Leder im Golfsport – das klingt zunächst nach Tradition und Nostalgie. In früheren Zeiten waren nicht nur die Griffe der Golfschläger aus Leder, natürlich auch die Schuhe und Handschuhe. In Zeiten von synthetischen Materialien ist das Leder in den Hintergrund gerückt, manchmal ist das Uhrenarmband das einzige Lederteil der Golfausrüstung. Aber egal ob Handschuh, Schuh oder Griff: Leder hat echte Vorteile als Material und es hat Stil. Und echte Nachteile. Schauen wir uns die Details an.
Lederhandschuhe beim Golf
Es gibt Handschuhe aus Kunstleder und anderen synthetischen Materialien. Und es gibt Lederhandschuhe. Das Gute bei Lederhandschuhen: das unschlagbares Spielgefühl, beste Griffigkeit. Sie schmiegen sich an wie eine zweite Haut an. Das Nervige: sie halten nicht ewig – je dünner, desto schneller sind sie durch. Die Belastung beim Golfschwung ist recht groß, das sorft für Verschleiß. Und sie benötigen Pflege. Sie gehen schneller kaputt als Synthetik. Kurz: Tour-Spieler lieben Leder. Wochenend-Golfer auch. Aber Sie müssen öfter neue kaufen.
Warum Cabretta-Leder?
Fangen wir beim Offensichtlichen an: 95 % aller Premium-Golfhandschuhe sind aus Cabretta-Leder. Also Schafsleder vom Haarschaf. Warum?
- Dünn wie nichts: Sie spüren den Schläger direkt, nicht den Handschuh.
- Federleicht: Nach 18 Löchern keine schweren Hände.
- Wird besser mit der Zeit: Der Griff verbessert sich durchs Spielen.
- Bezahlbar: Für Premium-Material überraschend günstig.
Der Clou: Das Leder ist weich genug für ein perfektes Gefühl, fest genug für sicheren Halt. Und es wehrt Wasser und Schweiß ziemlich gut ab.
Es gibt auch Rindsleder und Ziegenleder. Die sind dicker, halten länger, fühlen sich aber weniger gut an. Für die meisten fortgeschrittenen Spieler gilt: lieber Cabretta-Leder.
Golfschuhe: Leder lebt noch
Ich muss zugeben: Die klassischen Golfschuhe aus Leder sehe ich nur noch selten. Stattdessen Golfschuhe wie Sneaker, die kaum als Golfschuhe erkennbar sind und auch außerhalb des Platzzes funktionieren.
Warum überhaupt noch Leder?
Gute Frage. Synthetik ist leichter, wasserdichter, pflegeleichter. Aber Leder hat zwei Trumpfkarten:

- Langlebigkeit: Richtig gepflegt halten Lederschuhe Jahre bis Jahrzehnte.
- Komfort: Das Material passt sich Ihrem Fuß an – perfekt für lange Tage
Pflege oder sterben
Leder ohne Pflege ist wie Golf ohne Übung: geht nicht gut aus. So halten Ihre Schuhe:
Nach jeder Runde wischen Sie den Schmutz mit einer weichen Bürste ab, säubern mit mildem Reiniger oder Seife und lassen Sie die Schuhe bei Raumtemperatur lufttrocknen – NICHT auf die Heizung. Regelmäßig tragen Sie Lederpflege auf und arbeiten sie gut ein, das verhindert Austrocknung und Risse. Bei Nässe gilt: sofort reinigen, mit Zeitungspapier ausstopfen, 8-10 Stunden trocknen lassen, dann Zedernholz-Schuhspanner rein gegen Feuchtigkeit und Geruch.
Die drei größten Fehler
Fehler 1: Dauerlagerung im Kofferraum. Sommerhitze macht Leder brüchig.
Fehler 2: Ohne Schuhlöffel anziehen. Zerstört die Fersenkappe. Folge: schlechte Passform, Blasen.
Fehler 3: Ein Paar für alles. Wechseln Sie nach jeder Runde zwischen zwei Paaren. Beide halten doppelt so lang.
Ledergriffe: Old School, aber clever
Man sieht kaum noch Ledergriffe an Golfschlägern. Weil sie zu teuer sind? Ehr nicht, sondern weil sie kaum noch angeboten werden.
Der Vorteil
Glatt oder perforiert – Ledergriffe haben einen entscheidenden Vorteil: Der Unterbau verschleißt nicht. Nach Jahren wickeln Sie einfach neues Leder drauf. Kostengünstig und nachhaltig.
Pflege in drei Schritten
- Wöchentlich: Nach der Runde mit feuchtem Tuch abwischen, trocknen
- Gründlich: Mit warmem Wasser, milder Seife und altem Tuch reinigen (keine harten Bürsten!)
- Frühjahrsputz: Einmal im Jahr richtig ran – die Griffe danken es Ihnen
Wann wechseln?
Alle 2-3 Jahre. Oder wenn Sie Risse, Kerben, Dellen oder rutschige Stellen sehen. Dann ist Schluss.
Taschen und Zubehör: Stil vs. Pragmatik
Echtes Leder bei Golfbags

Die harte Wahrheit:
- Es ist doppelt so schwer wie Kunststoffe
- Nicht wasserdicht
- Aufwändige Fertigung
- Aber eine sehr edle Ästhetik
Lohnt sich das? Nur wenn Ihnen der Look wichtig ist und Sie einen Trolley haben.
Die smarte Alternative: PU-Leder
Vegan, wasserdicht, leicht zu reinigen. Sieht gut aus, funktioniert besser. Für die meisten die klügere Wahl.
Schläger-Schutzhüllen
Vollrindleder-Hüllen für Driver, Fairway, Hybrid, Putter – mit Magnetverschluss. Sieht toll aus, schützt perfekt, kostet nicht die Welt. Wenn Sie Ihre Schläger lieben: gönnen Sie sich das.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Bei Handschuhen:
- AAA-Qualität bei Cabretta
- Perforierte Bereiche für Atmungsaktivität
- Spezielle Behandlungen für längere Haltbarkeit
Bei Schuhen:
- Hochwertige Verarbeitung
- Gute Passform (wichtiger als Material)
- Realistische Einschätzung: Werden Sie sie pflegen?
Bei Griffen:
- Qualität des Unterbaus (der bleibt)
- Perforiert oder glatt – Geschmackssache
- Austauschbarkeit des Lederbands
Das Fazit
Leder im Golfsport ist kein Muss. Aber ein Kann mit einigen Vorteilen.
Für maximales Spielgefühl: Cabretta-Handschuhe. Für Langlebigkeit und Komfort: Lederschuhe (wenn Sie bereit sind zu pflegen). Für Nachhaltigkeit: Ledergriffe. Für Style-Punkte: Leder-Accessories. Der Rest ist Synthese aus Vorliebe, Budget und Pflegebereitschaft. Und die ehrliche Antwort auf die Frage: Wie viel Tradition und Stil darf es sein?
