. Das sind sehr interessante Gespräche, weil wir in einer ähnlichen Welt leben.“
… sein Leben als Golfer:
„Das Wichtigste ist, dass man als Mensch seine Leidenschaft gefunden hat und die Möglichkeit bekommen hat, das, was man liebt, ausleben zu können. Ich hatte das Glück, diese Sportart zu finden, damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen und durch die Welt zu reisen. Klar nervt es, am Flughafen oder im Hotelzimmer zu sein, aber wenn man auf diese fünf Prozent den Fokus legt, dann hat man ein Problem. Man sollte sich eher auf die 95 Prozent fokussieren. Wir haben ein sehr privilegiertes Leben. Man lernt viele verschiedenen Kulturen kennen, man lernt sich dadurch auch viel besser kennen: Was man möchte im Leben, mit welchen Leuten man sich umgeben möchte, in welcher Kultur man leben möchte. Wenn man durch die Welt reist, lernt man Deutschland sehr zu schätzen.“
… seine aktuelle Form:
„Ich habe mich ein bisschen davon frei gemacht, resultatorientiert zu denken. Mir geht es eher um den Prozess. Ich habe qualitativ sehr gut gearbeitet, und wenn ein gutes Ergebnis dabei rauskommt, ist es schön. Das ist nur eine Frage der Zeit. Aber es ist noch Luft nach oben. Es ist schön zu wissen, dass du noch Potenzial hast und trotzdem bei der U.S. Open in den Dreißigern landest.“

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