Hochschulgolf in Deutschland – ein Überblick

Während Hochschulgolf in Amerika, Süd-Afrika und Großbritannien mit wöchentlichen Vergleichswettspielen, Ligen und Meisterschaften voll im nationalen Hochschulsport etabliert ist, gibt es auf dem europäischen Festland noch viel Entwicklungspotential. Sowohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt mit Ausnahme der jeweiligen internationalen Studentengolfmeisterschaften keine weiteren großen Golfturniere.

Die Entstehung in Deutschland

Seinen Ursprung findet das deutsche Hochschulgolf an der Universität Karlsruhe. Bereits in den frühen 90er
Jahren wurden dort studentische Golfturniere organisiert, aus denen die offizielle IDHM (Golf) hervorgegangen ist, welche das prestigeträchtigste Golfturnier im offiziellen, universitären Hochschulgolf in Deutschland ist. Die Tu nier-Organisation wird nach einer Ausschreibung durch den ADH an Studenten vergeben. In diesem Jahr wird die IDHM (Golf) von Studenten der Universität Bamberg veranstaltet. Die Sieger der Einzelwertung können vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband zu der Hochschulgolfweltmeisterschaft nominiert werden.

Das Students Matchplay

Zunehmend entdecken Studenten und Unternehmen die Spielwiese Hochschulgolf. Mit dem „Students Matchplay“ und den „Students Open“ veranstalteten Studenten in Ingolstadt und Kiel seit dem Jahr 2006 ihre eigenen Turniere – ohne Mitspracherecht und damit auch ohne Rückendeckung des Universitätssportverbands. Das Students Matchplay war weltweit das einzige Mannschaftsgolfturnier für Universitäten und in Europa das zweitgrößte Turnier hinter dem Boyd Squaich der englischen Universität St.Andrews. Leide wierd dieses Turnier, initiert vom Golfteam der Uni Lüneburg, mittlerweile nicht mehr ausgerichtet, zumal es in der Anfangszeit auch einige Probleme mit dem Verhalten einiger Spieler gab. 

Unigolf für Personal Marketing

Hochschulgolf als Recruitingplattform wird momentan an vielen Stellen ausprobiert. Im Regelfall treten Unternehmen dabei als Sponsor der Golfturniere auf. Vergleichsweise weit fortgeschritten sind die Aktivitäten des Düsseldorfer Bekleidungsunternehmens „Peck und Cloppenburg“, welches mit bundesweit ausgetragenen „Golf-Days“ Azubis, Praktikanten und Trainees für sich gewinnen will. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre waren so erfolgreich, dass es seine „Golf Days“ auch weiter veranstaltete.

Christiane Wald, Projektleiterin Personalmarketing beim Düsseldorfer Modehaus, ist gespannt auf die vielen Teilnehmer, die in diesem Sommer bei der Recruiting-Reihe dabei sein werden. “Sportliche Meetings, die wir im Spätsommer/Herbst an vier verschiedenen Orten veranstalten”, so charakterisiert P&C seine Veranstaltungsreihe. Für Anfänger gibt es Kurse, fortgeschrittene mit Handicap spielen um einen Shoppingday in einem der P&C Warenhäuser. Beim Spaziergang über die Greens wird jeder Flight von einem Mitarbeiter von P&C begleitet. Von im sollen die die Teilnehmer Näheres vom Lifestyle-Business namens Fashion erfahren und auf Karriere-Fragen beantwortet bekommen.

Bosch tut es, Peek und Cloppenburg tut es, und viele andere tun es auch. Golfevents für Studenten. Nicht nur um gemeinsam Golf zu spielen, sondern auch um einen ersten Kontakt zwischen Unternehmen und potentiel- len Berufseinsteigern zu knüpfen. Auch Audi setzte auf diese Form des „Get together“. Golfsportmagazin sprach mit dem Leiter des Personalmarketings, Alfred Quenzler, über die Möglichkeiten, auf dem Golfplatz Nachwuchs für das Unternehmen zu gewinnen

Hochschulgolf als Recruitingplattform wird momentan an vielen Stellen ausprobiert. Wie waren Ihre Erfahrungen während des Students Matchplay?

Alfred Quenzler: Das Students Matchplay ist in erster Linie als ein hochwertiges internationales Golfturnier fr ambitionierte Studenten zu sehen. Das Personalmarketing der AUDI AG hat sich dort als Sponsor eingebracht, um diese Idee zu untersttzen. Echtes Recruiting, wie auf einer Hochschulmesse, stand dabei im Hintergrund. Gesprche wurden im Vorfeld angeboten, und ber die Tage verteilt auf Nachfrage der teilnehmenden Studenten in entspannter Atmosphre gefhrt. Zudem boten wir die Räumlichkeiten der AUDI AG fr ein erstes “welcome-meeting und captains briefing” am ersten Abend an.

Was unterscheidet Recruiting im Golfumfeld von anderen Recruitingmanahmen?

Alfred Quenzler: Bei Hochschulmessen oder Erlebnistagen bei Audi steht ganz klar das Unternehmen sowie dessen Einstiegs- und Karriereangebote im Vordergrund. Die Studenten kommen deshalb auch gezielt zu Informationsgesprchen, Prsentationen und Workshops.
Bei Golfturnieren steht der sportliche Gedanke im Vordergrund. Vielmehr sind die Teilnehmer vor und während des Turniers angespannt und konzentriert. Deshalb kann ein zu “lautes” Auftreten eher das Gegenteil bewirken. Deshalb sehen wir uns von Audi hier als sportlicher Begleiter und halten uns im Hintergrund.

Können Sie sich vorstellen mit eigenen Golfveranstaltungen Recruitingmaßnahmen durchzuführen? Wie sehen Ihre weiteren Plne in diesem Bereich aus? 

Alfred Quenzler: Derzeit sind keine weiteren Aktivitäten geplant. Wir werden aber weiterhin das Students Matchplay fördern, da es genau unseren Markenwerten entspricht: sportlich, progressiv und hochwertig.

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