Ryder Cup 2018 ohne Deutschland?

Am 30. September ist es wieder soweit: Der Ryder Cup 2018 wird ausgetragen. Das beliebte aber ohne Preisgeld dotierte Aufeinandertreffen der Kontinentalteams aus den USA und Europa findet erst zum zweiten Mal auf europäischem Festland statt, nämlich in Paris. Wie wir schon im vergangenen Jahr berichteten, ist der Ryder Cup das größte Mannschaftsturnier im Golf überhaupt und gehört damit – ähnlich wie eine Weltmeisterschaft für Fußballer – zu den bedeutendsten Turnieren für einen Golfer. Insbesondere, da es nur alle zwei Jahre stattfindet, fiebert die Golf-Community dem Event lange vorher bereits entgegen.

Deutsche im Ryder Cup

Die beiden erfolgreichsten deutschen Teilnehmer im Ryder Cup sind mit Abstand Martin Kaymer und Bernhard Langer. Langer ist zwischen 1981 und 2002 insgesamt 10 Mal angetreten, womit er zu den Spielern gehört, die am häufigsten am Turnier teilgenommen haben. Obwohl Langer in den letzten Jahren aufgrund seines Alters nicht mehr mit von der Partie war, werden laut Golfpost.de die Forderungen nach einer erneuten Teilnahme des Urgesteins immer lauter. Schließlich hat Langer 2017 von 22 gespielten Turnieren sieben gewonnen. Beeindruckend ist dies insbesondere deshalb, weil drei der Turniere Majors waren. Damit ist es durchaus denkbar, dass er in diesem Jahr mit einer Wildcard noch ins Team Europa gewählt wird, auch wenn es angesichts seines Alters eher unwahrscheinlich ist.

Ist Martin Kaymer mit von der Partie?

Martin Kaymer.

Martin Kaymer. Foto: boss/ pr

Im Falle einer überraschenden Wildcard für Langer wäre es mehr als fraglich, ob der derzeit erfolgreichste deutsche Golfer, Martin Kaymer, dann noch über eine Wildcard einen Startplatz ergattern könnte. Sport1 berichtete erst kürzlich ausführlich darüber, wie es mit der Teilnahme von Kaymer noch klappen kann. Trotz guter Leistungen konnte sich der deutsche Topgolfer nicht über seine Punkte qualifizieren, sodass die fünfte Teilnahme am Ryder Cup in Folge für ihn noch in den Sternen steht.

Durch den Umstand, dass der 33-jährige sowohl bei den French Open als auch bei den British Open in Schottland am Cut scheiterte, war ihm die Enttäuschung anzumerken. Um noch eine realistische Chance auf die Teilnahme zu haben, hätte er bei den British Open überzeugen müssen. Wie aber auch die FAZ feststellte, war es vor allem der 61-jährige Langer, der durch seinen Sieg bei den Senior British Open zum Turnier geladen wurde und die Konkurrenz alt aussehen ließ. Als Sieger ging der Italiener Francesco Molinari vom Platz, Langer kam aber mit 283 Schlägen auf einen sehr guten, geteilten 24. Platz. Dabei ließ er viele jüngere Top-Stars hinter sich. Dass Kaymer nach dem verpassten Cut ausschied, schmälert seine Teilnahmechancen beim Ryder Cup erheblich.

Team Europe

Noch ist das Rennen um die begehrten Plätze nicht entschieden, wie sich auch am Punktestand der Top 4 (die sich direkt qualifizieren) im European Points Ranking auf der offiziellen Seite des Ryder Cup zeigt. Denn der Abstand zwischen dem Fünften (Norweger Thorbjorn Olesen) und dem Vierten (Tommy Fleetwood) ist auch Anfang August noch denkbar knapp.

Thomas Bjørn, der bereits im Dezember 2016 zum Kapitän des europäischen Teams berufen wurde, hat laut golftime erst im Mai 2018 vier weitere Vize-Kapitäne bestimmt, nachdem er bereits im Mai 2017 Robert Karlsson als Vize-Kapitän ernannt hatte. Nun kamen Luke Donald, Pádraig Harrington, Graeme McDowell und Lee Westwood hinzu. Die Tatsache, dass insbesondere die Top-Favoriten des europäischen Teams bei den letzten großen Turnieren scheiterten, führt allerdings zu einem großen Fragezeichen, was die Form des Vorjahres-Verlierers Team Europa angeht.

Favoritenrolle

Beim diesjährigen Ryder Cup haben die USA klar die Favoritenrolle inne. Dies spiegelt sich einerseits in den Wettquoten wieder, andererseits aber auch in den letzten Entwicklungen und Turnieren. Bei Betway werden die USA mit einer Quote von 1,9 gehandelt, auf einen Sieg des europäischen Teams erhält man hingegen zum Stand 7. August 2018 sogar das 2,1-fache vom Einsatz. Auch Experten sind sich einig, dass die Nordamerikaner die deutlich höheren Siegchancen beim diesjährigen Cup haben. Doch woher rührt das?

Letzte Entwicklungen

Der Ryder-Cup-Pokal in München. Foto: bmw/pr/European Tour

Bereits beim letzten Ryder Cup 2016 traten die Amerikaner als ungewohnt starke Einheit auf und sind entsprechend in diesem Jahr die Titelverteidiger. Zuvor war man es eher gewohnt, dass die USA mit guten Einzelkämpfern an den Start gehen. Der neu gefundene Teamgeist führte sie aber bereits 2016 zum Sieg. Zwar gelang der letzte Auswärtssieg zuletzt 1993, die Chancen stehen in diesem Jahr aber nicht schlecht. Erst nach der Dell Technologies Championship am 3. September 2018 wird der Captain Jim Furyk seine drei Wildcard-Spieler auswählen, wie BMW-Golfsport berichtet. Hier wird sicherlich noch einmal spannend werden, wer letztendlich im Team USA mit an den Start geht.

Hohe Erwartungshaltung

Trotz vermeintlicher Vorteile für das Lager der USA sind wir uns sicher, dass es auch in diesem Jahr wieder äußerst spannend zugeht. Zwar sind wir heute im Vergleich zu unserem Bericht vom 13. Januar 2017 etwas schlauer, an unserer grundlegend hohen Erwartungshaltung an beide Lager hat sich aber nichts geändert und wir sind sicher, dass auch in diesem Jahr die starken Individualisten trotz fehlender Preisgelder wieder auf hohem Niveau spielen werden, was die eine oder andere Überraschung mit sich bringen kann.

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