Golfen südöstlich von München

Eine Woche Urlaub liegt vor uns, aber wo sollen wir hinfahren? Die Fairways im Norden und in der Mitte Deutschlands waren im Sommer eher braun als grün durch die lang anhaltende Hitze. Das Alpenvorland hat es dieses Jahr besser erwischt. Zwar war es hier auch heiß, aber es gab immer mal wieder Regenschauer, so dass uns ein Blick in die Webcams bestätigt, dass hier die Bahnen in einem guten Zustand sind.

Im Südosten von München gibt es etliche Golfclubs, die alle nicht weit auseinander liegen. Wir fahren die folgende Tour mit unserem Wohnmobil, aber auch mit einem zentral liegenden Standort (z.B. in Grafing, Ebersberg oder sogar München) sind alle Golfclubs problemlos in kürzester Zeit zu erreichen.

Wir starten im Süden mit dem Golf Valley (Par 72, 6202 m von Gelb /A+B), einem relativ neuen 27-Loch-Designer Course und einem 9-Loch-Golfpark. Der Club rühmt sich, einer der sportlichsten und längsten Plätze Deutschlands zu sein. Bevor wir auf die Runde gehen, fällt uns die riesige Range auf. Sie ist überdurchschnittlich gut besucht, mit Flutlicht und kostenlosen Rangebällen ausgestattet und man kann wirklich jede Spielsituation simulieren. Wir checken ein und spielen auf Anraten den B+C-Kurs. Das Greenfee siedelt sich im oberen Bereich an. Vorher noch ein Blick in den sehr gut ausgestatteten Proshop geworfen und dann geht’s los. Alle 3 Schleifen haben eher Linkscourse-Charakter mit herrlichen Ausblicken auf die Bergkette vom Wendelstein bis hin zur Zugspitze. Das Layout ist stimmig und gut mit langen, welligen, breiten Fairways, Wasserhindernissen und schnellen, glatten, ondulierten Grüns, die einen öfters den Score verderben. Der C-Kurs hat uns am besten gefallen. Loch 2 ist ein sehr schönes Par 5, und das 4. Loch (Par 4) hat einen erhöhten Abschlag. Da muss man nach rechts über eine Reihe Bunker zielen. Spielt man zu weit rechts, landet der Ball im dichten Rough.

Das war schon mal ein guter Auftakt in die Golfwoche.

Wir fahren knapp 20 km zum nächsten Golfclub, dem Golfclub Mangfalltal (Par 72, 5767 m von Gelb). Das 1833 erbaute, gemütliche Clubhaus liegt leicht erhöht und hat eine schöne Terrasse mit Fernblick, auf der man sich eher auf einer Alm wähnt, denn auf einem Golfplatz. Sehr freundlicher Empfang im Sekretariat. Die ersten 9 Bahnen sind relativ eben in eine Wiesenlandschaft eingebettet mit weitläufigen Fairways, die so manchen Fehlschlag verzeihen und auch etwas ungeübteren Spieler viel Spaß bereiten. Hier kann man seinen Score zusammenhalten, allerdings lauert rechts und links hohes, ballverschlingendes Rough. Die back-nine sind anspruchsvoller mit Höhenunterschieden, Hecken, Biotope und teilweise blinden Schlägen. Zielpfosten erleichtern die Orientierung. Teilweise wird es sehr eng, mit Bäumen mitten auf dem Fairway und man muss taktisch spielen. Für manchen Fehlschlag entschädigen die traumhaften Bergblicke. Ein tolles Loch ist die 13 (Par 4) und die 18, ein Par 3 mit Blick auf das Clubhaus. Es sind knapp 200 m von Weiß übers Wasser auf ein kleines, höherliegendes Grün. Sehr guter Pflegezustand auf dem gesamten Platz. Nach getaner Arbeit sollte man unbedingt die leckere Küche probieren.

Wieder nur 20 km Fahrt und wir sind beim Golfclub Schloss Elkofen (Par 71, 5774 m von Gelb). Der Platz ist wunderbar ruhig in die oberbayerische Moränenlandschaft eingebettet mit schönem Blick auf die Alpen. Die Range, die Übungsanlagen und Tee 1 liegen eng beieinander, so dass man schnell mit der Runde beginnen kann. Der Platz ist hügelig mit breiten Fairways und relativ großen, spurtreuen Grüns, die von taktisch platzierten Bunkern verteidigt werden. Diese sind mit feinem Sand gefüllt und überhaupt befindet sich der Kurs in einem sehr guten Pflegezustand.  Auf Bahn 1-11 geht es teilweise eng zu, mit altem Baumbestand. Danach wird es offener mit hohem Rough rechts und links. Bahn 9, das schwierigste Loch, ist ein langes Par 4 mit 437 m von Gelb. Nach der 10 erwartet die Spieler eine Halfwayhütte mit Trinkwasserspender und Toiletten. Loch 13 (Par 4) erfordert einen langen Abschlag über einen Teich und die nächste Bahn ist ein langes Par 5 mit 544 m von Gelb. Positiv aufgefallen ist uns die Freundlichkeit der Leute, sei es im Sekretariat, bei den Greenkeepern, den Mitgliedern und im Restaurant. Dieses hat zwar nur eine kleine Karte, dafür wird alles frisch zubereitet.

Im Wasserburger Land

15 km weiter und wir sind im Wasserburger Land im Golfclub Pfaffing. Uns erwartet ein großzügiger Parklandcourse mit altem Baumbestand, ohne blinde Abschläge, reizvollen Doglegs und tollem Panorama. Alle 18 Bahnen wurden der natürlichen Topografie angepasst und verlaufen im leicht hügeligen Gelände durch teils bewaldete, teils offene Landschaft. 67 nach schottischem Vorbild angelegte Pottbunker und große, schnelle Grüns erschweren das Spiel. Knifflige Par 3 Löcher. Guter Pflegezustand mit Ausnahme der Bahnen 12 und 13. Auf den Bahnen 1-9 kommt häufiger Wasser ins Spiel, sei es in Form von Seen oder durch Bachläufe.

Der Empfang im Sekretariat war wieder sehr freundlich. Der anschließende Restaurantbesuch beim „Steirer“ hat uns nicht so überzeugt. Kleine Portionen, deftige Preise und ein fast schon aufdringlicher Kellner schmälerten leider den sonst so positiven Eindruck vom Club.

Wieder nur eine kurze Fahrt (13 km) zum Golfclub Ebersberg (Par 72  5972 von Gelb). Große Parkplätze und wieder ein nettes Willkommen im Sekretariat. Neben dem Meisterschaftsplatz gibt es noch einen öffentlichen 9 Loch Platz.

Das all gegenwärtige wunderbare Alpenpanorama begleitet uns auch diesmal wieder auf dem familiären, sportlichen Platz, dessen Spielbahnen harmonisch in die naturbelassene Topografie mit ihren Steigungen und Senken, begleitet von Wäldern, eingebettet wurden. 40 Bunker in Fairwaymitte, Teiche und Bäche, die die Fairways kreuzen oder begleiten erschweren das Spiel und machen es interessant. Die Anlage ist sehr weitläufig und die Spielbahnen großzügig voneinander getrennt. Das Anspiel auf das Grün von Loch 1 wird erschwert durch einen See auf der linken Seite, einem Wassergraben rechts und 2 Bunker. Loch 7 ist ein wasserreiches Dogleg, bei dem der erste Schlag schon sitzen muss, sonst landet man in einem der kleinen Teiche auf der rechten Seite. Das relativ kleine Grün, ist zudem auf drei Seiten von Wasser flankiert. Loch 8 (Par 3) wird von Gelb auf fast gesamter Länge von Wasser begleitet, das diagonal und frontal überspielt werden muss. Loch 18 bietet noch einmal einen tollen Alpenblick. Das kleine Grün liegt tief unten direkt vor dem Clubhaus und wird durch Bunker gut geschützt.

Das Clubrestaurant, das von einem Italiener bewirtet wird, bietet sehr schmackhaftes Essen. Bei schönem Wetter lädt die Terrasse mit Blick auf Loch 18 ein.

Am Nachmittag lassen wir das Auto stehen und fahren mit der S-Bahn von Ebersberg ohne Umsteigen in einer halben Stunde bis zum Stachus nach München und beenden den Tag mit einem Stadtbummel.

Eine Woche – sechs Golfplätze

Zum nächsten und letzten Club unserer Tour, dem Golfclub Thailing (Par 72, mit 5817 m von Gelb) könnte man fast zu Fuß gehen, denn es sind nur 2 Kilometer. Gemeinsam haben sie den traumhaften Blick auf die Alpen. Wir haben den Platz vor etlichen Jahren schon einmal gespielt. Danach kam der Club ins Straucheln, bis eine neue Clubführung große Investitionen getätigt hat. Der Pflegezustand ist optimal. Nicht ganz so gut und etwas erzwungen, ist die Verlegung von Loch 1, einem Par 3. Man muss den Berg Richtung Range hinaufkraxeln, um danach wieder einen längeren Weg zum Abschlag 2 zu laufen. Aber dann gibt es nichts mehr auszusetzen. Ab Loch 4 beginnt das „No Score Valley“. Es ist auch das schwierigste Loch mit erhöhtem Grün. Am Loch 5 sollte der erste Schlag vor das Wasserhindernis platziert werden und danach muss man sich vor den drei Bunkern, die das Grün schützen, in Acht nehmen. Loch 13 bis 15 sind die wasserreichsten Löcher auf dem Platz. Loch 13, ein Par 5, hat zwei Quergräben und noch weitere Wasserhindernisse, so dass taktisches Spiel gefordert wird. Loch 14 (Par 3) wird über Wasser auf ein zweistufiges Grün gespielt, auch hier muss der Schlag genau sitzen, sonst landet der Ball im Bunker. Das längste Loch mit 518 m von Gelb weist mehrere ballschluckende Quergräben auf. Das Grün von Loch 18 endet dann publikumswirksam vor dem heimeligen Clubhaus mit toller Terrasse. Hier lassen wir bei gutem Essen den Tag ausklingen.

Hinter uns liegt eine erlebnisreiche Woche mit sechs unterschiedlichen Golfplätzen. Alle hatten ein wunderschönes Alpenpanorama und waren in einem super Pflegezustand. Hier haben die Greenkeeper tolle Arbeit geleistet. Was außerdem positiv in Erinnerung blieb, waren die kurzen Wege zwischen den Clubs, das gute Essen und die Herzlichkeit, mit der wir empfangen wurden.

Birgit Grimm

Über Birgit Grimm

Birgit Grimm war Sportlehrerin und begann 2006 mit dem Golfspiel. Seitdem hat Sie auf rund 300 Plätzen gespielt. Sie reist am liebsten mit dem Wohnmobil und das vorzugsweise in Deutschland, Frankreich, Italien und Tschechien. Von diesen Reisen berichtet Sie im Golfsportmagazin. Birgit Grimm ist glücklich verheiratet, hat 2 Kinder und eine Enkeltochter.

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