Lernen ist der Unterschied zwischen der inneren und der ueren

Lernen ist der Unterschied zwischen der inneren und der ueren Wahrheit, sagt Uwe Venohr, der seine Teaching-Philosophie mit dem Motto Dein Gefhl ist falsch!, beschreibt. Der Lernende msse neue Empfindungen und Gefhle ak-zeptieren, neue Motive zulassen. Nur so sei Forschritt erzielbar. Es gibt sehr viele Fehlerquellen in Lernprozessen, hat er herausgefunden. Fr den Lern- und Lehr-Erfolg sei es auerordentlich wichtig, dass der Golflehrer sehr individuell auf seinen Schler eingehe und die fr den Einzelnen beste Lehrmethode ermittle. Selbst seit 1992 Mitglied der PGA of Germany und im vergangenen Jahr ins PGA-Coach-Team berufen, unterrichtete Uwe Venohr zuletzt 15 Jahre lang im GC Syke. Seit dieser Saison ist er neuer Head-Professional im Bremer Golfclub Oberneuland, wo er seine Forschungen fortsetzen und seine Erfahrungen an Schler und Kollegen weitergeben wird. Ich finde es sehr spannend, unseren Auszubildenden didaktische Mittel in die Hand zu geben, mit deren Hilfe sie ihren eigenen Unterricht optimieren und noch erfolgreicher gestalten knnen.

Um erfolgreiche Gestaltung geht es auch in der Master-Arbeit von Hans-Werner Kahre vom GC Burgwedel bei Hannover. ProShop 2006 Chance oder Aus-laufmodell? lautet der Titel seiner 45-Seiten-Arbeit, die ihn zu dem Schluss bringt: Der ProShop ist dann eine wirkliche Chance, wenn sich der Betreiber voll in die Aufgabe hinein kniet, zu Messen reist, sich mit Herstellern und Hndlern unterhlt und jederzeit ber Trends und Entwicklungen des Marktes auf dem Laufenden ist. Dann sei finanzieller Erfolg mglich. Mehr noch aber als einen rein wirtschaftlichen Faktor sieht Kahre, PGA Professional seit 1967 und seit 30 Jahren Shop-Inhaber, das Geschft mit Schlgern, Bllen und Regenanzgen als wichtigen Teil des Berufsbildes PGA Professional: Der Shop gehrt dazu, so der 56-Jhrige. Insbesondere fr professionelles Schlger-Fitting und das passende Material ist der PGA Professional der Fachmann, der mit seinem Wis-sen gefragt und unersetzbar sei. Die gesamte Hardware, die Golfschlger, das gehrt in die Hnde des PGA Golf Professionals!

Sich selbst und die eigenen Trainingsmethoden immer wieder zu hinterfragen, hat Ulrich Schring vom GC An der Pinnau zu seiner Master-Arbeit inspiriert. Ich wollte einmal genau untersuchen, ob die bungen, die ich mit meinen Sch-lern mache, tatschlich richtig und effektiv sind, so der 40-Jhrige, der der PGA of Germany seit 1991 angehrt. Auf ber 50 Seiten befasst er sich deshalb mit Golfspezifischem Koordinationstraining zur Technikstabilisierung des Golf-schwungs, bringt seine Ergebnisse aus verschiedenen Trainingsgruppen und Trainingsstudien zu Papier. Sein Fazit: Vor allem kommt es beim Training darauf an, ganz individuell auf den einzelnen Menschen einzugehen. Die Schler seien schlielich keine Roboter, und was fr den einen als bung prima funktioniere, habe bei einem anderen nicht zwangslufig den gleichen Erfolg, so der PGA Pro-fessional aus Quickborn. Seit 15 Jahren betreut Schring Jugend- und Leistungs-Golfer, als Landestrainer Niedersachsen/Bremen ist er fr den Nachwuchs der D2 und D3-Kader verantwortlich.

Shaun Case schlielich, ab dieser Saison Head-Professsional im sterreichi-schen GC Velden-Kstenberg, befasste sich intensiv mit dem Thema Visuali-sierung ihre Definition, Erluterung und Integration in den Golfunterricht. Inspi-riert von Jack Nicklaus Buch Golf My Way untersuchte er technische, taktische und psychologische Aspekte des Golfspiels, sowie die besten Wege, um seinen Schlern Bewegungsablufe zu vermitteln. Es ist wesentlich, Bewegungsablufe so einfach und nachvollziehbar wie mglich aufzuschlsseln, so die Erkenntnis des 41-jhrigen Briten, der ursprnglich aus Nottingham stammt und von 1987 bis 2006 in Deutschland unterrichtete, zuletzt im Rheinischen Golfclub Kln. Mitglied der PGA of Germany ist er seit 1991. Fr den Professional geht es darum, dem Schler die Aufgabe so einfach wie mglich zu machen. Der Lehrer muss ihn frdern, darf ihn aber nicht berfordern. Dazu ist es wichtig zu akzeptieren, dass nicht alle Spieler Weltklasse-Golfer werden knnen. Einen solchen einmal zu trainieren, das gehrt freilich schon zu Shaun Case Wunschzielen. Sein Tipp an die Kollegen: Lernen, lernen, lernen und so viele Informationen sammeln wie mglich. Um daraus eine eigene Teaching-Philosophie und eine eigene Teacher-Persnlichkeit zu entwickeln.

G4 bis Master Pro: Das PGA-Graduierungssystem

Das Graduierungssystem der PGA of Germany zeigt, wie regelmig ein Golfleh-rer Seminare und Fortbildungskurse besucht und sich damit auf dem Stand aktu-ellen Know-hows modernen Golfunterrichts hlt. Gehrt jedes Mitglied der PGA of Germany nach erfolgreicher Abschluss-Prfung zum Diplom-Golflehrer auto-matisch der Graduierungsstufe G4 an, so kann es sich durch die Teilnahme an Seminaren ber die Stufen G3 und G2 bis zum G1-Professional der PGA of Germany und schlielich durch eine Master-Arbeit sogar bis zum Master-Professional der PGA of Germany weiterentwickeln.

Der PGA Professional sammelt whrend seiner gesamten Laufbahn kontinuier-lich Punkte fr das Graduierungssystem. Die Teilnahme an einem Fortbildungs-seminar bringt zehn Punkte pro Seminartag. Ausbilderseminare werden mit 15 Punkten pro Tag bewertet. Maximal knnen pro Seminar 40 Punkte (45 Punkte beim Ausbilderseminar) gesammelt werden. Anerkannt sind neben den Fortbil-dungen der Aus- und Fortbildungs GmbH der PGA of Germany die Seminare aller anerkannten PGAs, die Seminare des Deutschen Golf Verbands, die Kurse der Deula und des GMVD sowie die Fortbildungen der einzelnen PGA-Landesverbnde, letztere jedoch mit maximal zehn Punkten pro Jahr. Auerdem werden pro Jahr der Mitgliedschaft in der PGA of Germany fnf Punkte gutge-schrieben. Allerdings werden auch jedes Jahr automatisch 20 Punkte vom Punk-tekonto abgezogen. Damit kann nur der seine Graduierungsstufe halten, der dauerhaft aktiv und engagiert in seinem Beruf und in seiner beruflichen Weiter-bildung ist.

Zum G3-Professional steigt auf, wer 100 Punkte im Graduierungssystem erreicht hat. Ein G2-Professional hat mindestens 200 Punkte gesammelt, ein G1-Professional 300 Punkte. Wer eine Masterarbeit schreiben mchten, muss seit mindestens zehn Jahren Mitglied der PGA of Germany im Status Golflehrer sein und 360 Punkte auf seinem Graduierungs-Konto haben.