British Open

„The Open Championship“, außerhalb Großbritanniens manchmal auch „British Open“ oder nur kurz „The Open“ genannt, ist das älteste der vier Major-Turniere.
Erstmals ausgetragen wurde es im Jahr 1860 im Prestwick Golf Club. Damals spielten nur acht Spieler den Titel unter sich aus. Auf dem 12-Loch-Golfplatz von Prestwick wurden an einem Tag drei Runden gespielt. Durchsetzen konnte sich damals Willie Park Senior.

Er bekam für seinen Sieg den damaligen „Pokal“, einen roten Ledergürtel mit silberner Schnalle.
Das erste Preisgeld wurde dann im Jahr 1864 eingeführt. Der Sieger erhielt stolze sechs Pfund.
Nachdem Young Tom Morris 1870 zum dritten Mal die Open gewann, ging der Gürtel in seinen Besitz über.
Seitdem, also seit über 130 Jahre, gibt es für den Sieger alljährlich den wohl berühmtesten und wichtigsten Pokal in der Golfwelt zu gewinnen, den Claret Jug.
1892 dann wurde das Turnier erstmals über 36 Löcher ausgetragen.

Interessant ist der Fakt, dass bis 1939 lediglich zwei Profis, die nicht aus Großbritannien stammen, die British Open gewinnen konnten. Einer von beiden war der nicht ganz unbekannte Walter Hagen im Jahr 1922.
Früher war die British Open trotz dass sie zu den Majors zählte nicht sehr beliebt. Unter anderem, weil die PGA Tour das für die Amerikaner viel wichtigere PGA Matchplay Championship an exakt dem gleichen Termin veranstaltete. So spielte beispielsweise Bobby Jones, damals mit Abstand bester amerikanischer Spieler, nur eine einzige British Open, da er lieber die Turniere der PGA Tour für sich entscheiden wollte. 1953 gewann er natürlich bei seiner einzigen Teilnahme direkt.
1959 dann begann die Zeit der drei Golflegenden Jack Nicklaus, Arnold Palmer und Gary Player. Sie machten die nächsten 20 Jahre fast alle Siege mehr oder weniger unter sich aus, was die Dominanz der drei in den 60ern und 70ern bestätigt.
Erst 1995 wurde The Open in den PGA Tour Kalender aufgenommen und bekam damit eine eigene Woche, wo kein anderes Turnier stattfindet. Diesen Schritt ging man, um eine gewöhnliche Major-Atmosphäre zu schaffen und die Besten der Besten dabei zu haben.

Das Wort „Open“

Das Wort „Open“ im Namen steht dafür, dass jeder Golfer der Welt die Chance hat, sich für dieses Turnier zu qualifizieren, egal ob Professional oder Amateur.
Falls es zu einem Stechen kommt, wird dies bei der British Open traditionell über vier Löcher im Zählspiel ausgetragen. Falls es dann noch keinen Sieger gibt, folgt ein Sudden Death Loch für Loch.

Der Austragungsort

Der Austragungsort der British Open wechselt jährlich. Es gibt eine Liste, in der momentan neun Plätze stehen, welche rotierend als Austragungsort gewählt werden. Traditionell sind alle diese neun Plätze Links-Kurse.
Dieses Jahr fiel die Wahl auf Royal Birkdale, wo die Open zuletzt im Jahr 1998 ausgetragen wurde.
1954 wurde hier zum ersten Mal gespielt. Seit der Platz der Rotationsliste angehört, wurde nur auf dem noch älteren und traditionelleren St. Andrews Old Course öfter gespielt als in Royal Birkdale.
Gegründet und gebaut wurde der Platz im Jahr 1889 von Fred Hawtree, der ihn im Jahr 1922 noch einmal veränderte.
Seitdem hat sich außer ein paar Yards Länge nichts mehr am ursprünglichen Design und Layout verändert.
In diesem Jahr müssen die Profis 7.173 Yards bei einem Par von 70 bewältigen. Klingt sehr lang, durch die Gegebenheiten der Linksplätze spielt sich das jedoch um einiges Kürzer.

Im Normalfall laufen, rollen und springen die Bälle noch gute 40-50 Meter auf dem Fairway, nachdem sie gelandet sind. Durch den extrem trockenen und dadurch harten Boden fällt es teilweise sogar schwer, die Grüns mit einem kurzen Eisen anzuspielen, da die Spieler keinen Spin auf die Bälle bekommen.
Sehr entscheidend ist die Tatsache, dass keine zwei Löcher des Platzes, die hintereinander gespielt werden, in die gleiche Richtung gehen. Dies ist insofern von wichtiger Bedeutung, da der Wind bei den British Open immer eine sehr große Rolle spielt. So können sich die Spieler also nicht richtig auf eine Windrichtung einstellen, da sie am nächsten Loch wieder in eine komplett andere Richtung spielen müssen.
Das ist auch ein Hauptgrund, warum die Ergebnisse in St. Andrews immer deutlich niedriger sind als bei den übrigen Plätzen. In St. Andrews verlaufen die ersten neun Löcher in eine Richtung und die zweiten neun gehen in genau der anderen Richtung zurück. Neben der British Open war Royal Birkdale in der Vergangenheit auch schon Austragungsort von diversen anderen tollen Events. Highlight war während den 60er Jahren zweimal die Austragung des Ryder Cups.

Ehemalige Sieger

Dieses Turnier wurde von fast jeder Golfgröße schon mindestens einmal gewonnen. Rekordhalter ist Harry Vardon mit insgesamt sechs Siegen zwischen 1896 und 1914.

Tom Watson folgt mit fünf Siegen, gefolgt Walter Hagen mit vier Siegen oder auch Nicklaus, Player, Faldo oder auch Woods mit jeweils drei Siegen.

Interessant ist, dass seit den 80er Jahren die Amerikaner das eigentlich amerikanisch-untypische Turnier dominieren.15 der letzten 24 Open Championship gewann ein Amerikaner. Ernie Els (2002) und Padraig Harrington (2007) sind sogar die einzigen nicht-amerikanischen Sieger seit zwölf Jahren.

Das Teilnehmerfeld 2008

Einmal mehr sind hier wieder die Besten der Welt am Start. Zwei prominente Ausfälle sind leider zu verzeichnen. Neben Tiger Woods, der Nummer 1 der Welt, der wegen einer Knieoperation ausfällt, musste auch Luke Donald, 19. Der Weltrangliste, aufgrund einer Verletzung schon vor Beginn des Turniers die Segel streichen.

Somit fallen zwei Spieler aus, die beide zu den Favoriten auf den Titel zählten, Woods sogar als absoluter Topfavorit.
Jedoch auch Donald hätte in seiner Heimat definitiv um seinen ersten Majorsieg mitspielen können.
So zählen in dieser Woche zu den Topfavoriten:
– Sergio Garcia: er spielt tolles Golf in den letzten Wochen und hat bei der Players Championship gezeigt, dass er auch noch große Turniere gewinnen kann. Momentan liegt er auf Rang sieben der Weltrangliste.
– Ernie Els: ist ein absoluter Dauerbrenner, was die British Open angeht. Jedes Jahr, egal in welcher Form er sich befindet, zählt er zu den Favoriten und schneidet immer gut bis sehr gut ab. Els liegt momentan an Position sechs der Welt und hat in diesem Jahr noch nicht sein bestes Golf gezeigt, was ihn noch hungriger auf den Sieg machen dürfte.
– Phil Mickelson: obwohl Europa nicht zum Gebiet des Phil Mickelson gehrt und er in der letzten Woche in Loch Lomond nicht überzeugen konnte, muss die Nummer zwei der Welt hier auf jeden Fall zu den Favoriten zählen. Mickelson ist immer und berall in der Lage, ein Turnier zu gewinnen und durch sein fantastisches kurzes Spiel wird er hier gegenber dem Rest des Feldes einen großen Vorteil haben. Es gibt keinen im Feld, der sich so gut wie Mickelson aus prekären Lagen rund um das Grün retten kann.
Zum erweiterten Favoritenkreis würde ich noch Spieler wie Lee Westwood, Padraig Harrington oder auch Justin Rose zählen.

.Nichtsdestotrotz sind gehören Spieler wie Stewart Cink, Adam Scott oder auch Geoff Ogilvy zu den besten der Welt. Es ist jedoch ihre Spielweise, die sie wohl an einem British Open Sieg hindern wird.

Außenseitertipps kann man zum Beispiel auf Grame McDowell riskieren, der letzte Woche mit der Scottish Open die offizielle Vorbereitung auf diese Woche gewann, eines der am hchsten angesehen Turniere der European Tour.

Ebenso nicht zu unterschätzen ist Martin Kaymer, einer der zwei Deutschen im Feld. Kaymer spielt momentan nicht viele Turniere, wenn er jedoch etwas spielt, ist er vorne mit dabei oder gewinnt. Mittlerweile befindet sich Kaymer schon auf Rang 31 der Welt, Tendenz steigend! Er bestreitet hier das dritte Major seiner Karriere. Bisher musste er bei der US Open und dem Masters jedoch beide Male einen verpassten Cut hinnehmen.
Zweiter Deutscher im Feld ist Alex Cejka, der sich last minute durch gute Platzierungen in den letzten Wochen auf der PGA Tour noch qualifizieren konnte. Ihm rechne ich allerdings keine Chancen aus.