PGA Championship 2006

Die erste PGA Championship wurde 1916 in New York ausgetragen. Der Gewinner, der englische Golfprofi Jim Barnes, gewann 500$ und die sogenannte Wanamaker-Trophy, den Pokal, den es schon seit Bestehen des Turniers fr den Sieger gibt.
Bis zum Jahr 1958 wurde das Turnier traditionell als Matchplay ausgetragen, bevor die Verantwortlichen Druck ausbten und das Format denen der anderen Majors angepasst wurde und seitdem auch die PGA Championship als Zählspiel ausgetragen wird.
Traditionell wird die PGA Championship immer Mitte August ausgetragen 2-3 Wochen nach der British Open.
Der Turnierrekord stammt von Tiger Woods aus dem Jahr 2006. Mit 18 unter Par nach vier Runden konnte er sich überlegen im Medinah Country Club durchsetzen und spielte das beste Ergebnis, was jemals bei einem Majorturnier erzielt werden konnte.

Der Platz

Fr dieses hochkarätige Turnier könnte es kaum einen besseren Platz geben als den Oakland Hills Country Club in Michigan.
Mit 7.395 Yards bei Par 70 zählt der South Course von Oakland Hills zwar nicht zu den längsten Plätzen. Doch gilt er als einer der schwierigsten Plätze der gesamten USA.
Knackpunkt und entscheidende Rolle werden auch in dieser Woche wieder die Grüns sein, die man sonst nirgends auf der Tour findet. Wahnsinnig onduliert, riesengroß und ultraschnell heißen die angsteinflößenden Prädikate, mit denen man diese Monstergrns beschreiben kann.

Den Spielern und Caddies wird hier alles abverlangt und es kam nicht selten vor, dass entscheidende (auch kurze) Putts vllig falsch gelesen wurden und ein Desaster mit sich zogen.
Al Watrous, ein amerikanischer Pro der 1970er Jahre sagte einmal, dass das Spiel in Oakland Hills dann neu beginnt, sobald man das Grn erreicht hat.
Um den Platz noch schwerer zu machen, wurden Bunker hinzugefgt und Tees nach hinten versetzt.
Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass das Ergebnis des Siegers in dieser Woche noch hher sein wird als der Siegesscore von eins ber Par von Tiger Woods bei der US Open im Juni.
Jeder, der auf diesem Kurs annhernd eine 70 oder besser hinbekommt, kann mchtig stolz auf sich sein!
Highlight und immer wieder voller Spannung sind die beiden letzten Lcher des Platzes.
Wer hier mit einem komfortablen Vorsprung ankommt, hat noch lange nicht gewonnen! Das 238 Yards lange 17. Loch (Par 3) und das fast 500 Yards lange 18. stellen eine der grten Herausforderungen der PGA Tour dar und gelten als zwei der schwierigsten Schlusslcher der Tour.
Etliche Male wurden im Oakland Hills CC bereits die US Open und die PGA Championship ausgetragen. Letztes groes Event war 2004 der Ryder Cup, in dem sich Europa deutlich gegen die amerikanische Auswahl durchsetzen konnte.

Teilnehmerfeld

Ähnlich wie in der letzten Woche werden auch diese Woche wieder fast alle Stars der Golfszene mit von der Partie sein.
Mit Ausnahme von Tiger Woods und Luke Donald sind alle brigen der Top50 der Weltrangliste vertreten. Hinzu kommen noch Sieger der PGA-, European- und Japan Tour der letzten Wochen und Spieler, die sich anderweitig qualifizieren konnten.
Aus deutscher Sicht knnen wir uns auf zwei Spieler freuen. Neben der automatischen Qualifikation von Martin Kaymer ber seine sehr gute Weltranglistenplatzierung (39.) konnte sich auch noch Alex Cejka durch gute Turnierergebnisse in den letzten Wochen fr das letzte Major qualifizieren.
Als Topfavoriten werden wie schon letzte Woche auch wieder Phil Mickelson, Vijay Singh, Sergio Garcia oder auch Lee Westwood gehandelt. Bei den Online-Wetten wird Mickelson aktuell bei 11.5 gehandelt, die brigen Verfolger zwischen Quoten von 21 und 26.
Tatschlich sehe auch ich bei Mickelson hier sehr gute Chancen auf seinen vierten Majortitel.
Die langjhrige Nummer zwei der Welt konnte in diesem Jahr bislang zwei Siege einfahren und sah auch beim hochdotierten Bridgestone Invitational vergangene Woche fast wie der sichere Sieger aus, ehe er mit drei Bogeys auf den letzten vier Lchern die Fhrung an Vijay Singh abgeben musste und am Ende nur geteilter Zweiter wurde.
Diesen Rang teilte er sich unter anderem mit Lee Westwood, dem Fhrenden der European Order of Merit. Westwood spielt in den letzten Wochen fantastisches Golf und entging schon bei der US Open nur haarscharf einem Stechen mit Woods und Mediate. Folglich wurde er Dritter. Seine sehr gute Form konnte er beim Bridgestone Invitational erneut unter Beweis stellen, konnte er doch einen zwischenzeitlichen Rckstand von fnf Schlgen whrend der Finalrunde noch einholen und sogar kurzzeitig die Fhrung bernehmen. Am Ende reichte es fr den sympatischen Englnder leider wieder nicht und er musste sich mit einem Schlag Rckstand knapp Vijay Singh geschlagen geben.
Dieser beweist derzeit, dass er mit seinen 45 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehrt und bei jedem Turnier um den Sieg mitspielen kann. Durch seinen Sieg konnte Singh sich wieder auf Rang vier in der Weltrangliste und Rang sechs im FedEx Cup zurckkmpfen, was ihm wieder einmal Auftrieb verschafft.
Seine Chancen sehe ich von den Topfavoriten jedoch am geringsten, da er aktuell nicht in der Lage ist, sein Spiel auf den Grns zu beherrschen. Er puttet derzeit zu schlecht und hat seinen Sieg beim Bridgestone Invitational einzig dem Unvermgen und Pech seiner Kontrahenten zu verdanken. Solche Putts, wie Singh in der sonntglichen Finalrunde abgeliefert hat, werden im Normalfall bitterbse bestraft.
Dann wre da noch der Spanier Sergio Garcia. Von ihm halte ich viel und es gibt ein groes Potenzial in ihm. Mit dem Sieg bei der Players Championship, dem inoffiziellen fnften Major, hat er unter Beweis gestellt, dass er bereit ist fr die groen Einzelsiege.
Der Platz kommt seinem Spiel sehr entgegen, wodurch er einen Vorteil auf den Groteil des Feldes haben wird.
Trotz dass die letzten Wochen nicht wie gewnscht fr Garcia liefen; bei den groen Majorturnieren konnte er immer auftrumpfen und gute Ergebnisse einfahren. Meiner Meinung nach hat er eine groe Chance auf seinen ersten Majortitel und ist deshalb bei einer Quote von 26 definitiv einen Tipp wert.

[fett]Ehemalige Sieger:[/fett] Erstaunlich ist, dass dieses Turnier seit Bestehen von den Amerikanern dominiert wird.
In den letzten 50 Jahren (seit das Turnier im gngigen Format ausgetragen wird) konnte nur sechs nicht-Amerikaner die PGA Championship gewinnen und nur ein einziger (Vijay Singh) in den letzten 12 Jahren. Singh konnte allerdings zweimal triumphieren (1998 und 2004).
Am hufigsten konnten die Legenden Walter Hagen und Jack Nicklaus gewinnen. Mit jeweils fnf Siegen fhren sie die Rangliste an vor Tiger Woods, der im Jahr 2000 als erster Spieler berhaupt seinen Titel verteidigen konnte. 2007 gelang ihm dies noch einmal, was ihm insgesamt vier Siege einbringt.
Mitfavorit Phil Mickelson konnte bereits auch einmal gewinnen (2005 im Baltusrol Golf Club).

Freuen wir uns auf das letzte große Highlight vor den Playoff-Turnieren!
Die PGA Championship wird wie gewhnlich die Zuschauer in den USA in ihren Bann ziehen und diese werden alles dafr tun, dass wieder einmal ein Einheimischer gewinnt.
Ich sehe jedoch sehr gute Chancen auf einen europischen Sieg von Sergio Garcia oder Lee Westwood.
Nicht nur, dass sie sich in guter Form befinden und so langsam mal dran wren; sie waren es, die das europische Ryder Cup Team 2004 in Oakland Hills zum Sieg gefhrt haben.
Mit jeweils 4,5 von mglichen 5 Punkten machten sie alleine fast die Hlfte der 18,5 Punkte, mit denen das Team Europa unter der Fhrung von Bernhard Langer die Amerikaner untergehen lie.
Garcia gelang hier sogar ein spektakulrer Sieg im Einzel Matchplay gegen Phil Mickelson!
Neben diesen beiden knnte eventuell auch Padraig Harrington, frisch gebackener British Open Sieger und bester Europer in der Weltrangliste, ein Wrtchen mitreden, was die Chancen auf einen europischen Sieg noch etwas steigen lässt.

Über Timm Göller

Timm Göller plays with the men's team of the Frankfurt Golf Club in the 2nd Bundesliga. He has been betting on golf tournaments for a few years now. In cooperation with Wettzentrale.net, a community for sports weather, he reports here in previews of tournaments on the PGA and European Tour.

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