Golfen nach einer Operation

Professor Ulrich Stöckle

Professor Ulrich Stöckle

Wir sprachen mit dem Ärztlichen Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen, Professor Ulrich Stöckle, über den richtigen Wiedereinstieg in den Golfsport nach einem Unfall.

„Wenn ich normal und gut laufen kann, dann kann ich nach und nach wieder Golfen“, sagt Stöckle. Der Unfallchirurg spielt in seiner Freizeit selber Golf, daher kennt er die Anforderungen, die der Sport an den Körper stellt, genau. Häufig sei es eine Kopfsache, wenn es nach einer Operation mit dem Wiedereinstieg in den Golfsport nicht richtig klappe. „Wenn man den Kopf nicht frei hat, dann geht es auch nicht.“ Häufig sei eine Art innere Bremse angezogen, die erst mal gelöst werden müsse.

Nach einer Operation sollte man zunächst immer mit normalen Alltagsaktivitäten beginnen. Für den Ärztlichen Direktor ist mit jeder Behandlung das Ziel verbunden, den Zustand vor der Behandlung wieder herzustellen.

„Ich kann nicht mit Stützen auf den Platz gehen“, stellt er klar. Grade am Anfang komme es darauf an, erst wieder langsam zu beginnen.

Am kompliziertesten, so der Chirurg, seien Kombinationsverletzungen, bei denen Arme und Beine betroffen sind. Für jeden Bruch müsse man etwa acht bis sechs Wochen rechnen, bis dieser fest werde. Die Selbe Zeit müsse man dann noch mal drauf rechnen, bis man wieder mit sportlichen Aktivitäten beginnen kann.

Und dann sollte man etwa zunächst mit dem Putten, und nicht mit vollen Schlägen, beginnen. Sich moderat zu steigern sei wichtig. Und wenn es dann auf den Platz geht, kann auch ein Golfcart eine Hilfe sein.

Häufig würden sich Patienten selbst überfordern. „Bei Schmerzen sollte das Programm reduziert werden“, so der Professor. Man müsse offen zu sich selbst sein und dürfe sich nicht überfordern. Neben dem Golftraining sei auch ein paralleler Muskelaufbau wichtig. Und der Mediziner gibt zu bedenken: „Nicht gleich mit dem ersten Schlag muss es wieder so funktionieren wie vor der Verletzung.“

 

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