Bridgestone Invitational

Das Turnier hieß bis vor einigen Jahren, als Bridgestone dann das Hauptsponsoring bernahm, noch NEC Invitational.
Es existiert wie alle Turniere der World Golf Championship Serie seit 1999 und gehrt zu den wichtigsten Turnieren weltweit. Mit einer einzigen Ausnahme (2002) wurde jedes Jahr im Firestone Country Club gespielt.

Inoffiziell wird das Turnier mittlerweile auch Tiger Woods Invitational genannt, da er hier fast als unbesiegbar gilt. Insgesamt konnte er sechs der bisherigen neun Ausgaben gewinnen, davon die ersten drei hintereinander sowie die letzten drei ebenfalls am Stück.
Spektakulär und in die Geschichte eingegangen ist sicherlich sein Sieg im Jahr 2000, bei dem er mit elf Schlägen Vorsprung triumphierte und einen wahnsinnigen Turnierrekord aufstellte. Zudem konnte er das schwere 72. Loch in der absoluten Dunkelheit sogar noch mit einem geschenkten Birdie beenden.
Er schlug seinen Ball ohne etwas zu sehen aus ca. 130 Metern aufs Grün – nicht einmal einen Meter an die Fahne um ihn dann einzulochen. Ein weiterer Schlag von ihm, den die Golfwelt nie wieder vergessen wird.

Der Platz

Der Firestone Country Club in Akron, Ohio besteht aus 54 Löchern, also drei Meisterschaftsplätzen.
Der beste und interessanteste, auf dem auch gespielt wird, ist der Südkurs.
Er wurde im Jahr 1929 von Bert Way für Harvey Firestone gebaut und blieb ber 50 Jahre so bestehen, bis er im Jahr 1985 vom bekannten Golfplatzarchitekten Robert Trent Jones umgebaut wurde. Hinzu kamen unter anderem 50 neue Bunker. Desweiteren wurde der Platz bei Par 70 auf eine Gesamtlnge von 7.283 Yards ausgebaut.
Signature Hole und ganz harte Aufgabe des Platzes ist das 16. Loch, ein Par 5 mit einer Länge von 667 Yards. Es ist somit das längste Par 5, das es auf der PGA Tour gibt und wurde von schon vom groen Arnold Palmer als Monster bezeichnet, nachdem er dort mit einem Triple-Bogey einmal einen Sieg verspielte.
Der Firestone Country Club war bereits Austragungsort vieler bedeutender Turniere, wie z.B. der PGA Championship oder der American Golf Classic.
Seit 1999 findet jedoch ausschließlich das Bridgestone Invitational hier statt.

Ehemalige Sieger

Zu den ehemaligen Siegern ist hier nicht viel zu sagen.
Wie bereits erwhnt ist dies das Turnier von Tiger Woods. Sechsmal konnte er es gewinnen bei bisher neun Auflagen.
Da fallen die drei Siege zwischendrin von Stewart Cink, Darren Clarke und Craig Parry gar nicht wirklich auf, obwohl sie natrlich ebenso gut und wichtig waren wie die des Tigers.
Bevor klar war, dass Woods hier nicht spielen würde, war eigentlich auch den härtesten Kritikern bewusst, dass er hier seinen siebten Sieg feiern würde.

Das Teilnehmerfeld

In dieser Woche befinden sich mit einer Ausnahme alle Topstars des Golfsports auf einem Fleck.
Tiger Woods ist der einzige der Top5 der Welt, der hier nicht am Start sein wird.
Phil Mickelson und Sergio Garcia gelten bei den Buchmachern als Topfavoriten. Auf der einen Seite ist dies zwar gerechtfertigt, da sie in diesem Jahr beide schon groe Turniere gewinnen konnten.
Garcia mit der Players Championship das wohl größte, Mickelson konnte sogar schon zweimal triumphieren. Jedoch lsst die Performance der beiden in den letzten Wochen etwas zu wnschen brig, dass sie hier als Topfavoriten gehandelt werden.
Insofern schtze ich Kenny Perry sehr stark ein und gebe ihm eine hohe Siegchance. Es ist wahnsinnig, was dieser Mann in diesem Jahr bereits erreicht hat. Mit seinen 48 Jahren ist er noch einmal richtig durchgestartet.
Drei Siege hat er bereits in diesem Jahr zu verbuchen und $4.5 Millionen an Preisgeld verdient. Er katapultierte sich somit von einem zwischenzeitlichen 92. Rang in der Welt wieder auf Position 16.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann er den Tiger im FedEx Cup einholen wird. Perry liegt aktuell an zweiter Stelle mit 2.000 Punkten Rckstand.
Ebenfalls zum Kreis der Favoriten zhlt Padraig Harrington, der mittlerweile als dritter der Welt bester europischer Golfspieler ist. Durch seine zwei British Open Siege in den beiden letzen Jahren machte er einen gewaltigen Sprung.
Harrington spielt in Amerika jedoch ganz anders als auf seiner eigentlichen Heimat, der European Tour, und konnte noch nicht viele gute Ergebnisse in den USA erzielen. Dies ist der Grund, warum ich ihn in dieser Woche nicht ganz so stark einschtze.
Von Ernie Els und Adam Scott, Nummer 4 bzw. 5 der Welt, hrte man in den letzten Wochen auch nicht das, was man sich gewnscht htte. Ebenfalls vom starken Stewart Cink, der die Saison sehr gut begann und bereits nach wenigen Monaten 7 Top10 Platzierungen auf seinem Konto hatte, seitdem aber leider auch etwas nachgelassen hat. Cink konnte das Bridgestone Invitational im Jahr 2004 bereits einmalgewinnen und kam auch in diesem Jahr beim WGC-Matchplay bis ins Finale, in dem er klar und deutlich Tiger Woods unterlag.
Vergessen darf man auch nicht die anderen ehemaligen WGC-Gewinner wie Angel Cabrera oder auch Geoff Ogilvy, der ein typischer Mann fr groe Turniere ist und bereits zwei WGCs gewinnen konnte.
Einziger Deutscher im Feld ist Martin Kaymer, der sich fr dieses hochkartige Turnier ber die Weltrangliste qualifiziert hat, in der er sich aktuell auf dem 33. Rang befindet.
Vor zwei Wochen konnte der Mann aus Mettmann, der sich momentan in groen privaten Schwierigkeiten befindet, trotzdem seinen ersten Cut bei einem Major-Turnier machen und zeigte, dass er auf dem Weg ist, einer der ganz groen zu werden.
Kaymer wird sogar schon gemeinsam mit Anthony Kim oder auch Camilo Villegas als mgliche Tiger Woods Nachfolger gehandelt.
Es wrde mich sehr freuen, wenn Kaymer hier wieder einmal ein gutes Ergebnis hinlegt und sich Schritt fr Schritt weiter nach oben arbeiten kann, um in den nchsten Jahren dann auch mal um den Sieg bei solch wichtigen Turnieren mitzuspielen.

Wieder einmal erwartet uns ein Turnier der Extraklasse mit allen Topstarts, die hier ihre Kräfte messen werden.
Der Platz wird alles von den Profis abverlangen und es wird ein harter Kampf werden. Jeder will die vielleicht einmalige Chance nutzen, ein WGC zu spielen, an dem Tiger Woods nicht teilnimmt. Denn immerhin konnte dieser 15 von bisher ausgetragenen 29 WGC-Turnieren gewinnen.
Die größten Chancen, das 30. Event dieser Serie für sich zu entscheiden, sehe ich bei Mickelson, Perry, Ogilvy, Kim oder auch Cink.