Mit „Functional Training“ fit fürs Golfen

Der Körper als Trainingsgerät – beim Functional Training stehen das eigene Körpergewicht und Muskelgruppen im Fokus. Populär wurde diese Idee durch Startups wie Freelethics. Warum das populäre Workout auch für Golfer eine sinnvolle Trainingsergänzung sein kann, erfuhr die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) von Personal- und Golf-Fitness-Trainer Michael Kleist.

Zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr erreicht der Körper in puncto Muskelmasse sein Optimum, dann baut er ab. „30 bis 40 Prozent weniger Muskelmasse im Lauf des Lebens und weitere altersbedingte Veränderungen sind normal. Regelmäßige Bewegung wirkt physischen Einschränkungen entgegen und schützt vor Verletzungen“, erklärt der Personal- und Golf-Fitness-Trainer Michael Kleist. Abhängig vom eigenen Ziel und Trainingsstand ist Functional Training besonders effektiv. Bei dieser Trainingsmethode stehen Grundbewegungen wie laufen, hüpfen, drehen, die Stabilisation der Gelenke und des Rumpfes im Mittelpunkt. Das ganzheitliche Muskeltraining ist für Golfer von hohem Nutzen: „Dehnen, mobilisieren, stärken – auch am 15. Loch habe ich dank Functional Training noch die Kraft und Koordinationsfähigkeit, mich auszubalancieren und den Ball weit zu schlagen, sprich einen stabilen Stand und mehr Schlaglänge zu haben. Das ist optimal für die Ausübung des Golfsports!“, so der Gesundheitsfachmann.

Fit für den Alltag und die Runde

Im Gegensatz zum klassischen Krafttraining im Fitnessstudio, bei dem das Trainingsgerät die Bewegung vorgibt und keine starke Stabilisation von den Gelenken, Sehnen und Muskeln gefordert ist, werden die Muskeln beim Functional Training nicht isoliert trainiert, sondern ganze Muskelketten gleichzeitig angesprochen und Bewegungsabläufe geübt. „Im Functional Training wird der eigene Körper zum Trainingsgerät, das heißt das eigene Körpergewicht und die gesamte Körpermuskulatur sind gefordert. Beim klassischen Liegestütz zum Beispiel arbeiten alle großen und viele kleine Muskelgruppen zusammen.“, so Kleist. „Die komplexen Übungen kräftigen den Körper im Ganzen. Dabei können auch Zusatzgeräte wie zum Beispiel Kettlebells, Langhanteln oder Medizinbälle eingesetzt werden. Es geht darum, den Körper zu stabilisieren und ihn samt Sehnen und Gelenken für den Alltag und die sportliche Belastung fit zu machen.“

Standhaft bleiben

Das Workout stärkt die Muskulatur, verbessert aber auch die motorischen und koordinatorischen Fähigkeiten. Es trainiert Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Körpergefühl und Haltung. Die meisten Übungen werden stehend durchgeführt. Als Hauptstabilisator steht der Rumpf im Fokus. Durch die Rotation im Oberkörper wird beim Golfen insbesondere der Rücken beansprucht, eine Region des Körpers, die Probleme bereiten kann, wenn sie muskulär nicht gut ausgebildet ist. „Eine stabile Hüfte, starke Bauchmuskeln und Schultern sind wichtig für einen standhaften Körper, zum Beispiel am Abschlag oder im Bunker. Ebenso wichtig sind gerade auch beim Golfen eine gewisse Muskelspannung und das Gefühl für den eigenen Körper in Bewegung“, erläutert Kleist.

Natürlich fit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt täglich mindestens 20 bis 30 Minuten moderate Bewegung als Herz-Kreislauf-Training (joggen, schwimmen, radeln etc.). Zusätzlich sollte an zwei oder mehr Tagen Krafttraining für die Muskeln stattfinden. Kleist rät Golfern deshalb, zu mindestens zwei Mal Functional Training in der Woche: „Zur Kräftigung, Verletzungsprophylaxe und Schulung des Gleichgewichtssinns ist funktionelles Training besonders effektiv“, so der Experte. Liegestütze, Kniebeugen, Ausfallschritt – die Übungen sind mit Fitness-DVDS oder Apps ohne viel Equipment einfach allein zu Hause durchführbar „Wer in einer Gruppe trainiert, hat aber möglicherweise mehr Anreiz und Spaß“, sagt Kleist. „Die meisten Fitnessstudios und Sportvereine bieten heute Functional Training an.“ Alter und Fitnesslevel spielen bei dem Trend-Training keine Rolle. „Egal, ob man, abhängig von den eigenen Zielen, eher auf das klassische oder aber funktionelle Training setzt, wichtig ist, dass man sich überhaupt bewegt und somit auch im Alter die Muskelkraft, seine Mobilität und Stabilität erhält“, so Kleist. „Mit Functional Training kann man auf natürliche Weise fit bleiben, abwechslungsreich trainieren und ist optimal zum Beispiel auf viele weitere Golfrunden vorbereitet.“

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