Doping im Golf – Leistungsdruck und Optimierungswahnsinn

Mit Optimierungswahn zum sozialen Erfolg. Schneller, weiter, höher und schöner, jünger, fitter als die Anderen. Alles ist auf Beschleunigung ausgelegt und der Leistungsdruck macht eine Gesellschaft krank. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können und soziale Anerkennung zu finden wird nachgeholfen, es wird gedopt. Am häufigsten greifen Beschäftigte laut Report zu Medikamenten gegen Angst, Nervosität und Unruhe (60,6 Prozent) sowie zu Mitteln gegen Depressionen (34 Prozent). Etwa jeder achte Doper schluckt Tabletten gegen starke Tagesmüdigkeit. Auch der Freizeitsport ist eine Plattform für viele, die nach mehr streben als sie sind. Sie dopen im Bemühen um soziale Anerkennung und entfremden sich damit selbst. Über 60 % aller Freizeitsportler in Deutschland steigern mit Mitteln  kurzfristig  ihre  Leistungsfähigkeit und beugen gegen Schmerzen vor, darunter auch Golfspieler.

Eine leistungsorientierte Gesellschaft macht sich und Golf krank

… und hat Golf verändert.

Die vom Leistungsstreben geprägte Leistungsgesellschaft hat Golf für sich entdeckt und grundlegend verändert. Golfen, gestern ein Gesellschaftsspiel miteinander, wird heute auf dem Platz gegeneinander und in der Gemeinschaft  nebeneinander gespielt. Um fit für den Sport und fit für den Markt zu sein, sind die Beschleunigungsfaktoren für soziale Anerkennung auf dem Golfplatz immer wichtiger und teurer geworden. Luxus-Limousinen, maßlos überzogene  Meisterschaftsanlagen, prunkvolle Clubhäuser und luxuriöses teures Edel-Equipment, so präsentiert sich heute eine auch dem Optimierungswahn verfallene Golfsociety. 

Zurück zu den Wurzeln

Golfen, ein kreatives Spiel im Wechsel von Aktivität und Muse, ist die ideale Insel für eine Stabilisierung der Persönlichkeit  und Rückbesinnung auf die eigene Leistungsfähigkeit. Um in diesem Spiel bestehen zu können und soziale Anerkennung zu finden, muss nicht mit unerlaubten Mitteln nachgeholfen werden. Man muss also zurück zu den Wurzeln – weniger ist mehr. Golfen war einmal zielorientiertes Spielen nach einfachen Regeln. Die Ziele waren für alle Spieler erreichbar und sie waren strategisch so geplant, dass ein Spieler mit einem guten Schlag belohnt und mit einem schwachen Schlag nicht mehrfach bestraft wurde. Die Spieler waren nicht überfordert und Freude prägte das Spiel. Der Club war nicht nur für aktive Spieler attraktiv, sondern auch für Nichtspieler ein Ort zur Pflege sozialer Beziehungen.

Golfplatz – eine Insel mentaler Gesundheit

Das Tempo der technischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen ist sehr hoch und viele Menschen klagen zunehmend über Stress. Ein gesundes Golfumfeld bei gesunden Golfbedingungen hilft, den alltäglichen Herausforderungen und Belastungen in der Freizeit wirkungsvoll zu begegnen und diese weit verbreiteten psychischen Belastungsfaktoren wieder abzustreifen.  Golfen kann somit die Selbstheilungskräfte reaktivieren und stressbedingten Erkrankungen vorbeugen.

Resume

Eine von Leistungsdruck kranke Gesellschaft hat Golf angesteckt. Um zu gesunden, muss man das Golfspiel vom Leistungsdruck befreien, und das hat sich ein gemeinnütziger Verein golf4you zum Ziel gesetzt. So ist im Zusammenwirken mit Carving Golf und Sportwissenschaftlern der Technischen Universität München die Idee von einem Modell „Gesundheitsfaktor Golf“ entstanden.

 

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