100 Golfer am Tag auf dem Golfplatz

100 Golfer am Tag auf dem Golfplatz, das sind 100-mal mindestens vier Probeschwnge plus der richtige Schlag, sodass die Schnitzel genannten Divots fliegen. Meistens bleiben die bis zu 25 Quadratzentimeter groen Divots dort liegen, wohin Probeschwung und Schwerkraft sie getragen haben. Also: 100 Golfer/d mal 5 Schwnge mal 18 Lcher mal 25 Quadratzentimeter, das sind summa summarum Zweiundzwanzigkommafnf Quadratmeter Rasen pro Tag, die schwungvoll durch die Gegend fliegen. Es wird schon Gras drber wachsen, sagen die einen.

In Sdafrika sind Divots kein Thema. Dort hat jeder Golfer ein mit Sand und Samen geflltes Sckchen am Bag. Schlgt man ein Divot, nimmt man das Sckchen und schttet etwas von dem Sand-Gras-Gemisch darin auf die kahl geschlage Stelle. Hier wird bald wieder Gras drber gewachsen sein.

Bei uns luft das anders. Entweder ignoriert man die Divots und luft gleich weiter, oder man geht vor, sammelt das Schnitzel ein, geht wieder zurck und legt den Grasplacken auf die kahle Stelle und tritt ihn fest. Aber das ist fast alles graue Theorie. Die Ignoranten sehen vornehm darber hinweg. Warum sollen sie die Dinger auch zurcklegen, denn es kommt ja doch gleich der Greenkeeper mit seiner Mhmaschine. Und schon ist der Placken irgendwohin geschleudert. Also lasse ich die Divots gleich dort, wo sie nach meinen Schwngen gelandet sind. Basta!

Das wird nun bald anders. Denn es wird eine Divotpolizei geben. Der Rechtsrat des DGV ist gerade dabei, eine zentrale Dienstvorschrift fr Divotpolizei und Pitch-Marken-Marschalls zu verabschieden. Deren Kompetenzen mssen nmlich klar geregelt sein, denn nichts regelt sich von selbst. So die einhellige Meinung jener, die schon immer gewusst haben, dass es ohne Divotpolizei und Pitch-Marken-Marschalls, die mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet sind, nicht mehr geht. Und, wo kmen wir denn hin, wenn Golfanarchisten das Heft in die Hand nhmen?

Wie subtil die Golfbullen vorgehen sollen, wurde aus gut unterrichteter Quelle bekannt: Ein Divotpolizist wird aus den Spuren im blanken Boden lesen knnen. Denn jede Schlgersohle hat Riefen, die Spuren im Sand hinterlassen wie Zge und Felder in Pistolen- oder Gewehrlufen auf den Geschosskugeln. Damit die Polizisten die Spuren sichern knnen, hat die Firma Moltofill eigens mobile Fertiggipscontainer entwickelt, die in einem Halfter am Grtel getragen werden. Sie enthalten flssigen Gips, der unter Sauerstoffeinwirkung schnell trocknet. Wie luft so eine Beweissicherung ab?

Also: Eimer aus dem Halfter gezogen, Schraubdeckel aufdrehen, flssigen Gips ber die Ausgusslippe in die Spur giessen, den Gips sodann trocknen lassen und fertig ist der Abdruck fr die weitere Bestimmung des Tters. Die Polizisten knnen sogar anhand der Anschnittwinkel am Grasanschnitt ermitteln, mit was fr einem Schlger der Tter geschlagen hat, mit einem Eisen 1 oder mit einem Lob Wedge beispielsweise. Uns, die wir gewhnlich die Divots liegen lassen, stehen harte Zeiten bevor, denn bei Versto droht Aussperrung oder Deportation, wurde gesagt.
[rot] [fett]Unser Rat: Legt die Divots zurck, bevor es zu spt ist und die Divotpolizei euch sagt, Fine, Strafe muss sein.[/fett][/rot]

Noch hrter soll es auf den Grns zugehen. Hier werden Pitch-Marken-Marschalls knftig Strenge walten lassen. Hrteste Stichproben sind angesagt. Sie werden prfen, ob jeder Golfer eine Pitchgabel bei sich trgt. Denkt bitte an die vielen Taschen in der Kleidung und den mindestens 10 Reiverschlusstaschen am Bag. Wer den Pitch-Marken-Marschalls nicht sofort und unaufgefordert die Gabel zeigt, handelt mit sauren Zitronen. Denn dann wird der Betroffene nicht nur gefilzt, sondern er bringt durch seine Vergesslichkeit den Golfbetrieb zum Erliegen, denn die Marschalls lassen, solange die Razzia andauert, keinen mehr weiter spielen. Was fr ein grausamer Gedanke.

Die Gabel bei sich zu tragen, sagt noch nichts aus. Sie zu benutzen ist die hohe Kunst. Dass wir Pitch-Marken-Marschalls ntig haben, wissen wir nicht zuletzt seit ffnung der Sommergrns in diesem Jahr. Unter uns gesagt, die Oberflchen der Grns sehen seither aus wie die der Golfblle. Delle reiht sich an Delle.

Auch Pitchmarken hinterlassen unverwechselbare Zeichen, die die Pitch-Marken-Marschalls identifizieren knnen wie andere Polizisten Daumenabdrcke. Denn auf den Bllen kleben oft Hautpartikel der Spieler, die in den Pitch-Marken haften bleiben. Durch Gen-Tests wird es den Marschalls mglich sein, die “Penetranten” zu berfhren.

[rot][fett]Unser Rat: Macht die Pitch-Marken sofort weg, bevor die Pitch-Marken-Marschalls eure Gertschaften gnadenlos an die Kette legen.[/fett][/rot] [rot] [fett]Noch gibt es weder Pitch-Marken-Marschalls noch Divotpolizei. Daher unsere Bitte: Lebt die Etikette, denn auf solche Sprhunde knnen wir getrost verzichten. f.s.[/fett][/rot]

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