Anreise durch die Villengegend

Die Anfahrt zum Club ist, auch für Ortsunkundige, recht gut lsbar. Aus Richtung Marbella kommend und die Nationalstrasse N-340 (auch als A-7 bezeichnet) nach Westen fahrend wird die Abfahrt Puerto Bans passiert und dann hinter dem Casino Marbella die Ausfahrt “Nueva Andaluca” gewhlt. Von Westen, aus Richtung Estepona kommend, wird ebenso die gleichnamige Ausfahrt genutzt. Von hier aus wird bergan in Richtung Norden durch das Wohngebiet gefahren, immer den Schildern “Campos de Golf” folgend, bis schlussendlich das Clubhaus an einem Kreisverkehr liegend erreicht wird.

[fett]Clubhaus in typischem Landesstil[/fett]

Das Clubhaus wirkt relativ komplex, hat keine erschlagend riesigen Ausmae, bietet aber im Inneren ein komplettes Angebot an Komfortmerkmalen. Hervorstechend in der Gebudearchitektur ist ein farbiges Trmchen, das die Verwaltung des Clubs beheimatet, sowie die das Gesamtensemble prgenden Sulen – andalusischer Baustil wie aus dem Bilderbuch. Im Parterre findet der Besucher den nicht ganz kleinen Pro Shop mit guter Auswahl an Bekleidung, der gleichzeitig Anlaufpunkt fr die Anmeldung ist.

Das Restaurant im oberen Stock zeigt sich in klimatisierter Umgebung landestypisch, aber modern. Als semi-privater Club gibt es selbstredend auch Bereiche, die exklusiv nur den Mitgliedern vorbehalten sind. Von der vorgelagerten und erhhten Terrasse sind schne Ausblicke auf den 10. Abschlag und, besonders schn, das Ende der 18. Spielbahn mit dem Grn fast zu Fssen dieser Empore gegeben.

Smtliches Personal, aufgrund der zahlreichen englischsprechenden Mitglieder und Gste klappt auch die Kommunikation sehr gut, ist als sehr aufmerksam und freundlich hervorzuheben. Auch die Preise auf der Karte des Restaurants gehen vollends in Ordnung.

[fett]Platz mit zwei Seelen: Hgel, enges Layout und viel Vegetation[/fett]

Wer Golfpltze, designt in typischem Robert Trent Jones Layout – dichte Bunkerlandschaften und schwierig anspielbare Grns – nicht sehr mag, sollte sich “Los Naranjos” vielleicht besser fernhalten. Wer jedoch die Herausforderung sucht, ist hier genau richtig. Die Spielbahnen ziehen sich in eher enger Manier bergab und bergauf, sich anschmiegend an viele flankierende Villen mit Gemuern, und machen, insbesondere auf den ersten 9 Lchern, oft Schlge aus Schrglagen notwendig.

Zwar knnen auf dem Platz auch Trolleys benutzt werden, doch war vor Ort niemand damit auszumachen. Neben der leichteren Fortbewegung bei hheren Temperaturen in der Sommerzeit bietet ein E-Buggy aber noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil: Das integrierte GPS- und Ortungssystem der Fa. ProLink mit grossem Farbdisplay zeigt nicht nur lapidar die zurckgelegten Strecken und Entfernungen zum Ziel. Es wird das aus Birdiebooks bekannte, exakte Bahnlayout mit allen Hindernissen, Bumen und Unwegsamkeiten dargestellt sowie gar zustzlich die aktuellen Standorte der anderen Buggys auf der jeweiligen Spielbahn. Das dies gnzlich neu erschien, war nicht verwunderlich, denn gibt es momentan in Deutschland nicht einen Golfplatz, der ein solches System verwendet – in Spanien sind es immerhin knapp 20.

Der erste Abschlag des PAR 72-Platzes ist erhht und sehr sehenswert angelegt. Das PAR 4 mit 307 m vom gelben Abschlag (von Rot nur 237 m) verluft in einem weiten Rechtsbogen bergab. Sollen nun nicht gleich die rechts stehenden Palmen im Flug berspielt werden, ist es sinnvoller, das Fairway gleich weiter links anzuspielen und besser den Slope bergab zu nutzen.

Die 5. Spielbahn, ein PAR 5 mit im Grunde berschaubarer Lnge (H, gelb: 438 m – D, rot: 380 m), kann durch die Komplexitt wohl als das “Signature Hole” dieses Platzes bezeichnet werden. Ein Bachlauf begleitet das Spiel bis hinauf zum Grn und muss, von den hinteren Tees, zweimal berquert werden. Von dort aus, durch die links aufgereiht stehenden Bume, den Bach und die stete Fairwayneigung von rechts nach links ist es unbedingte Pflicht, den Ball vom Abschlag auf die rechte Seite zu bringen.

Von hier aus stehen fr das Weiterspiel interessanterweise zwei Mglichkeiten offen: Entweder wird, nicht zu lang, geradeaus weiter gespielt oder der Ball schrg nach links ber den Bach auf einen zweiten Fairwayabschnitt geschlagen. Diese Art von Variante ist eher auf hherwertigen Pltzen in den USA blich. Das Anspiel des erhhten, eng eingefassten Grns lsst im Grunde keine Optionen zu, sodass hier ein hoher und mglichst genauer Schlag unausweichlich ist.

Sehr idyllisch, von vielen der namensgebenden Orangenbume eingerahmt, prsentiert sich das abfallende Fairway der 13. Spielbahn. Mit 347 m vom gelben Abschlag (Rot: 319 m) geht es schnurgeradeaus auf ein grosses Grn zu, das rechts und links von Bunkern verteidigt wenig Spielraum hinter dem Green selbst bietet.

Das letzte Loch, ein PAR 5 mit ppigeren 504 m von der gelben Teebox (Rot: 468 m) stellt eine wrdige Abschlussbahn mit Showeffekt dar. Zu bestaunen ist der Schlussbereich samt des Grns nmlich sehr gut von der erhhten Terrasse aus. image_1158936220885.jpegDie richtige Strategie vom Tee zum Grn ist entscheidend, um nicht in der Zone des finalen Annherungsschlages statt des Grns den links liegenden Teich oder seine kleineren Geschwister vor dem Ziel zu treffen. Der sicherste Weg ist ein langer Schlag vom Tee auf die rechte Fairwayseite, welches nach links abfllt, gefolgt von einem langen Schlag schlicht geradeaus. Der dritte Schlag fordert den Verstand: Mutige greifen das querliegende und etwas erhhte Grn hinter dem kleinen Bachlauf direkt an – was, mehrfach zu beobachten, nicht jedem gelang und Schwierigkeiten nach sich zieht.

Die sichere Variante fr Spieler und Spielerinnen ohne Starallren ist ein mglichst genauer dritter Schlag das Fairway hinab und in der Folge ein weicher Pitch zur Fahne. So bleibt zumindest die PAR-Chance gewahrt, wobei eine 6 hier sicher auch ein gutes Ergebnis ist.

[fett]Los Naranjos – ein Fazit[/fett]

Besonders Spieler und Spielerinnen, die im “Los Naranjos GC” das erste Mal aufteen, werden mit zahlreichen und unerwartet schwierigen Lagen konfrontiert. Manchmal ist, trotz der wirklich tollen gebotenen GPS-Technik an Bord des Buggys, das ein oder andere Loch fast etwas unfair, was die teils nicht erkennbaren Landezonen angeht. Wer hier schon einmal spielte, hat unbestritten deutliche Vorteile.

Als fast umwerfend gut knnen die handgepflegten Grns bezeichnet werden – auch wenn das Lesen und Erkennen der Breaks ein gutes Vorstellungsvermgen erfordert. Der gebotene Service vor Ort sowie die Freundlichkeit der Mitarbeiter lsst nur Lob zu, die Preisgestaltung ist sehr gerecht und nicht abgehoben. Es gibt sicher viele andere Clubs, die fr nur 50 Euro Sommer-Greenfee deutlich weniger bieten und auch weniger Spass bereiten.

Ein Dank gilt in diesem Zusammenhang Seora Garca vom Los Naranjos Buchungs- und Eventservice fr das Gesprch und die zustzlich zur Verfgung gestellten Clubinformationen. Gleichfalls gratuliert Golfsportmagazin dem Club zum nun schon 30-jhrigen Bestehen im Jahre 2007.

Anschrift und Kontakt

Los Naranjos Golf Club
Apdo. No. 64
Nueva Andaluca
29660 Marbella
[ Spanien ]

Tel.: (+34) 952 81 24 28
Fax: (+34) 952 81 67 99 [Reservierung]

Internet: www.losnaranjos.com

Dieser Artikel gehrt zur Serie “Golfsportmagazin on Tour – Die Costa del Golf an Spaniens Sonnenküste”:

 

Über Thomas Klages

Thomas Klages lives near Braunschweig and has played golf since 1999. Since then his travels have always taken him to selected golf courses. Since the end of 2002, he has been running a private website on which visited destinations and golf courses are described in a sometimes extensive manner and assessed from his own point of view. This also resulted in the desire to write on the subject and the corresponding object photography, which has grown over the years. Furthermore, he regularly worked for a golf journal published in print and has now completely relaunched his private golf website.

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