Der Golfplatz

Jeder Golfplatz besteht aus mehren Golfbahnen. Eine Bahn, das ist ein Loch. In der Regel verfügt ein Golfplatz über 18 Löcher, es gibt aber auch sogenannten Kurzplätze die nur über 9 Löcher verfügen.

Die verflixte neun

Eine Scorekarte aus St. Andrews aus dem Jahr 1764 dokumentiert, dass damals 22 Löcher gespielt wurden. Erst einige Zeit später wurde die Zahl der Golfbahnen auf 18 reduziert und als feste Einheit für eine Runde in den Regeln festgeschrieben. Da eine halbe runde neuen Bahnen umfasst ist die Zahl der Löcher immer durch neun teilbar. Denn so wie es Plätze mit 9 Löchern gibt, gibt es auch größere Anlagen mit 27 oder 36 Bahnen.

Der Golfplatz Schloss-Ranzow. Links das Grün 12.

Der Golfplatz Schloss-Ranzow. Links das Grün 12. Man sieht die Fairways 11 und 10. Foto: pr/ Stefan von Stengel.

Kennt man einen, kennt man alle

Alle Golfplätze sind nach einem ähnlichen Muster aufgebaut und verfügen über identische Einrichtungen. Zum üben gibt es die Driving Range (für lange Schläge), das Chipping oder Pitching Grün (für kurze Schläge) und das Putting Grün (zum Üben des Puttens). Außerdem kann es noch mehrere Kurzbahnen (Kurzplatz) geben, auf denen auch ohne Platzreife gespielt werden darf.

Eine Spielbahn auf einem Golfplatz. Grafik: vcg

Eine Spielbahn auf einem Golfplatz. Grafik: pr/vcg

Außerdem verfügt jeder Club über ein Clubhaus mit sanitären Anlagen, Umkleideräumen und dem so genannten 19. Loch, einer Gaststätte. Auch das Sekretariat und der Pro-Shop (Geschäft für Golfartikel) befindet sich in der Regel im Clubhaus. Bei neu gegründeten Golfanlagen dient oft ein Container- oder ein Gartenhaus als provisorisches Clubhaus.

Weitere Gebäude dienen zur Unterbringung von Rasenmähern und Golf Carts (Elektroautos für Golfer. Schließlich gehört zu einem Golfplatz noch der Parkplatz, der manchmal in Bereiche für Mitglieder und Bereiche für Gäste unterteilt ist.

Jede Golfbahn beginnt mit der Fläche für den Abschlag. Daran schließt sich das Fairway an. Am Ende des Fairways folgt dann das Grün. Auf dem Grün befindet sich das Loch mit der Fahne. Da jeder Bereich, Abschlag, Fairway und Grün, unterschiedliche Eigenschaften aufweisen muss, werden auch unterschiedliche Rasensorten verwendet.
Die Grüns sind immer am kürzesten geschmäht, da hier der Ball sauber rollen können muss.

Der Bunker

Als weitere Elemente auf der Golfbahn findet man die Bunker (mit Sand gefüllte Löcher), Wasserhindernisse (Teiche, Wasserläufe) und natürlich das Rough (längeres Gras bis hin zu ungepflegtem Gelände), dass sich am Rande des Fairways befindet.

Ein typischer Golfplatz benötigt ca. 60 bis 90 Hektar für 18 Spielbahnen, mit einer Länge von etwa 5.000 bis 6.600 Metern. Inzwischen werden auch häufig kleinere Plätze – 9-Löcher, 6-Löcher oder sogar 3-Löcher – gebaut, die gerne von Golfern genutzt werden, denen nicht allzu viel Zeit zur Verfügung steht.

Die Sache mit dem PAR

Die Verteilung der Löcher und der Hindernisse, zum Bespiel Sandbunker und Teiche, übernimmt der Golfplatzarchitekt, dessen Fantasie keine Grenzen gesetzt sind – er muss sich aber grundsätzlich an die Vorgaben Par 3, Par 4 und Par 5 halten. „Par“ steht für die Standardschlagzahl, die ein geübter Golfer benötigt, um den Ball im Loch zu versenken. Die Länge der Löcher ist dabei auch fest vorgegeben: Bahnen mit bis zu 229 Metern sind ein Par 3, zwischen 230 und 430 Meter Länge sind die Bahnen ein Par 4 und Bahnen mit über 431 Metern sind ein Par 5.

Die Drivingrange auf einem Golfplatz. Grafik: vcg

Die Drivingrange auf einem Golfplatz. Grafik: vcg

Golfplatzlayout

Wie die Spielbahnen zueinander angeordnet sind wird als das Routing des Golfplatzes bezeichnet. Das Layout beschreibt, wie die einzelnen Spielbahnen gestaltet sind oder aber auch etwas allgemeiner, wie der Golfplatz in die Natur integriert ist.

Traditionelles Routing

Historisch hat es sich bei der Anlage von Golfplätzen entwickelt, dass die ersten 9 Löcher vom Clubhaus weg führten („out“) bis zu einem maximal entfernten Punkt des Golfplatzes. Dort kehrte man um und spielte 9 Löcher wieder zurück („in“) zum Clubhaus. Die Bezeichnung „out“ für die ersten 9 und „in“ für die zweiten 9 Löcher finden sich auch heute noch auf den Scorekarten der Golfplätze. Die Hintergrund für dieses „in“ und „out“ Modell war, dass man 9 Löcher in den Wind und 9 Löcher mit Rückenwind spielen sollte. Da sich der Golfsport auch an den windigen Küsten Schottlands entwickelt hat, waren die vorherrschenden Windrichtungen ein wichtiger Faktor bei der Planung des Routings.

Modernes Routing

Heute hingegen steht das Clubhaus oft in der Mitte des Golfplatzes, so dass dort jeweils eine Schleife von 9 Löchern beginnen und auch wieder enden kann. Dadurch hat man alle zwei Stunden (das entspricht der ungefähren Spielzeit für 9 Bahnen) die Möglichkeit zu entscheiden, ob 9 Löcher genug sind, oder ob man eine volle Golfrunde spielen will. Bei geschickter Planung können so 27 Löcher, also drei 9-Loch Schleifen, um ein Clubhaus herum gebaut werden. Das hat den Vorteil, dass man auf 18 Loch ein Turnier abhalten kann und immer noch 9 Loch für Spieler zur Verfügung stehen, die nicht an dem Turnier teilnehmen.

Golfplätze in Deutschland

Die Zahl der Golfplätze in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Zwölf neue Mitglieder ließen den Verband von 2015 auf 2017 aufnehmen, damit sind es insgesamt 859 Golfanlagen. Fünf neue Golfplätze bedeuten bundesweit 732 Spielmöglichkeiten. Hier gibt es eine Übersicht der Golfanlage in Bayern und Baden-Württemberg.

Golfplätze und Umweltschutz

Immer häufiger sieht man auf Golfplätzen auch bewusst unberührt gelassene Natur wie Wildblumenwiesen und abgestorbene Bäume. Zudem zeugen nicht nur aufgehängte Nist- und Fledermauskästen sowie Insektenhotels vom neuen Naturschutzbewusstsein der Golfer: „Golfplätze sind heute wichtige Ökosystemen und Landschaftsschutzgebiete, in denen bedrohte Tier- und Pflanzenarten eine neue, ungestörte Heimat finden“, so VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. Dr. Gunther Hardt, Vorsitzender des „Umwelt- und Platzpflegeausschusses“ des Deutschen Golf Verbandes (DGV), bestätigt: „Dank der Golfanlagen haben wir in Deutschland rund 50.000 Hektar Fläche, die ein enormes Potenzial für den Umwelt- und Naturschutz bieten.“

Artenreichtum

Längst gilt der Golfplatz nicht mehr als landschaftsverschandelnde Umweltsünde. In den Fokus ist der Nutzen der bundesweit rund 730 Golfplätze für Natur und Mensch gerückt: Experten zufolge bindet eine 18-Löcher-Anlage rund 500.000 Tonnen Staub im Jahr und produziert Sauerstoff für 7.000 Menschen. Inklusive Infrastruktur (Clubhaus, Parkplatz etc.) umfasst sie etwa 50 bis 70 Hektar. Intensiv gepflegte Fairways, Abschläge und Grüns machen rund die Hälfte dieser Fläche aus, der andere Teil ist jedoch naturbelassen. Es handelt sich dabei um Wald, naturnahe Gewässer und die Areale zwischen den Spielbahnen, die Roughs. Sie bleiben von Pflanzenschutz- und Düngemittel unberührt und bieten Tieren und Pflanzen Schutz. „Vom Wildwuchs des Roughs über das vier Millimeter Gras des Grüns, Wiesen und Hecken bis hin zum Hochwald – auf dem Golfplatz finden sich die unterschiedlichsten landschaftlichen Strukturen“, so Dr. Gunther Hardt. „Das ermöglicht einen Artenreichtum, den es bei keiner anderen Sportart gibt. Golfplätze bieten mehr Lebensraum als landwirtschaftlich betriebene Flächen. Sie sind also indirekt schon per se Naturschützer. Viele Anlagen setzen sich heute aber zudem aktiv für die Natur ein.“

Die Umweltschutzmöglichkeiten der Golfanlagen sind vielfältig. Dazu zählen Fördermaßnahmen für Wildbienen ebenso wie das Aufstellen von Bienenstöcken oder Anlegen einer Streuobstwiesen. Das Potenzial für den Umweltschutz wird, Dr. Gunther Hardt zufolge, von den Golfanlagen zunehmend erkannt. Viele kooperieren zum Beispiel mit regionalen Naturschutzorganisationen, Imkern und Behörden. „Die Golfer haben die Fläche, die Naturschutzverbände das Know-how –  die perfekte Symbiose“, so der Experte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Artenvielfalt auf dem Golfplatz reicht heute von gefährdeten Heuschrecken und Libellen über Nager, Igel und andere Kleintiere bis hin zu geschützten Vogel- und Pflanzenarten.

Golfplatz ist gesetzlich Parks

Vom Gesetzgeber als öffentlicher Park gewertet, gelten auf dem Golfplatz für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln strenge Regeln: Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft wird nur ein Bruchteil an Pflanzenschutzmittel und Dünger eingesetzt, natürliche Ressourcen werden bewusst geschützt. So betreiben zum Beispiel viele Anlagen heutzutage gezieltes Wassermanagement. Der Einsatz spezieller Sprinklerköpfe, die Messung von effektiven Verdunstungswerten und eine moderne Computersteuerung reduzieren den Wasserverbrauch auf ein Minimum. Zusätzlich wird das versickernde Wasser aufgefangen und in Reservoirs auf dem Golfplatz geleitet, die häufig als Wasserhindernisse für die Golfspieler dienen. „Das Vorurteil, dass Golfer die Natur zerstören, Giftspritzer und Wasserverschwender sind, die die Tiere mit ihrem Sport vertreiben, hat mit der Realität wenig zu tun“, betont Dr. Gunther Hardt.