Skifahren, Bergidylle, Mozartkugeln, das sind die Vorstellungen, die zuerst in den Sinn kommen. Dabei vermeldete der Österreichische Golfverband (ÖGV) Ende 2024 erstmals knapp 126.000 Mitgliedschaften in heimischen Golfvereinen, einen neuen Rekord, und liegt somit auf Platz 4 unter den mitgliederstärksten Sportverbänden des Landes, hinter Fußball, Tennis und Skisport. Das ist ein Ranking‑Wandel, der sich über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut hat und nun in harten Zahlen sichtbar wird.
Mit dem größeren Angebot wird aber auch mehr Vergleichbarkeit und Transparenz erwartet. Im Golf könnten Online-Vergleichsportale diese Lücke füllen. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt sich unter anderem im iGaming-Markt: Dort haben sich transparente Vergleichsportale, die reichlich Anbieter für iGaming getestet haben, als feste Größe etabliert. Sie strukturieren einen fragmentierten Markt, ordnen Bonusmodelle, Lizenzstatus und Spielauswahl ein und schaffen damit Orientierung in einem regulierten Umfeld.
Geheime Perlen des österreichischen Golfs
In Radstadt in Salzburg hat der GC Radstadt eigenen Angaben zufolge die einzige Golfanlage weltweit, die eine Gondelbahn zwischen zwei Löchern einsetzt, den Birdie-Jet zwischen Loch 11 und 12. Es ist die Kombination aus alpiner Lage, kurzen Wegen nach Radstadt und einem Preisniveau, das deutlich unter vergleichbaren Destinationen in der Schweiz oder in Südtirol liegt.
Der GC Gut Murstätten in der Steiermark ist ein anderer Fall. Denn mitten durch auf dem Platz verläuft ein natürlicher Badesee, den man während der Runde nutzen kann. Klingt nach einer Marketing-Idee, ist aber geografische Realität. Der Club ist unter Insidern der Geheimtipp, taucht in keinem Ranking auf, ist aber immer voll.
Vier weitere Anlagen verdienen Aufmerksamkeit, die sie selten bekommen:
- GC Adamstal (NÖ) : 28 Löcher designt von Jeff Howes, einem Schüler von Jack Nicklaus. Fünfmal Golfplatz des Jahres in Österreich. Besitzer ist Franz Wittmann, zwölffacher österreichischer Rallye-Staatsmeister.
- GC Achensee (Tirol): 1934 gegründet, ältester Golfclub Tirols, auf 1.000 Meter seehöhe am Achensee. 62 Hektar, Leading Golf Course, 2020 zum Golfclub des Jahres gewählt.
- GC Schladming-Dachstein (Stmk): von Bernhard Langer designt, wird intern das Pebble Beach der Alpen genannt. Diese Einschätzung ist nicht ohne Eigenlob, hat aber einen nachvollziehbaren Kern, nämlich alpine Dramatik auf einem technisch anspruchsvollen Kurs.
- Alpe-Adria-Golf Card: 16 Plätze in Kärnten, Slowenien und Norditalien zu einem Preis. Kein Einzeltaktieren, kein Greenfee-Chaos.
Steigende Mitgliederzahlen trotz Exklusivität
Die Pandemie hat dem Golf in Österreich einen Schub verpasst, den man auf den ersten Blick nicht sieht. Während Fitnessstudios gesperrt waren und Mannschaftssport pausierte, blieben Sportarten im Freien wie Golf weiterhin möglich. Der ÖGV meldete 2020 ein Mitgliederwachstum von 7,78 Prozent. Keine Eintagsfliege: Seither wachsen die Mitgliederzahlen jedes Jahr, und sechs Jahre in Folge. Die Buchungen für Turniere auf golf.at sind von knapp 160.000 im Jahr 2017 auf über 350.000 im Jahr 2020 gestiegen.
Österreich hat dabei einen strukturellen Vorteil, über den selten gesprochen wird. Die Golfsaison dauert von April bis Oktober und zählt nicht zum Wintertourismus. Hotels, die im Winter Skireisen verkaufen, vermarkten im Sommer Golf-Pakete an dieselben Kunden. Die Infrastruktur steht, es ändert sich nur die Auslastung.
Sepp Straka, die DP World Tour und was das für die heimische Szene bedeutet
Im Februar 2022 gewann Sepp Straka das Honda Classic in Florida und wurde damit der erste Österreicher mit einem PGA-Tour-Sieg. Dieser Moment hatte eine Symbolwirkung, die über das Ergebnis hinausging: Er bewies, dass österreichische Golfer auf der höchsten Ebene des Sports wettbewerbsfähig sind. Nicht als Außenseiter, sondern als Stammgäste im Feld.
Bernd Wiesberger und Matthias Schwab sind seit Jahren feste Größen auf der DP World Tour. Max Steinlechner unterzeichnete 2023 einen Vertrag mit TaylorMade. Im Frauengolf sind Emma Spitz und Isabella Holpfer auf der Ladies European Tour aktiv.
Was das konkret bedeutet: Golf hat in Österreich Gesichter bekommen, die mediale Aufmerksamkeit erzeugen, ohne dass der Verband aktiv Werbung schalten muss. Das funktioniert in der Nachwuchsgewinnung messbar besser als jede Kampagne.
Nach 35 Jahren Pause kehrte die DP World Tour 2024 mit der Austrian Alpine Open auf den GC Gut Altentann bei Salzburg zurück. Österreich war damit wieder auf der offiziellen Profi-Landkarte, nicht als Gastgeber aus Nostalgie, sondern weil die Infrastruktur und der organisatorische Rahmen stimmten.
Was Golfreisen nach Österreich noch bremst
Die Bekanntheit fehlt. Das ist die ehrlichste Erklärung. Wer international nach Golfreisen sucht, landet zuerst in Schottland, Portugal, Spanien oder Irland. Österreich taucht in diesen Vergleichen selten auf, obwohl Platzniveau, Naturkulisse und Preis-Leistung objektiv konkurrenzfähig sind.
Das GC Adamstal stand auf top100golfcourses.com 2023 als beste Anlage Österreichs gelistet, ein Ranking, das international verfolgt wird. Trotzdem fehlt der Kurs in den meisten deutschsprachigen Reiseführern zum Thema Golf. Auch in großen Online-Portalen dominieren Destinationen mit direktem Meerzugang oder ikonischen Turnierplätzen, während alpine Layouts trotz architektonischer Qualität weniger präsent sind.
Die Saison ist kurz, das ist ein realer Nachteil. Wer im November oder März buchen will, hat in Österreich kaum Optionen. Das schränkt die Zielgruppe strukturell ein und macht die Vermarktung schwieriger als in ganzjährig bespielten Regionen. Hinzu kommen wetterbedingte Planungsunsicherheiten in höheren Lagen sowie eine vergleichsweise kleinteilige Clubstruktur, die internationale Pakete nicht immer aus einer Hand anbietet. Österreich weiß das. Wie es darauf antwortet, wird die nächsten Mitgliederstatistiken mitbestimmen.
