ALBA besiegt hartnäckige "Spatzen" mit 100:90

(9.3.) Mit einem glatten 100:90 (40:43) hat ALBA BERLIN am Mittwoch Abend in der o2 World gegen ratiopharm Ulm seinen 17. Saisonsieg in der Beko BBL eingefahren. Gegen die selbstbewussten und nie aufsteckenden „Riesen“ aus Ulm (größte Mannnschaft der Liga) konnte sich das Team von Muli Katzurin erst im Schlussviertel entscheidend absetzen. Statistik >>

Drei Viertel lang spielten beide Kontrahenten auf Augenhöhe. Dass Nationalspieler Robin Benzing dabei mit einem verstauchten Daumen fehlte, schien die Gäste kaum zu stören, denn ihr beiden Neuzugänge Fitzgerald (15 Punkte) und Mason-Griffin (8 Punkte, 5 Assists) schlugen gleich kräftig ein. Während ALBA-Coach Katzurin in der 40:43 verlorenen ersten Halbzeit noch viel durchrotierte, verließ er sich im zweiten Durchgang stärker auf eine kleinere Rotation. Das machte sich bezahlt, ALBA gewann die zweite Hälfte 60:47. Trotzdem war die Partie zu Beginn des Schlussviertels noch offen, bis sich die Albatrosse mit einem 12:2-Lauf endlich und entscheidend befreien konnten. Am Ende erzielte Derrick Allen sogar noch den viel umjubelten zweiten „Hunderter“ der Saison und wird damit in alter Basketballtradition demnächst eine Runde fürs Team schmeißen müssen.

Die Punkte verteilten sich bei den Berlinern sehr ausgeglichen: Mit Jenkins (19 + 5 Assists), Taylor (18 + 7 Rebounds), Allen (16), Schultze (15 + 3 Assists), Idbihi (11 + 8 Rebounds) und Rochestie (10 + 7 Assists) scorten gleich sechs Spieler zweistellig. 28 Assists insgesamt verdeutlichen das gute Zusammenspiel der Albatrosse, die gegen das beste Reboundteam der Liga ein ausgeglichenes Abpraller-Duell (28:28) erkämpften. In seinem ersten ALBA-Spiel kam Miroslav Raduljica auf zwei Punkte in fünf Minuten. Ulms Topscorer waren Bryant (20), Fitzgerald und Trice (je 15).

Spielverlauf: ALBA legte gut los und ging über Idbihi und Allen gleich 4:0 in Führung. Die Ulmer suchten wie erwartet das Spiel am Brett, wo die Albatrosse aber vorbereitet waren und keine einfachen Punkte zuließen. Kurzzeitig führte Ulm noch einmal 5:4, aber dann setzten sich die Berliner mit vielen Schnellangriff in einem 8:2-Run auf 12:7 ab. Nach einer Auszeit fanden die Gäste jedoch besser ins Spiel. Das hatten sie vor allem dem quirligen Rocky Trice zu verdanken, der vorne von außen und innen traf, und zwei Minuten vor dem Ende des Viertels den 16:16-Ausgleich besorgte. Die Berliner, bei denen Neuzugang Raduljica mittlerweile sein o2 World-Debüt gefeiert hatte, hatten den Faden verloren und kassierten in den beiden verbleibenden Minuten nur noch 5:0-Punkte zum 16:21-Viertelendstand.

Mit einem Dreier von Rochestie und Jumper von Taylor glich ALBA zu Beginn des zweiten Abschnitts direkt wieder aus, doch die zwischendurch immer wieder in Zonenverteidigung wechselnden Ulmer waren nicht bereit, die Führung abzugeben. Neuzugang Dan Fitzgerald hielt seinem Team die Albatrosse mit zwei Dreiern in Serie vom Leib. Schultze und Idbihi glichen zwar erneut aus, doch nun antwortete Bryant mit einem Dreipunktespiel. Dann brachte Schultze sein Team per Dreier in Führung, aber die Gäste konterten erneut. So setzte sich das Hin und Her bis zum Viertelende fort. Anderthalb Minuten vor der Pause hatte Allen ALBA wieder 40:39 in Führung gebracht, doch eine unkonzentrierte Schlussphase der Hauptstädter nutzen Günther und Collins um die „Spatzen“ zur Halbzeit wieder 43:40 in Front zu schießen. Den Albatrossen war es nicht mehr gelungen, ihr Fastbreakspiel aus den ersten Minuten erfolgreich fortzuführen.

Nach dem Seitenwechsel eroberten sich die Berliner über Idbihi und Rochstie gleich die Führung zurück, doch unglücklicherweise kassierte der ALBA-Point Guard danach schon sein drittes Foul und musste wieder auf die Bank. Ulms Hüne Bryant hielt die Schwaben auf der Gegenseite im Spiel, er erzielte sechs Zähler in Serie. Per Dunk markierte er in der 24. Minute das 49:48 für die Gäste. Doch ALBA machte nun viel Druck und forcierte wieder viel stärker das Fastbreakspiel. Nach einem Ballgewinn aus der Zonenverteidigung und Schnellangriff von Allen zum 55:50 brauchte Ulm-Coach Mike Taylor eine Auszeit. Bis auf 63:58 zogen die Berliner danach davon, doch die Gäste waren einfach nicht abzuschütteln. Trotz guter ALBA-Verteidigung trafen sie schwierigste Würfe und bestraften eine kurze Schwächephase des Teams von Muli Katzurin blitzschnell mit einem 7:0-Lauf, der sie eine Minute vor Viertelende wieder 65:64 in Führung brachte. Doch ALBA drehte den Spieß noch einmal um: Ein Korbleger von Allen sowie eine akrobatischer Drive von Julius Jenkins brachten einen 68:65-Vorsprung zum Ende des Abschnitts.

Taylor begann das Schlussviertel mit einem erfolgreichen Dreier und eröffneten damit endlich den lange herbei gesehnten Lauf seines Team: Schultze und Jenkins trafen ebenfalls für Drei und Allen und Taylor von der Freiwurflinie, während Ulm nur zwei Punkte durch Griffin zu verbuchen hatte. Mit dieser 12:2-Serie hatte sich ALBA in der 33. Minute auf 80:67 abgesetzt. Doch die Ulmer gaben keinesfalls nach. Nach Dreipunktewürfen von Betz und Günther hieß es wieder nur noch 75:82. Aber die Berliner blieben nun konzentriert und gaben sich keine Blöße mehr. Schultze erneut von der Dreierlinie und kurz darauf auch noch Rochestie aus der gleichen Ecke stellten mit dem 90:78 dreieinhalb Minuten vor dem Ende die Weichen wieder auf Sieg. Etwas zu früh ließen die Albatrosse die Zügel schliefen, doch spätestens als Derrick Allen den „Hunderter“ markierte, störten sich die mit La-Ola-Wellen feiernden 9.634 Zuschauer auch nicht mehr dran, dass Roderick Trice noch fünf Punkte in der Schlussminute gelungen waren.

Stimmen zum Spiel
Mike Taylor (Ulm):
Ich bin zufrieden damit, wie hart wir gespielt haben. Es war nicht einfach für uns ohne Robin Benzing, aber unsere beiden Neuzugänge haben sich dafür sehr gut eingeführt. ALBA ist sehr aggressiv aufgetreten und hat uns vor allem mit Ballgewinnen und Fastbreaks den Zahn gezogen. Ich bin zufrieden, aber wir müssen trotzdem härter spielen und besser auf den Ball aufpassen.

Muli Katzurin (ALBA):
Ich glaube, die Zuschauer konnten das Spiel genießen, es gab viele Punkte zu bewundern. Ich bin froh, dass wir mit einem ausgeglichenen Reboundverhältnis abgeschlossen haben. Das hatten wir uns für diese Partie vorgenommen und die letzten fünf Tage hart daran gearbeitet. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viele Aufs und Abs, aber in den zweiten 20 Minuten haben wir 60 Punkte erzielt, was ein starker Wert ist. Ulm hat hart gekämpft und ist bestimmt drei oder vier Mal zurück gekommen, bis sie endlich geschlagen waren. Es gibt natürlich immer noch vieles, woran wir arbeiten müssen, aber das geht immer besser mit Siegen im Rücken.