Welchen Einfluss hat die Schläger-Abnutzung auf den Spin?

Jeder Golfschläger nutzt sich mit der Zeit ab, da hilft auch die beste Pflege leider nichts. Die gerästen Rillen von Wedges altern,und es ist unvermeidbar, dass sich die Kanten im Laufe tausender Schläge abnutzen. Umso mehr und umso eher, je mehr jemand viel aktiv spielt und trainiert. Doch welchen Einfluss hat dies auf das Spin-Verhalten und somit dem „Biss“ von Annäherungsschlägen?

Ein Team von Titleist, welches sich dort um die Vokey-Wedges kümmert, hat jetzt untersucht, wie genau diese Auswirkungen aussehen. Das Vokey-Team hat Wedges mit einem Schlag-Roboter auf einem komplett ebenen Grün, auf der Manchester Lane Testanlage in Acushnet, Massachusetts, überprüft. Dabei wurden Wedges in drei Abnutzungsstadien (neue Wedges, 75 Runden gespielt, 125 Runden gespielt) vom Schlag-Roboter auf identische Art und Weise geschlagen. Die Bälle der gebrauchten Wedges starteten höher, da die Rillen nicht mehr so aggressiv griffen und der Ball an der Schlagfläche hochrutschte. Es ergaben sich deutliche Unterschiede in Flug- und Spin-Verhalten, die bis 2.000 UPM ausmachten. Dadurch reduzierte sich die Stopp-Kraft und hatte ein mehr als doppelt so langes Ausrollen von 8 Metern statt 3,5 Metern zur Folge.

Die genauen Ergebnisse

Neue Rillen: 33° Ballstartwinkel | 8.500 UPM Spin | Ausrollen 3,5 Meter

Rillen, mit denen ca. 75 Runden gespielt wurde: 34° Ballstartwinkel | 7.700 UPM Spin | Ausrollen 6 Meter

Rillen, mit denen ca. 125 Runden gespielt wurde: 35° Ballstartwinkel | 6.500 UPM Spin | Ausrollen 8 Meter

Hauptursachen für Abnutzung der Rillen:

  • Regelmäßiges Üben und Spielen bedingt einen natürlichen Verschleiß
  • Bunkerschläge bedeuten Millionen feiner Steine auf der Schlagfläche und dadurch einen stärkeren Verschleiß
  • Sandlagen und Verschmutzungen auf dem Ball, Steine und klappernde Schläger im Bag
  • Benutzung von harten Rangebällen beim Kurzspiel-Training

Foto: pr/Titleist

Wann sollte man darüber nachdenken, ein Wedge auszutauschen?

Als Vergleichtsmaßstab empfiehlen die Titleist-Ingenieure, die Wedges und deren Rillen nach ca. 75 bis 100 Runden etwas genauer zu überprüfen, um immer mit der besten Spinleistung rechnen zu können. Beginnt die Schlagfläche so auszusehen, wie rechts in der obenstehenden Abbildung oder sind die Rillen schon zum Teil nicht mehr vorhanden, sollte man neben einer reinen Sichtprüfung auch Trackman-Messdaten einschließen.

Kevin Tassistro, Chefentwickler Wedges bei Titleist, fasst es so zusammen: „Neue Wedges mit frischen Rillen geben dem Durchschnittsgolfer mehr Kontrolle über seine Schläge und mehr Vertrauen – er wird die Bälle näher an die Fahne schlagen.“  Titleist selbst legt großen Wert auf die Leistung der Vokey-Wedges: Die gefrästen Rillen, die in engsten Toleranzen gefräst werden, sorgen für maximalen Spin. Bei allen Vokey Design SM7 wird darüber hinaus eine patentierte Wärmebehandlung angewendet, dadurch bleiben die Kanten der Rillen länger scharf – ungefähr um das Doppelte gegenüber unbehandelten Rillen, so der Schlägerbauer.

Gregor Landwehr

Über Gregor Landwehr

C. Gregor Landwehr gründete das Onlinemagazin im Jahr 2005. Er arbeitet als freier Journalist für den WDR und schreibt unter anderem für die NZZonline, und andere Zeitungen und Onlinemagazine. Landwehr ist Mitglied im Deutschen Journalistenverband. Sie erreichen ihn unter der Emailadresse landwehr at golfsportmagazin.de

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