Warum muss ich unter Druck putten? – Antwort von voriger Woche

Neues Golfregelbeispiel: Anfrage eines Spielers aus Österreich

Ich musste unter Druck putten, weil mein Mitspieler am Grün die Spielreihenfolge nicht eingehalten hat.

Inv. Nr. 331

Sehr geehrter Herr Pausch,

zu den Regelthema Spielen außer der Reihenfolge beim Putten auf dem Grün

musste ich leider etwas sehr unangenehmes erleben.

Bei einem attraktiven Turnier Zählspiel über 18 Loch liegen am letzten Loch

mein Mitbewerber und meine Person Brutto beide gleichauf.

Mein Ball ich bezeichne mich als Spieler A liegt 3 Meter vom Loch entfernt

Der Ball meines Mitspielers ich bezeichne ihn als Spieler B liegt 1,50 Meter vom Loch entfernt.

Laut Regel 10-2b war ich weiter vom Loch entfernt und war somit an der Reihe

meinen Ball zu spielen.

Als ich mich auf meinen Putt konzentrierte spielt allerdings mein Mitbewerber B

ohne Kommentar seinen Ball fertig und lochte ihn sogar noch ein..

Nachdem wie schon erwähnt wir am Grün brutto gleich auf waren, war ich

gezwungen auch meinen Ball aus 3 m einzulochen sonst hätte ich keine Turniergewinnchance mehr gehabt.

Durch den psychologischen Druck denn ich nun bei meinen Putt hatte, ist es mir

natürlich nicht gelungen meinen Putt einzulochen.

Ich will ja nicht behaupten, dass ich meinen Putt eingelocht hätte, wenn die Spielreihenfolgen wie in Regel 10-2b erwähnt eingehalten wurde, aber der Druck auf mich wäre nicht vorhanden gewesen.

Eine Beanstandung bei der Wettspielleitung ging ins Leere.

Ersuche Herr Pausch Ihre Meinung dazu? Danke!

Die Antwort auf diese Frage wird wieder in einer Woche veröffentlicht

 

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Die Frage von voriger Woche:

Der Ball meines Mitspielers und mein Ball lagen im Gelände nebeneinader,

haben wir richtig gehandelt?

 (Ganzer Regelanfragetext zu diesem Thema finden Sie im Beispiel von voriger Woche)

 

Antwort:

Hallo Herr Albrecht,

Ihr Vorfall unterstreicht wieder einmal die Empfehlung an jeden Spieler bevor

das Spiel beginnt den Ball zu kennzeichnen. So ist es in Ihrer Schilderung dazu gekommen, dass Sie und Ihr Mitbewerber nicht mehr unterscheiden konnten

welcher Ball wem gehört. Dies wiederum führt dazu, dass beide Bälle als verloren gelten, wenn die Spieler ihre beiden identischen Bälle nicht einwandfrei dem jeweiligen Besitzer zuordnen können.

Die Konsequenz ist, wenn beide Bälle nicht einwandfrei identifiziert werden können, somit gelten beide Bälle als verloren. (Siehe Erklärung verlorener Ball)

Nachdem Sie und Ihr Mitbewerber von dieser Stelle doch dann die Bälle

weitgespielt haben, habt Ihr beide einen falschen Ball gespielt und laut Ihrer Schilderung geht nicht hervor, dass der Fehler berichtigt wurde. Das bedeutet also beide Spieler sind zu disqualifizieren. Allerdings gilt die Disqualifikation wenn es sich um ein Stablefordturnier gehandelt hat nur für das jeweilige Loch.

Richtig wäre gewesen, Sie hätten einen neuen Ball nach Regel 27-1 von der zuletzt gespielten Stelle ins Spiel gebracht.

Es gilt also der Grundsatz: Ein Ball, der von der Stelle gespielt wird, von der der ursprüngliche Ball gespielt wurde (also „die letzte Stelle“), wird dadurch mit einem Strafschlag zum „Ball im Spiel“.

Ich hoffe, das war Ihnen eine Lehre und passiert Ihnen nicht nochmals.

.Gernot Pausch

 Liebe Leser auch Sie können mir Fragen zu den Golfregeln stellen, ich werde Ihre Fragen

gerne kostenlos beantworten. mailto:gernot.pausch@utanet.at

 

 

 

Gernot Pausch

Über Gernot Pausch

In dieser Rubrik schreibt Gernot Pausch über die Golfregeln. Gernot Pausch HCP 11- Spielr spielt seit 35 Jahres Golf und befasste sich seit dieser Zeit intensiv mit Golfregeln. Herr Pausch war Golfclubmanager im Golf und Countryclub Salzburg auf der Anlage Schloss Fuschl und beantwortet für mehrere Golfmagazine noch die Golfregelanfragen.

Was denken Sie?