{"id":39114,"date":"2023-06-02T12:00:40","date_gmt":"2023-06-02T10:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.golfsportmagazin.de\/?p=39114"},"modified":"2024-01-17T18:21:17","modified_gmt":"2024-01-17T17:21:17","slug":"die-fuenf-grossen-missverstaendnisse-beim-golf-julia-smailes-im-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.golfsportmagazin.de\/interviews\/die-fuenf-grossen-missverstaendnisse-beim-golf-julia-smailes-im-interview\/","title":{"rendered":"Die f\u00fcnf gro\u00dfen Missverst\u00e4ndnisse beim Golf – Julia Smailes im Interview"},"content":{"rendered":"

Julia Smailes ist seit 2003 im Steigenberger Hotel Treudelberg und wurde in den Golfsport quasi reingeboren. Ihr Vater ist Golflehrer. Geboren auf der Wendlohe, die Jugend auf Gut Kaden verbracht \u2013 Golf ist ihr Leben. Das Talent ihres Vaters wurde ihr leider nicht vererbt. Heute ist sie Golf & Sport Managerin, mit Ihr sprachen wir dar\u00fcber wie sie der Golfsport im\u00a0 Golfclub Treudelberg ver\u00e4ndert hat und welches die f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Missverst\u00e4ndnisse beim Golf sind.<\/strong><\/p>\n

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Julia Smailes. Foto: pr<\/figcaption><\/figure>\n

Durch den Golfboom in den 2000ern hat sich der Bereich extrem aufgelockert. Kommen seitdem andere G\u00e4ste auf Ihren Platz, weil es auch g\u00fcnstigere M\u00f6glichkeiten gibt?<\/strong>
\nDefinitiv. Es gibt mittlerweile f\u00fcr jeden Golfer den richtigen Club. Es gibt die Elit\u00e4ren Clubs, wo man sich noch einkaufen muss, aber auch zahlreiche, wo man auch, ich sag mal mit abgeschnittener Jeans und kurzen \u00c4rmeln willkommen ist. Und diese Clubs haben dann auch eine andere Preispolitik. 90 % der Pl\u00e4tze sind heute ohne Aufnahmegeb\u00fchr und mit monatlichem Beitrag \u2013 Nicht teurer als ein Fitnessstudio. Wir haben uns im Steigenberger Hotel Treudelberg auch umgestellt. Fr\u00fcher musste man sich auch bei uns einkaufen und hatte dann eine lebenslange Mitgliedschaft. Das entspricht nicht mehr der Zeit. Es gibt jetzt am Anfang eine kleine Bearbeitungsgeb\u00fchr und dann einen j\u00e4hrlichen Beitrag, flexibel gestaltet und da muss Golf auch hingehen. Fr\u00fcher wusste man, wo man sein Leben verbringt. Aber die jungen Leute
wissen<\/a> ja gar nicht, was die Zukunft ihnen bringt und wo sie hin verschlagen werden. Deswegen sind die meisten Clubs flexibler geworden und eben auch nicht mehr so elit\u00e4r.<\/p>\n

Wie findet man seinen Club?<\/strong><\/p>\n

Ich denke, wenn man sich im Internet umguckt bekommt man nicht den richtigen Eindruck. Man sollte auf die Anlage fahren und sich dort umgucken. Jeder Club hat eine Driving Range, und auch wenn man noch keine Platzreife<\/a> hat, kann man sich hier mal ausprobieren. Auf dem gro\u00dfen Platz kann man meistens aus versicherungstechnischen Gr\u00fcnden nur spielen, wenn man irgendwo Mitglied<\/a> ist. Dann ist man n\u00e4mlich automatisch im deutschen Golfverband versichert und es kann ja immer mal ein Ball querfliegen.<\/p>\n

Hat sich die Klientel im Steigenberger Hotel Treudelberg seitdem sehr ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n

Das hielt sich in Grenzen. Aber es ist nat\u00fcrlich wichtig Neugolfer und junge Leute f\u00fcr den Sport zu begeistern, deswegen haben wir eine ganz aktive Jugendarbeit. Dann war f\u00fcr uns gut, dass wir in die zweite Bundesliga aufgestiegen sind, da wird man bekannter, die Leute sprechen dr\u00fcber. Und die flexiblen Mitgliedschaften oder der Tag der offenen T\u00fcr \u2013 wir sind schon sehr in Bewegung. Aber wir sind ein St\u00fcck weit alten Traditionen treu geblieben, abgeschnittene Jeans und tr\u00e4gerlose Tops sind bei uns noch nicht so etabliert, aber das machen wir auch bewusst. Wir wollen uns schon noch ein wenig von anderen Clubs abheben. Wir haben ein gesundes Mittelma\u00df hier.<\/p>\n

Und Golf ist perfekt in Corona-Zeiten?<\/strong><\/p>\n

Ja, wir hatten nur einmal eine kurze Schlie\u00dfphase, aber seitdem sind haben wir ge\u00f6ffnet. Es ist der perfekte Sport zu zweit mit viel Abstand an der frischen Luft. Da man kaum noch etwas machen darf, ist das sehr attraktiv. Es gab durch Corona sehr viele Neueintritte. Jeder auf dem Platz hat mindestens einen Fu\u00dfballplatz f\u00fcr sich. Wer da nicht in der Lage ist Abstand zu halten, der spielt foul.<\/p>\n

Ich m\u00f6chte mit Golf anfangen. Was muss ich tun?<\/strong><\/p>\n

Der beste Start ist immer ein Schnupperkurs. Der geht bei uns zwei Stunden und kostet 25 Euro und da wird man von dem Golflehrer einmal in alle Facetten reingef\u00fchrt. Da bekommt man einen guten Eindruck, ob man sich f\u00fcr den Sport begeistert oder nicht. Man trifft nicht zwangsl\u00e4ufig den Ball, aber man merkt, ob es einem Spa\u00df macht.<\/p>\n

Wie ist es als Anf\u00e4nger im Golf?<\/strong><\/p>\n

Fr\u00fcher war das mit Sicherheit etwas schwieriger und man wurde mehr be\u00e4ugt. Aber heutzutage wissen alle, dass sie auch mal Anf\u00e4nger waren und da wird man abgeholt und angeleitet. Es gibt auch Turniere f\u00fcr Anf\u00e4nger \u2013 also da ist man direkt integriert. Auch die Altmitglieder freuen sich, wenn sie gute Tipps geben k\u00f6nnen. Im Golf geht es ja neben der k\u00f6rperlichen Seite auch viel um Geselligkeit. Danach noch ein Getr\u00e4nk zusammen zunehmen und \u00fcber die Runde sprechen. Da freut man sich \u00fcber jedes Mitglied. Man muss Golf nicht k\u00f6nnen, um die Vorteile genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n

Wie verbessert man sein Handicap<\/a> z\u00fcgig?<\/strong><\/p>\n

Mit Trainerstunden. Alleine wird das nichts. Man kommt vielleicht voran, aber es schleichen sich Gewohnheiten ein, die man dann im schlimmsten Fall nicht mehr rausbekommt. Also Trainerstunden und viel \u00fcben.<\/p>\n

Wie kommt man zum Golf?<\/strong><\/p>\n

Ich glaube gr\u00f6\u00dften Teils durch Freunde und Verwandte, die den Sport betreiben. Gro\u00dfe Sportidole gibt es im Golf nicht wirklich. Fr\u00fcher Bernhard Langer<\/a> und dann Martin Kaymer. Das waren Aush\u00e4ngeschilder, aber es ist immer noch nicht der Sport, \u00fcber den so viel gesprochen wird. Wir haben allerdings auch Kooperationen mit Umliegenden Schulen, als Art AG k\u00f6nnen Kinder dann Golf spielen. Da bleiben auch viele dabei und dann auch oft sp\u00e4ter die Eltern.<\/p>\n

Braucht man f\u00fcr Golf nicht sehr viel Zeit und Flexibilit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n

Fr\u00fcher schon. Da spielte man immer \u00fcber 18 L\u00f6cher und musste im Schnitt 5 Stunden daf\u00fcr einplanen. Heute gibt es kleine Runden \u00fcber neun L\u00f6cher. Das schafft man in zwei Stunden, wie gesagt, Spielfilml\u00e4nge. Das kann man unterbringen. Dass das akzeptiert wird, war aber ein langer Weg und f\u00fcr Altmitglieder auch schwierig zu erkennen. Mittlerweile werden aber auch Turniere \u00fcber neun Loch gespielt und wir haben sogar eine Neunloch-Mitgliedschaft ins Leben gerufen. Das hat eingeschlagen wie eine Bombe. Das ist eben Zeitentsprechend. Wir haben alle nicht mehr so viel Zeit. Junge Leute mit Familie und Job sind froh, wenn sie sich zwei drei Mal die Woche f\u00fcr drei Stunden loseisen k\u00f6nnen. Und auch die \u00c4lteren, die K\u00f6rperlich 18 L\u00f6cher nicht mehr schaffen. Homeoffice hat nat\u00fcrlich zeitlich wieder mehr Flexibilit\u00e4t gebracht, das haben wir auch gemerkt. Es gibt kaum noch freie Startzeiten.<\/p>\n

Was ist das Sch\u00f6ne an Golf?<\/strong><\/p>\n

Es ist sportlich und entstressend, man kann es bis ins hohe Alter betreiben und eine kleine Runde hat gerade mal Spielfilml\u00e4nge \u2013 die Zeit hat jeder. Wie eine kleine Tratschwanderung. Und man kann sich immer weiter entwickeln, man ist drau\u00dfen, die Geselligkeit, wenn wir sie wieder haben, und die Gemeinschaft. Das ist alles Golf. Es gibt f\u00fcr jeden das passende Angebot. Keiner muss Turniere spielen. F\u00fcr mich gibt es alles im Golf. Man kann alleine spielen, im Team, man lernt Menschen kennen, treibt Sport und entspannt sich. Golf ist wirklich eine sch\u00f6ne Sache.<\/p>\n

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