Der harte Weg nach oben: Stephanie Kirchmayr schafft Aufstieg in die erste europäische Liga

Viele Jahre lang hatte sie es beharrlich immer wieder versucht, nun hat es geklappt: Stephanie Kirchmayr, die von 2006 an in der Damenmannschaft des GC am Reichswald spielte und im vergangenen Jahr für ihren Heimatclub mit dem Damenteam Bronze bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft holte, geht ab sofort in der höchsten europäischen Profi-Liga, der LET (Ladies European Tour), an den Start und spielt dort neben so bekannten deutschen Größen wie Carolin Masson und Anja Monke.

Der harte Weg nach Oben

Steffi Kirchmayr, seit 2001 auch Stammspielerin im DGV-Kader und mit dem deutschen Team Europa-Mannschaftsmeisterin von 2009, hatte in den Vorjahren schon einige Anläufe zum Sprung ins Profilager unternommen. Befragt, was in diesem Jahr anders war, antwortete sie: „Ich habe im vergangenen Jahr nach meinem Tourismus-Studium im Hotelfach gearbeitet. Das war eine interessante Zeit, vor allem aber hat es mich in meiner Entscheidung bestärkt, dass ich Golf spielen möchte, und zwar als Berufsgolferin. Das ist mir im vergangenen Jahr klar geworden.“ Bereits eine Woche vor Beginn der Pre-Qualifying-Ausscheidung war die 26-Jährige ins Profi-Lager gewechselt. Sie selbst sagt, dass es vermutlich genau diese Klarheit über ihr Ziel war, die ihr während der diesjährigen Qualifikation den nötigen Biss gab. „Ich wusste, dieses Mal gab es kein Zurück. Ich wollte die Möglichkeit, ein weiteres Jahr als Amateur im Kader zu spielen, bewusst ausschließen. Wenn es mit der Quali nicht geklappt hätte, hätte ich eben andere Profi-Turniere gespielt.“

Über fünf Runden kämpfte sich die Wahlnürnbergerin im spanischen La Manga durch den Trichter zur uneingeschränkten Startberechtigung auf der Ladies European Tour. Vom ersten Tag weg platzierte sie sich in der Spitzengruppe und schloss das Turnier nach Runden von 70/73/72/69/73 mit insgesamt drei Schlägen unter Par auf dem geteilten 4. Platz ab. Mit dieser reifen Leistung folgt Kirchmayr im gleichen Jahr ihrem ehemaligen Clubkameraden aus dem GC am Reichswald, Bernd Ritthammer, auf die European Tour.

Zusammen mit Teamkameradin Steffi Kirchmayr hatte sich auch Franziska Blum, die seit 2001 im GC am Reichswald spielt, um die Tourkarte bemüht. Nach einer sehr guten Leistung in der Pre-Qualifying-Ausscheidung, die sie mühelos meisterte, verbaute ein schlechter Start in den ersten zwei Runden den Weg zur Tour. Daran konnte auch eine Par-Runde am vierten Spieltag nichts mehr ändern. Die amtierende Internationale Amateurmeisterin der Schweiz scheiterte in der Final Stage um 4 Schläge am Cut.

Stephanie Kirchmayr ist mit ihrer reifen Leistung bereits die zweite Spielerin, die für den GC am Reichswald auf der European Tour startet. In den Jahren 1991 bis 1994 teete Stefana Lehmeier-Petrie, die in Nürnberg ihre Ausbildung zur Golflehrerin machte und 1991 und 1992 Internationale Deutsche PGA-Meisterin sowie 1991 und 1993 Nationale Deutsche Golflehrermeisterin wurde, in den Farben des Nürnberger Traditionsclubs auf der europäischen Damentour auf.

Nicht nur auf Teilnahme, sondern sogar auf zwei European-Tour-Siege blickt als ehemaliger Spieler des GC am Reichswald Tobias Dier, der 1998 ins Profi-Lager wechselte und 2001 die North West of Ireland Open gewann. 2002 schrieb der damals 25-Jährige Nürnberger mit dem Sieg der Dutch Open und einer Startrunde von nur 60 Schlägen Golfgeschichte.

Weitere Ex-Mannschaftsspieler des GC am Reichswald, die ins Profilager wechselten, sind: Jochen Lupprian, Richard Porter, Georg Nömeier, Herbert Forster.

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