Die Tradition von Golf bei Olympia

Bei den Olympischen Spielen wird 2016 wieder Golf gespielt. Nicht zum ersten Mal, denn bereits 1900 wurden bei den Olympischen Spielen in Paris und vier Jahre später in St. Louis die Golfschläger geschwungen. Danach hatte es immer wieder Anläufe gegeben: 1908 in London sowie 1916 und 1936 in Berlin waren olympische Turniere geplant, sind jedoch nicht ausgetragen worden.

2005 waren mit Base- und Softball zwei Sportarten ausgeschieden, doch keine der fünf Reservesportarten, darunter Golf, durfte nachrücken. Erst 2009 hat die Vollversammlung des Internationalen Olympische Komitees (IOC) in Kopenhagen beschlossen, Golf wieder in den Kanon der olympischen Sportarten aufzunehmen. Am Rande der Leichtathletik-WM in Berlin hatte das Komitee im August 2009 aus sieben Bewerbern die Sportarten Golf und Rugby ausgewählt und der Vollversammlung die Aufnahme dieser Sportarten ins olympische Programm 2016 empfohlen. In Rio de Janeiro wird Golf somit nach 112 Jahren erstmals wieder im Zeichen der fünf Ringe ausgetragen.

Die Spiele zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in die parallel stattfindenden Weltausstellungen eingebettet. Die Wettkämpfe zogen sich über mehrere Monate hin und wurden kaum beachtet. Bei der Golfpremiere 1900 in Paris gewann die Amerikanerin Margaret Abbott Gold bei den Damen. In St. Louis 1904 holte der Kanadier George Seymour Lyon bei der Herrenkonkurrenz den Sieg und nahm die Goldmedaille mit. Die Weltausstellung in St. Louis war mit einer „Abteilung für Körperkultur und Olympische Spiele“ verbunden. Ausdrücklich wurde eine olympische Meisterschaft um eine Goldmedaille ausgeschrieben. Neben Einzel- und Mannschaftswettbewerben fielen zwei Spielarten besonders ins Auge: Eine Trostrunde für die Ausgeschiedenen des Turniers und ein Putting-Wettbewerb bei elektrischem Licht.

Golf bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro

Spielmodus: Einzel-Zählspielwettbewerb über 72 Löcher (vier Runden). Es gibt keinen Cut nach zwei Runden. Bei gleicher Schlagzahl nach vier Runden werden alle drei Medaillen im Playoff ausgespielt. Die Termine sind für die Herren der 11. bis 14. August 2016, für die Damen: 17. bis 20. August 2016.

Gespielt wird auf dem speziell für die Olympischen Spiele neu erbauten Olympic Golf Course in Barra da Tijuca. Kritik gab es für den Neubau von Umweltschützern, denn es gab bereits zwei Plätze in der Stadt, diese erfüllten aber nicht die Anforderungen. Der Neubau soll teilweise ein Naturschutzgebiet zerstört haben, die Stadt Rio verweist auf Ausgleichsflächen.

Der olympische Golfplatz liegt direkt am Atlantischen Ozean knapp 30 Kilometer südwestlich vom Kern Rio de Janeiros entfernt. Barra, wie der Ortsteil oft auch abgekürzt wird, beheimatet darüber hinaus auch das Olympische und Paralympische Dorf sowie 23 olympische und 13 paralympische Disziplinen.

Die Qualifikation

Die jeweils 60 Plätze bei Damen und Herren wurden über das sogenannte „Olympic Golf Ranking“ (OGR) ermittelt:

  • Spieler der Top 15 der offiziellen Weltrangliste der Damen und Herren zum 11. Juli 2016 sind zur Teilnahme berechtigt, allerdings dürfen nicht mehr als vier Spielerinnen und Spieler aus den Top 15 aus einem Land teilnehmen.
  • Die restlichen Plätze werden ab dem 16. Platz für bis zu zwei Spielerinnen und Spieler aus einem Land vergeben.
  • Mindestens eine Spielerin und einen Spieler aus dem Gastgeberland Brasilien sowie mindestens ein Verterer/in jedes Kontinentes darf am olympischen Golfturnier teilnehmen, falls diese aufgrund der Platzierung in den entsprechenden offiziellen Weltranglisten keine anderweitige Berechtigung errungen haben.

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