Beim Golfschwung kommt es auf den Rücken an

Das Kernelement des Golfschwungs ist das physikalische Pendel. Dr. Ferdinand Tusker und Florian Kreuzpointner haben auf dieser Grundlage eine Sportwissenschaftliche Trainingslehre entwickelt und mit Thomas Thöni eine mögliche, praktische Umsetzung in einem Lehrbuch definiert. Bisher waren es drei Säulen auf denen Carvinggolf beruhte: Muskelspannung, Schläger mit gleichlangen Schäften und eine neue Technik, die Carving Golf Technik. Die Weiterentwicklung dieser Technik führte zu neuen Erkenntnissen bezüglich Gewinnung von Bewegungsenergie und Präzision und zur Carvinggolf „super“ Technik

Abgeleitet wurde diese Technik von der Funktion einer Kette von Pendeln. Oberarme, Unterarme und Schläger „verkörpern“ diese Pendelkette und bilden im Zusammenwirken mit der Schulter ein dynamisches System. Während der Spieler mit Carvinggolf „normal“ mit einer Pendelebene konfrontiert ist, bewegt sich das Pendelketten System von Carvinggolf „super“ auf verschiedenen Ebenen.

Dies ist ein komplexes Bewegungssystem, das in seinen Details nicht bewusst zu steuern ist. Unter Ausnützung der Schwerkraft und der Trägheitskräfte überlässt man diese Abstimmung der natürlichen Kraft – der Schwerkraft – und verlässt sich voll auf die Physik der Pendeldynamik. Die Schulterachse wird zur Schnittstelle vom statisch-passiven, dem stabilen Körper und dem dynamisch- aktiven System, der Pendelkette; sie ist zugleich Zentrum des Pendelkettensystems.

Hier ist die Stabilität des statischen, passiven Systems von entscheidender Bedeutung. Störfaktoren, die das Pendelzentrum erreichen, führen dazu, dass die aus der Pendeldynamik gewonnenen Energien abrupt zusammenbrechen und nie mehr an den Ball kommen. Und der einzige derartige, nicht auszuschließende Störfaktor ist der ungewollte Transfer der Schulterachse, eine Konsequenz aus einem passivem oder einem aktivem Rotieren des dynamischen Systems um ein virtuelles Rotationszentrum.

SYSTEM STABILITÄT UND VIRTUELLES ROTATIONSZENTUM

Bedingt durch aktive oder passive Körperrotation kann auch ein ungewollter Transfer des Arm-Schläger-Pendelsystems mit unterschiedlichen Folgen entstehen Entscheidend dabei ist die Positionierung der virtuellen Achsen (RZ), um die das Pendelsystem passiv oder aktiv rotiert. So ist z.B. in der klassischen Technik mit der Wirbelsäule als RZ der ungewollte laterale Transfer xSG der linken Schulter annähernd doppelt so groß als bei Carvinggolf bei virtueller RZ vor der Brust. Vergleiche xSG Koordinate Bild II (roter Pfeil) mit xSG Koordinate Bild III (roter Pfeil).

Um optimale Bedingungen für einheitliche geometrische Verhältnisse im Golfschwung zu gewährleisten, rotiert deshalb bei CARVINGGOLF „super“ Technik das Pendelsystem um die RZ-Achse vor der Brust (Bild III).

PENDELDYNAMIK

Im Aufschwung „liftet“ die Schulterachse und es entsteht Spannung in beiden breiten Rückenmuskeln. Diese Vorspannung ist der „Powermotor“ der Carvinggolf „super“ Technik. Sie unterstützt das „Droppen“ des Schultergürtels gegen die Trägheit des Pendelsystems. Als Resultat ergibt sich eine hohe Bewegungsenergie. Das Prinzip zur Gewinnung dieser Energie nutzt man zum Beispiel, wenn man mit einer Peitsche knallt.

Um das Gefühl einer erhöhten Spannung nachvollziehen zu können, ist das zu Bodenschleudern eines Balles eine gute Übung. Dabei verstärkt ein schnelles Aufrichten des gebeugten Oberkörpers das Gefühl für diese Spannung.

Deutlich erkennt man, wie Thomas Thöni beide Schultern bis zum „Anschlag liftet“ und die Rückenmuskeln spannt. Den Ball empfindet Thomas Thöni als träges Element, das über die Schultern und Arme mit den Händen verbunden ist.

Diese Erfahrung ist möglich, vorausgesetzt:

  • das statische System ist stabil;
  • die Gelenke innerhalb der Pendelkette sind locker für dieEnergiegewinnung aus Systemträgheit und Muskulaturspannung;
  • der Rhythmus des physikalischen Pendels steuert den Schwung.So kann die Carvinggolf „super“ Technik eine echte Alternative zur klassischen Pitching- und Chippingtechnik werden (laut M.Grosser).Diese Übung lässt sich im Schwimmbad gegen den Widerstand des Wassers sehr gut ausführen. Das Gefühl für Rhythmus, Stabilität und die Entwicklung und Auflösung von Spannung in der Rückenmuskulatur verstärkt sich auf diese Art und Weise.

CARVINGGOLF „super“ – GOLFEN WIE EIN PROFESSIONAL

„Stack and tilt,“ eine Technik auf der PGA Tour, hat viel Gemeinsames mit Carvinggolf „super“ Technik. Billy Bondaruk – teacher of the year 2006 in USA – demonstriert die virtuelle RZ vor der Brust und Zach Johnson – 13-te Position/money list PGA Tour 2012– startet den Abschwung gegen die Trägheit des Drivers so extrem vertikal, dass sich der Schläger in der Schwungumkehr zu einer Peitsche verformt.

 

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