Die USA dominieren in Tokio

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Foto: Nathan Jennings/ Unsplash

Seit kurzer Zeit sind die deutschen Athleten wieder in ihrer Heimat gelandet, in der sie zuallererst gebührend in Frankfurt empfangen wurden. Ganz traditionell finden sich die Olympioniken am Römer der hessischen Stadt am Main ein und die Medaillengewinner verewigen sich im goldenen Buch der Stadt.

Favoriten holen zweimal Gold

Die Olympischen Sommerspiele sind vorbei und die USA führen den Medaillenspiegel vor der Volksrepublik China an, bei dem die beiden Nationen durchaus deutlich vor Japan und Großbritannien an der Spitze sind. Zwei der amerikanischen Goldmedaillen wurden dabei im Golf gewonnen. Bei den Herren gewinnt Xander Schauffele das Turnier mit 266 Schlägen (-18) knapp vor dem Slowaken Rory Sabbatini (-17). Bronze holt Cheng-Tsung Pan aus Taiwan mit 269 (-15). Xander Schauffele landet in der ersten Runde gemeinsam mit Landsmann Patrick Reed auf Platz 12, in der beide drei unter Par bleiben. Ab Runde zwei setzt die Dominanz von Schauffele ein, in der er nur 63 Schläge (-8) braucht. In der Zwischenbilanz ist er ab dann auf Position eins vor Carlos Ortiz aus Mexiko, landet in der dritten Runde aber nur auf Rang 21 (-3). Nichtsdestotrotz führt er nach wie vor die zwischenzeitliche Tabelle mit insgesamt 14 unter Par an. In Runde vier reichen Schauffele 67 Schläge (-4), um sich die goldene Medaille zu sichern. Bester Deutscher im Einzel der Herren wird Hurly Long auf Rang 35, der über das Turnier hinweg 277 Schläge (-7) benötigt.

Auch bei den Damen belegen den ersten Platz die USA, die mit Nelly Korda vor Japan und Neuseeland Gold holen. Die junge Amerikanerin braucht 267 Schläge über die vier Turnierrunden und bleibt damit 17 unter Par. Alles in allem spielt sie etwas souveräner auf als ihr Kollege Schauffele und landet in der ersten Runde auf Platz zwei mit 67 Schlägen (-4). In der zweiten Runde benötigt sie nur unfassbare 62 Schläge und spielt neun unter Par. Den dritten Turniertag beendet sie mit 69 Schlägen (-2) auf Rang 16 führt aber weiterhin die Zwischentabelle an. In der vierten und letzten Runde landet sie mit zwei Schlägen unter Par auf Platz 24, während ihre Schwester Jessica Korda mit 64 Schlägen die Runde für sich entscheidet. An der Tabellenführung und somit an der Goldmedaille ändert das allerdings nichts mehr. Die beiden deutschen Golferinnen Caroline Masson und Sophia Popov beenden das Turnier mit 284 Schlägen (0) gemeinsam auf Platz 40.

Somit blieben die großen Überraschungen beim diesjährigen olympischen Golfen aus, denn beide Athleten wurden bereits im Vorhinein im Sportwetten Vergleich als Favoriten gehandelt. Neben Xander Schauffele war es bei den Herren außerdem Collin Morikawa, der als wahrscheinlichster Gewinner der Disziplin galt.

Morikawa landete schlussendlich auf dem vierten Rang und schlug über die vier Runden 15 unter Par. Die letzten beiden Goldmedaillen im Golf bei den Sommerspielen holten die USA 1900, als die Disziplin erstmals olympisch war. Nach 1904 fand sich der Golfsport nämlich in einer Pause von ganzen 112 Jahren wieder, bevor es 2016 in Rio de Janeiro erneut aufgenommen wurde. Auch bei den olympischen Sommerspielen in Paris 2024 wird Golf als einer der Disziplinen dabei sein. Gespielt werden soll dann in Guyancourt, einer Gemeinde rund 30 Kilometer von der französischen Hauptstadt entfernt.

Sportler wollen Golf bei den Paralympics sehen

Doch nun stehen in Tokio erstmal die Paralympics an, die vom 24. August bis zum 5. September ausgetragen werden. Hier sollen 134 deutschen Athleten antreten, was zehn weniger im Vergleich zu den Sommerspielen in Rio 2016 sind. Im Gegensatz zu den Olympischen Spielen sind ebenfalls weniger Sportarten vertreten. Waren es in den Wettkämpfen der vergangenen Wochen noch 33 Sportarten, sind es bei den Paralympics 23. Eine der Disziplinen die nicht dabei sind ist Golf. Das wollen einige Sportler und Para-Athleten allerdings künftig ändern. Einer der dies bereits seit einigen Jahren anstrebt ist der deutsche Golfer Thomas Frey. Er verlor als junger Mann sein Bein bei einem Arbeitsunfall, kämpfte sich aber ins Leben zurück und spielt auch mit einem Bein passioniert Golf. Schon in einem Interview von 2013 hegte er den Traum von den Sommerspielen, doch sowohl 2016 in Rio als auch 2021 in Tokio war es keine paralympische Disziplin.

Auch dieses Jahr findet das Vorhaben Anklang und vor allem in den USA setzten sich Golfer dafür ein, ihren Sport 2024 nach Paris zu bringen. Das liegt besonders an den vermehrten Angeboten für angepasstes Golfen, die in den Staaten immer häufiger zu finden sind. Einer der Pioniere auf diesem Gebiet ist Steve Husome, Gründer von „Adaptive Golf Iowa“, der Golf als eine Art Therapie für Menschen mit Behinderung sieht, aber auch als Herausforderung, die es zu überwinden gilt. Die benötigte Geschicklichkeit und die dazugehörigen Fähigkeiten der Sportler sind bewundernswert und haben laut den Verfechtern den Status als paralympische Sportart mehr als verdient. Was also für diese Paralympics noch nicht geglückt ist, soll 2024 folgen, schließlich ist das Motto des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) eindeutig: „Para-Athleten zu ermöglichen, sportliche Höchstleistungen zu erbringen und die Welt zu inspirieren und zu begeistern“ – und das kann Golf.

Wann es endlich gelingt, Golf zu den Paralympics zu bringen bleibt abzuwarten. Die Daumen von Athleten und Fans des Sports sind allerdings gedrückt, damit es baldmöglichst passiert. Fest steht aber schon jetzt, dass zumindest bei den Olympischen Sommerspielen in Paris wieder Golf auf höchstem Niveau zu verfolgen sein wird.