3 mal Golf zwischen Starnberger- und Ammersee

Die Region ist nicht ohne Grund ein beliebtes Ausflugsziel der Münchner (mit der S-Bahn zu erreichen) im malerischen Alpenvorland, sondern sie weist auch die höchste Millionärsdichte Deutschlands aus. Die Leute wissen halt, wo es schön ist!

Die beiden großen Seen, von Gletschern der Eiszeit geformt,  bilden quasi eine Klammer um die Landschaft: der Starnberger See mit seinen herrschaftlichen Schlössern, Museen und mondänen Strandbädern und der charmante Ammersee mit vielen Ateliers und kreativer Künstleratmosphäre.

Schon früher weilten hier Könige und berühmte Persönlichkeiten: Kaiserin Sisi beispielsweise verbrachte im Schloss Possendorf die Sommerfrische und besuchte täglich auf Einladung vom Märchenkönig Ludwig II die „Roseninsel“ im Starnberger See.

Die Region bietet sich als Urlaubsziel an, denn man fährt nie länger als eine halbe Stunde und hat im Umkreis von nur 25 km 12 Golfplätze zur Auswahl. Wir haben 3 davon besucht, und steuerten als ersten den

Golfclub Feldafing  (Par 72, 5726 m von Gelb) an.

Golfclug Feldafing 

Golfclug Feldafing

Der Golfclub wurde 1926 gegründet und liegt direkt in einem Park, den der König Maximilian II in Auftrag gegeben hat. Der preußische Gartenkünstler Peter Joseph Lenne bekam den Zuschlag und entwarf auch den Park auf der vorgelagerten Roseninsel. Der Park ist öffentlich und immer wieder kreuzen Wege den Golfplatz. Hinweisschilder warnen sowohl Golfer als auch Spaziergänger vor den Gefahren.

Der Empfang ist sehr freundlich und professionell. Das kostenlose Birdiebuch erweist sich als große Hilfe auf der Runde. Da heute der Wetterbericht einen „Hitzetag“ mit mehr als 35 Grad prophezeit, starten wir sehr früh. Außer den Greenkeepern können wir auf den ersten 9 Löchern niemand auf dem Platz entdecken. Vögel zwitschern, der Tau liegt noch auf den Greens und eine herrliche Ruhe umgibt uns. Nur ein paar Jogger nutzen auch die frühen Morgenstunden. Der Platz ist ein Traum. Sehr abwechslungsreiche Bahnen, teilweise enge Fairways, die Grüns fair und spurtreu, jedoch sehr gut durch strategisch platzierte Bunker verteidigt. Immer wieder wunderschöne Ausblicke auf den Starnberger See und die Roseninsel und herrlicher, alter Baumbestand. Der Golfclub Feldafing gilt als einer der schönsten Golfplätze Bayerns und das mit Recht.

Als Signatur-Hole gilt Loch 2. Eigentlich ein einfaches Par 3 bergab, aber ein vorgelagerter Wassergraben und ein mächtiger Baum erschweren das direkte Treffen des Grüns. Auch hier ein toller Blick auf den See.

Der Abschlag von Loch 11 (ein kurzes Par 3) liegt auf den Grundmauern des von Maximilian II geplanten Schlosses Feldafing. Die Räumlichkeiten darunter waren als Weinkeller vorgesehen. Hier gilt es, das Grün besser links anzuspielen. Nach rechts und dahinter fällt das Gelände steil ab.

Beim Tee der Bahn 15 hat man einen tollen Blick über den Park, den Starnberger See bis hin zu den Alpen. Beim letzten Loch, einem Par 5,  muss man sich schon am Abschlag entscheiden, durch welche Baumlücke man das Grün anspielen möchte.

Auf der Clubterrasse kann man dann den Golftag gemütlich ausklingen lassen.

Das war schon einmal ein toller Auftakt für unsere Kurzreise. Wir fahren jetzt nur 7,5 km und wir erreichen den

Golfclub Tutzing ( Par 72, 6041 m von Gelb)

Golfclub Tutzing

Golfclub Tutzing

Dieser Platz wurde 1983 auf den ehemaligen Weideflächen des Gutes Deixlfurt gegründet und 1986 von Bernhard Langer eröffnet. Das Gelände liegt 700 Meter hoch in einem Wiesen- und Moorbecken mit altem Baumbestand und Blick auf das Wetterstein- und Karwendelmassiv.

Ein sehr netter Empfang im urigen Clubhaus mit schöner Sonnenterrasse und weithin berühmter Clubgastronomie. Hier bekommt man mediterranes Essen aus frischen Zutaten, hausgemachte Pasta und Pizza. Unbedingt nach der Runde einkehren, sonst verpasst man etwas!

Aber erst einmal Golf spielen. Die Bahnen sind sehr abwechslungsreich, weitläufig, leicht hügelig und in sehr gutem Pflegezustand. Kurze Wege dazwischen. Die Grüns sind klein und genaues Anspielen ist erforderlich. Man muss oft strategisch spielen und mit Schräglagen umgehen können. Einige „blinde Löcher“ erfordern die Aufmerksamkeit beim Spiel. Es gibt lange Par 4-Bahnen und viele Wassergräben erschweren einen guten Score. An der Bahn 16 muss ein kleiner See überspielt werden und für Loch 18 müssen noch einmal alle Reserven mobilisiert werden bei einer Länge von 557 m. Sehr gut gefallen haben uns die Bahnen 1, 3, 17 und 18.

Jetzt sind es wieder nur 7,5 km und wir erreichen unser letztes Ziel, den

Golfclub Hohenpähl ( Par 71, 5710 m von Gelb)

Golfclub Hohenpähl

Golfclub Hohenpähl

Der Platz wurde 1988 auf den Fluren des alten Gutshofes des Hochschlosses Hohenpähl in parkähnlicher, welliger Landschaft mit altem Baumbestand gegründet. Zahlreiche Teiche, Bäche, Schräglagen und hohes Rough ergeben einen technisch anspruchsvollen Platz mit viel Abwechslung. An 12 Bahnen hat man traumhafte Ausblicke auf das Alpenpanorama.

Der Parkplatz liegt unterhalb des Clubhauses und man muss erst einmal durchschnaufen, hat man das Sekretariat erreicht. Auch hier wieder ein herzlicher Empfang. Die 9 liegt nicht am Clubhaus, aber es gibt ein Halfwayhaus mit WC. Schon ab Bahn 16 erblickt man das Clubhaus, aber mit Bahn 18 hat man noch ein „Stück Arbeit“ vor sich: Ein schwierig zu spielendes Dogleg, das Grün ist erst ein paar Meter vorher einsehbar und durch Wasser gut verteidigt. Hier ist sicher schon mancher Traum von einem guten Score zunichte gemacht worden.

Ein sehr sportlicher Platz mit 2 sportlichen, prominenten Mitgliedern, den Fußballern Thomas Müller und Philipp Lahm.

Die Clubgastronomie ist sehr zu empfehlen: Tolle Kuchen, werktags einem 3-Gang-Mittagsmenü für 9,90 € und abends ab 19.00 Uhr ein 2:1 Angebot für Bier (Heimfahrt mit dem Taxi empfehlenswert oder vorher zocken, wer fahren muss!).

Wir haben den Kurzurlaub sehr genossen. Drei unterschiedliche, anspruchsvolle Golfplätze im Top-Zustand, kurze Wege, tolles Wetter, gutes Essen und eine wunderschöne Landschaft. Wir kommen wieder.

Birgit Grimm

Über Birgit Grimm

Birgit Grimm war Sportlehrerin und begann 2006 mit dem Golfspiel. Seitdem hat Sie auf rund 300 Plätzen gespielt. Sie reist am liebsten mit dem Wohnmobil und das vorzugsweise in Deutschland, Frankreich, Italien und Tschechien. Von diesen Reisen berichtet Sie im Golfsportmagazin. Birgit Grimm ist glücklich verheiratet, hat 2 Kinder und eine Enkeltochter.

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