Jeder Schaft hat einen Sweetspot

Seit einigen Jahren schwören viele Tourspieler auf ein Verfahren, das die Leistung jedes Schaftes, egal ob aus Stahl oder Graphit, deutlich verbessert: auf das „Puring“ . Seit diesem Sommer ist dieses Tuning für Golfschäfte erstmals auch in Deutschland verfügbar. Der PGA Professional Andreas Nottebaum erwarb mit seiner Firma ClubFixx in Neuss Hummelbachaue die Lizenz für Deutschland.

Mit dem patentierten Verfahren der Firma „SST PURE“ wird jeder Schaft in die optimale Ausrichtung gedreht und damit die Wahrscheinlichkeit, den Ball im Sweetspot des Schlägerkopfes zu treffen um bis zu 51 Prozent gesteigert. Dadurch werde eine Verbesserung zwischen 60-90% gewährleistet, verspricht der Hersteller.

Schaft beim Puring. Foto: PR.

Dazu muss man wissen, das Golfschäfte von Herstellern und Clubmakern so eingebaut werden, dass das Logo nach oben zeigt, die so genannte „logo up position“. Dick Weiss, ein amerikanischer Senior-Tour-Spieler, Golfclub-Eigentümer und Clubmaker, entdeckte Ende der neunziger Jahre durch Zufall, dass sich die Performance all seiner Schläger spürbar verbesserte, nachdem er den Schaft so eingebaut hatte, dass er das ihn störende Logo des Schaftherstellers beim Ansprechen nicht mehr sah.

Weiss wurde neugierig, forschte, experimentierte und investierte rund sieben Millionen Dollar, um ein Verfahren zu ermitteln, aus jedem Schaft die optimale Performance heraus zu holen. Er gründete die Firma Strategic Shaft Technology (SST) PURE. Mittlerweile hat die Firma SST PURE mit ihren Tour Vans auf der PGA Tour und der European Tour sowie mit einigen Lizenznehmern in aller Welt viele Millionen Golfschäfte „gepured“, darunter auch die von Brandt Snedeker und Matt Kuchar.

Nach einem Bericht der amerikanischen Zeitung „Golfweek“ wählte Tiger Woods in einem Blindtest Schläger aus zwei von zehn Schlägersätzen aus. Es waren genau die beiden Schlägersätze mit „gepureten“ Schäften von SST Pure.

Was geschieht beim „Puring“?

Jeder Schaft, egal ob Graphit oder Stahl, weist fertigungsbedingt strukturelle Unregelmäßigkeiten auf. Das patentierte Verfahren von SST PURE – weltweit über 70 Patente – analysiert diese Unregelmäßigkeiten und minimiert sie dadurch, dass der Schaft gedreht und so eingebaut wird, dass die seitliche Oszillation (abweichend von der Schwungebene), in der Fachsprache „out of plane oszillation“, des Schafts minimiert wird. Die SST Pure Technologie ist vergleichbar mit dem Auswuchten eines Autoreifens.

Schäfte können vor dem Einbau „gepured“ werden oder aber es findet ein sogenanntes „Retro-Puring“ statt. Dafür müssen natürlich Schlägerkopf und Griff entfernt werden und der Schläger anschließend wieder zusammen gebaut werden. Die Kosten eines „Puring“ belaufen sich je nach Art des Griffs, der aufgezogen werden muss,  zwischen 55 und 60 Euro. Wer alle Eisen, Hybrids und Metallhölzer „puren“ lässt, erhält ab acht Schlägern einen Nachlass von 10 Prozent.

 

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