Welthandicapsystem – Der Handicap-Entwurf der USGA und des R&A

Es sind jetzt die ersten Punkte des geplanten, neuen, weltweiten Handicapssystems (WHS) bekannt geworden. Unverbindlich möchte ich Ihnen einige dieser geplanten Neuerungen bekanntgeben. Iqch finde persönlich das neue System sehr begrüßenswert.

Mit diesem System können Golfspieler weltweit ihre Handicaps vergleichen und die bisherigen sechs Handicap -Systeme werden unter Federführung der USGA und dem R&A durch ein dann neues weltweit gültiges Handicap -System ersetzt.

Hauptmerkmale sind, dass sich Golferinnen und Golfer weltweit nach gleichen Bedingungen messen können.

Das neue, einheitliche Welthandicapsystem soll ab 2020 eingeführt werden und es umfasst eine Rezension der bisherigen 6 existierenden Systeme, die von den Golfvereinigungen Australien, dem Congusystem, Grossbritannien und Irland, EGA , der Südafrikanischen Vereinigung und der USGA, sowie des argentinischen Golfverbandes verwaltet wurden.

Das neue System soll folgendes beinhalten:

Das Handicap eines Golfers soll dessen tatsächlichen Fähigkeiten besser reflektieren und mit flexiblen Spielformaten, sowohl in Turnieren als auch in Privatrunden, ein Handicap zu erspielen ermöglichen.

Dabei soll das Handicap mit 54, egal ob Damen oder Herren, beginnen und eine Verbesserung sowohl auf 18 wie auf 9 Löcher Runden ermöglichen. Dabei können nationale oder regionale Clubs oder Verbände hier eigene Vorgaben oder Regeln flexibel gestalten.
Mit dem neuen System soll das Vergnügen am Spiel vergrößert und auch die Turnierbereitschaft gefördert werden.

Auf diese Weise können Golferinnen und Golfer weltweit ihr Handicap verwalten, mit dem Hauptmerkmal, ein den Fähigkeiten entsprechendes Handicap zu führen.

Dieses konsequente Handicapsystem soll von Golfkurs zu Golfkurs, sowie in allen Ländern der Welt benützt werden.(Ca. 80 Länder weltweit).

Hier bitte vollkommen unverbindlich einige der vorgesehenen wichtigsten Neuerungen:

Zur Berechnung des Handicap sollen die 8 besten Resultate aus den letzten 20 Golfrunden zu Grunde gelegt werden, somit als minimale Anzahl von Runden um ein Handicap zu erreichen.

Außerdem sollen die jeweiligen Wetterbedingungen und Schwierigkeiten des Kurses bei dem Spielergebnis berücksichtigt werden.

Spieler können Ihren Score gleich im Anschluss an eine Runde gleich ins Handicap -System eintragen Vor Spielbeginn soll der Spielmodus festgelegt werden.

Ein maximaler Score pro Spielbahn wird vorgegeben, dann muss der Ball aufgehoben werden.

Bei der Erstellung des neuen System wurden Umfragen durchgeführt bei denen 76 Prozent der 52.000 Befragten in 15 Ländern das neue System begrüßten. 22 Prozent wollen die Vorteile überdenken und nur zwei Prozent sind gegen das System.

Zugleich wurden mehr als 300 Golfmanager, Funktionäre, Verbände usw. um ein Feedback über das neue System gebeten.
Dieses Feedback hat dazu geführt, dieses neue Welthandicapsystem (WHS) mit Unterstützung der USGA, R&A, sowie den diversen Verbänden in Japan, Kanada usw. zu entwickeln.

Mike Davis, CEO der USGA, kommentierte die Entwicklung des neue Systems als Hintergrund, um zusammen mit neueren, moderneren, einfacheren Regeln Golf leichter verständlich für alle Spieler/innen zu machen.

Martin Slumbers vom R&A ist ebenso der Meinung, dass mit dem neuen HC-System Golf leichter und verständlicher wird und somit mehr Golfer zu gewinnen sind.

Drivingrange mit Flutlich Foto: Diego on Unsplash

Die Absicht des neuen Systems sind diese drei Hauptmerkmale:

  • So viele Golfer/innen wie möglich für den Sport und zur Führung eines Handicaps zu gewinnen.
  • Das neue HC soll es Golfern weltweit möglich machen unter gleichen Bedingungen zu spielen und sich zu messen.
  • Eine zweijährige Übergangszeit unter Federführung der USGA und R& A soll die Anpassung in den verschiedenen Verbänden und Ländern durchführen.

Dieser Schritt soll in einer mehrjährigen Zusammenarbeit ein entsprechendes Regelwerk erstellen, dass zum Ziel eine Modernisierung des Golfsports, sowie ein besseres Wachstum und Einstiegsmöglichkeit hat.

Die Schweizer Uhrenfirma Rolex hat dabei eine Sponsor- & Partnerschaft bei der Einführung des Welthandicapsystems übernommen. Bereits seit über 50 Jahren unterstützt Rolex die verschiedenen Organisationen des Golfsports, egal ob in Amateur- oder Profivereinigungen.
Dieses neue WHS soll konsequent in allen 80 Golfländern übernommen werden

Liebe Golffreunde man darf gespannt sein, wie das Welthandicapsystem bei den Golfern ankommt. Es ist sicher mehr als notwendig und sinnvoll, gerade wenn man bedenkt, wie heute durch die Reisefreudigkeit der Golfer die Golfwelt enger zusammenwachst.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein
Schönes Spiel!

Ihr

Heinz Schmidbauer

Heinz Schmidbauer

Über Heinz Schmidbauer

Der Golfpro Heinz Schmidbauer blickt auf eine 40 jährige Golferkarriere zurück. Der Diplomierte Sportlehrer betreute als Trainer viele internationale Sportstars und arbeitete mit berühmten Sportlern wie Arnold Palmer, Nick Bolletieri und Patrick Ortlieb zusammen. Seine Golferfahrung, auch als ehemaliges Mitglied der European Challenge-Tour, brachten ihn auf alle Kontinente der Erde. Wobei er auf 3 Kontinenten Profiturniere gewann. Auch als Erbauer und Manager zahlreicher Golfanlagen (ua. Golfclub Kobernausserwald, GC Maria -Theresia) machte er sich einen Namen. Er lebt heute vorwiegend in Italien und Österreich.

Es gibt 3 Kommentare

  1. Angi

    Ich selbst spiele nicht gerne Turniere und empfinde häufig schon das Zählen des Scores auf Privatrunden als anstrengend und lästig. Ich kenne diverse andere Golfer/innen, denen es ähnlich geht wie mir. Daher kann ich mir zur Zeit nur schwer vorstellen, dass das neue Handicap System in irgend einer Weise das Golfspiel an sich und den Zulauf von neuen Spielern fördern wird. Die Möglichkeit, seine Leistungen weltweit zu vergleichen, klingt grundsätzlich sicherlich gut, besonders bei den sehr ambitionierten Spielern. Allerdings verstärkt dieses „sich vergleichen“ doch nur das allseits herrschende Konkurrenzdenken. Ob das dem Spaß am Spiel zuträglich ist und allgemein größeres Interesse am Golfsport weckt, halte ich persönlich eher für fraglich.

  2. Willi

    So wie Angi denken viele, die den Golfsport zwar als Sport, nicht aber als ständige Herausforderung in Sachen Score und Handicap betrachten. Mir geht es ähnlich. Ich liebe den Sport, betreibe ihn leidenschaftlich, spiele aber selten Turniere.

  3. ROMeyer

    Du spielst aber bitte keine Turniere, um Dein Hdc. zu schützen, oder? Außerdem muss man ja nicht jedes Mal alles eintragen, aber wenn man meint, dass dies ein sportlich ambitionierter Tag sein sollte, dann trägt man den Score ein. Falls nicht und man unterwegs z.B. etwas versuchen oder trainieren will, dann trägt man die Runde halt nicht ein. Befreit Euch doch bitte von den gefühlten Zwängen!

Was denken Sie?