Das soll einer der besten Golfplätze an der Ostsee sein? Die Adresse, Zum Belvedere, trägt ihren Namen zwar zu Recht – der Ausblick über die steinzeitliche Endmoränenlandschaft ist wirklich schön. Aber das Clubhaus! Eine Art Containerzeile mit Efeubewuchs und kleiner Terrasse. Ein neues repräsentatives Clubhaus war mal in Planung – samt 72 Residenzen, die Platzeigentümer Anno-August Jagdfeld für den Luxus liebende Golfer bauen lassen wollte. Aber davon hört man schon länger nichts mehr, erzählt mir mein Flight-Partner Thomas Altenberger (56). Er ist seit 2001 der Barchef im benachbarten Grand Hotel Heiligendamm, nach einer langen Karriere in den besten Häusern Wiesbadens, Frankfurts und Berlins. Heute mitgebracht hat er seinen Chef de Rang, David Heydorn, der ihn um Haupteslänge überragt.

Schon der Abschlag an der 1 lässt die Baracke vergessen. Ein Par 5 mit weitem Blick über sanfte Hügel wie im Teletubby-Land, idyllische Weiher und urzeitliche Felsbrocken. Der 26-jährige David schlägt mit beeindruckender Präzision ab. Erst jetzt erfahre ich, dass er ein Handicap von 2,9 hat. Er kommt aus einer Golferfamilie und spielt seit seinem fünften Lebensjahr. Das macht mir allenfalls Hoffnung auf die Nettowertung.
Seit dem Jahr 2020 lebt der gebürtige Kieler an diesem Teil der Ostsee – zunächst als Auszubildender im Hotelmanagement des hochkarätigen Grand Hotels Heiligendamm. Sein Chef dort, Hoteldirektor Fabian Engels, hat dabei ein glasklares Ziel:
„Unser Ziel ist es zur Spitze der europäischen Resort- und Ferienhotellerie zu gehören. Die enge Verbindung zum Golf Resort Wittenbeck ist dabei ein wichtiger Baustein. Und wenn unsere Gäste abends auf der Bar-Terrasse mit Blick aufs Meer sitzen, weiß ich, dass wir unseren Teil zu einer unvergesslichen Golfreise beigetragen haben.“
Dabei helfen außerdem ein großer Außenpool, modernste Computer- und Telefontechnik, ein neuer Rundum-Anstrich für die Weiße Stadt am Meer und volle Unterstützung für das Team um Spitzenkoch Ronny Siewert. Dessen kleines Restaurant Friedrich Franz soll nämlich das erste zweifach besternte in ganz Mecklenburg-Vorpommern werden.
Einen Startvorteil gegenüber anderen Luxusresorts hat das Hotel: Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1793 zurück, als Deutschlands erstes Seebad hier gegründet wurde. In der Folge gaben sich die Zarenfamilie und der europäische Hochadel in Heiligendamm die Klinke in die Hand.
Zarenhaft sieht auf dem zunehmend sonnigen Platz niemand aus. Allerdings treffen wir auch kaum jemand aus der Nähe. Vielleicht, weil alle eine ähnliche Spielgeschwindigkeit haben, vielleicht weil der stramme Sommerwind so manchen Sonntagsspieler vom Golfen abgehalten hat.
Die ohnehin schwer zu spielenden, liebevoll geschwungenen Grüns machen selbst das Putten zu einem kleinen Kampf gegen die Naturgewalten. Dem Binnenlandgolfer verhungert da so mancher Putt im Gegenwind, und bei Rückenwind geht es flott Richtung Vorgrün.
Auch wenn der langjährige Geschäftsführer Werner Gallas zusammen mit Platzarchitekt Achim Reinmuth bei der Gestaltung der 2007 eröffneten 27-Loch-Anlage beherzt so manches Moränental tiefer, so manchen Hügel höher gelegt hat – die Natur hat sich längst wieder artenreich eingerichtet. Die Wasserfläche beträgt insgesamt stattliche fünfeinhalb Hektar. Bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von drei Metern kommt da genügend Wasser für die Platzbewässerung und für eine halbe Arche Noah zusammen. Feuersalamander, Kammmolche, Eisvögel, europäische Flusskrebse, Saiblinge und (leider) auch etliche ständig hungrige Kormorane haben den Weg auf den Golfplatz gefunden. Werner Gallas: „Wenn einmal im Jahr die Balltaucher kommen, protokollieren die auch den Bestand von Teichmuscheln in Bitterlingen. Die leben nämlich in einer Symbiose, die es nur bei exzellenter Wasserqualität gibt.“
Fischotter lassen sich auch zuweilen blicken und an Loch 4 hauste mal eine Füchsin mit ihren überhaupt nicht scheuen Jungen – im Club kursiert auf so manchem Smartphone ein herzerwärmendes Video davon.
Schon der Abschlag an der 1 lässt die Baracke vergessen. Ein Par 5 mit weitem Blick über sanfte Hügel wie im Teletubby-Land, idyllische Weiher und urzeitliche Felsbrocken.
Zur kompletten Reportage.
Kommt man nach Heiligendamm, spürt man sofort die Besonderheit dieses Ortes. Doch versucht man dies in genauere Worte zu fassen, dann wird es schwer. Ist es der Strand, die rauschenden Wellen, oder doch die strahlend weißen Gebäude, die sich an der Promenade aneinander reihen. Wahrscheinlich ist es alles zusammen, was Heiligendamm so besonders macht.
Mehr über das Hotel in unserer Reportage.
Sternerestaurant Friedrich Franz
Im Grand Hotel Heiligendamm verteidigt Küchenchef Ronny Siewert zusammen mit seinem Team auch im 16. Jahr seines Wirkens erfolgreich den begehrten Michelin Stern im Restaurant Friedrich Franz. Diese prestigeträchtige Auszeichnung honoriert nicht nur die kontinuierliche Hingabe zur Spitzenqualität, sondern auch die Authentizität und naturnahe Zubereitung der Gerichte.
Ronny Siewert äußerte seine Dankbarkeit über die erneute Anerkennung durch den Michelin-Führer und betonte die Bedeutung einer ehrlichen Küche, die auf exzellente und frische, unbehandelte Produkte setzt. Hoteldirektor Mathias Gerds zeigt sich ebenfalls stolz über die verdiente Würdigung des Engagements und der Leidenschaft des Teams.
Die Wiedereröffnung des vielfach ausgezeichneten Gourmet Restaurants Friedrich Franz ist für Mitte April 2024 geplant, nach umfangreichen Renovierungsarbeiten kehrt das Team in eine neue, bestens ausgestattete separate Küche zurück. Zudem steht die Sommerausgabe von „Ronny Siewert & Friends“ am Samstag, dem 8. Juni 2024 bevor, bei der eine Auswahl deutscher Spitzenköche ihre Kreationen präsentieren werden.






























































1 Kommentar
Sie haben alles in ihren Artikel reingebracht, was richtig u wichtig ist.
So dass man gar nicht merkt, dass es
auch gute Werbung ist, chapeau!