Der Augusta National Golf Club zhlt zu den schwierigsten und

Der Augusta National Golf Club zhlt zu den schwierigsten und schnsten Pltzen der Welt. In den vergangenen Jahren wurde er
immer wieder etwas verlngert und verndert, um den Profis alles
abzuverlangen. Die Ergebnisse sind die logische Konsequenz. In den letzten drei Jahren bentigen die Sieger jeweils um die 270 Schlge fr die vier Runden, 2007 gewann Zach Johnson sogar nur mit einem Gesamtscore von eins ber Par.
Mittlerweile sind die Ausbauarbeiten praktisch erschpft, da alles
Land, was zum Club gehrt, bereits verbraucht wurde. Der Platz
misst jetzt schon 7.445 Yards und ist somit nach Whistling Straits der zweitlngste Platz, der jemals bei einem Major bespielt wurde.

Anders als auf vielen anderen Pltzen gibt es in Augusta sehr viele
Schlssellcher, an denen hchste Vorsicht geboten ist und schon
das ein oder andere Turnier entschieden wurde.
Allen voran natrlich das berhmte Amen Corner, welches die Lcher 11 bis 13 umfasst, auf denen sich schon dramatische Szenen
abspielten. Loch 11 ist eines der schwierigsten und lngsten Par4-
Lcher, die es auf der PGA Tour gibt und verlangt einen langen,
przisen Drive, um das Grn berhaupt mit zwei Schlgen zu
erreichen. Es folgt wohl eines der berhmtesten drei Par3’s dieser Welt, Loch 12. Zwar misst es nur 155 Yards, der Wind ist jedoch das eigentliche Problem, um das breite aber nicht sehr tiefe Grn anzuspielen. Jahr fr Jahr sieht man immer wieder, wie die Blle reihenweise in “Rae’s Creek”, dem Bach, der sich durch den Golfplatz schlngelt, oder in einem der drei gut platzierten Bunker verschwinden.

Zwar gab es an diesem Loch bereits drei “Holes in one” in der
Geschichte, 1980 schaffte jedoch Tom Weiskopf das Phnomen, 13
Schlge zu bentigen, um den Ball im Loch unterzubringen.
Das Amen Corner wird durch ein Par 5, die 13 abgeschlossen. Hier
stellt sich je nach Spielertyp und Schlaglnge die Frage, ob man es
riskiert, mit dem zweiten Schlag das Grn anzugreifen, welches mehr oder weniger in den Bach bergeht und przises Spiel verlangt.
Die Lcher 16-18 sind ebenfalls noch einmal unglaublich wichtig. Die
16 ist ein Par 3 und immer wieder mal fr ein Hole in one gut, gerade in der Schlussrunde. Jeder Golffan wird sich an den
“Jahrhundertschlag” von Tiger Woods zum Birdie erinnern, mit dem er an der 16 im Jahr 2005 das Masters zum vierten und bislang letzten Mal gewann.

Als Titelverteidiger geht in diesem Jahr der Sdafrikaner Trevor
Immelman an den Start. Immelman landete im Jahr 2008 einen Start-
Ziel-Sieg, der fast nie in Gefahr schien. Mit grundsolidem Golf in allen
vier Runden lie er selbst dem am Ende zweitplatzierten Tiger Woods keine Chance und gewann mit drei Schlgen Vorsprung.

Der Favorit heit auch in dieser Woche mal wieder Tiger Woods.
Nachdem er vor zwei Wochen bei seinem erst dritten Turnierstart
nach der langwierigen Verletzung seinen ersten Sieg einfahren
konnte, muss er fr Augusta bei jedem erst recht auf der Rechnung
stehen.
Woods Bilanz beim MASTERS ist einfach atemberaubend und
erschreckend fr die Konkurrenz. Seine erste Teilnahme stammt aus
dem Jahr 1996, damals noch als Amateur, als er den Cut verpasste.
1997 allerdings, bei seiner ersten Teilnahme als Profi, ging sein
Siegeszug los. Er gewann sein erstes Masters und stellte Rekord um
Rekord auf. Mit 18 unter Par und im Endeffekt 12 Schlgen Vorsprung spielte er die Konkurrenz in Grund und Boden und war der jngste Spieler aller Zeiten, der das Masters gewann. Neben weiteren Siegen in den Jahren 2001, 2002 und 2005 hat er noch zwei zweite Pltze (2007, 2008), einen dritten Platz (2006) und einen fnften Platz im Jahr 2000 vorzuweisen. Sein schlechtestes Ergebnis jemals war ein geteilter 22. Rang im Jahr 2004.

Was kann man sonst noch ber Woods sagen: er ist mit Abstand die Nummer eins der Welt, er gewinnt die US Open auf nur einem Bein, er hat 66 Turniere auf der PGA Tour gewonnen bei 239 Starts (also mehr als ein Viertel!)und er gewinnt das dritte Turnier nach seinem Comeback. Eigentlich muss man nicht mehr viel hinzufgen, Tiger ist die klare Nummer eins der Welt und wird es auch vorerst bleiben.
Demnach absoluter Topfavorit fr das MASTERS 2009.
Auch ich habe keinen Zweifel daran und glaube fest an einen Sieg
des Tigers. Die Quoten entwickelten sich nach seinem Sieg beim
Arnold Palmer Invitational bereits rapide nach unten. Bekam man vor zwei bis drei Wochen noch eine Quote 3,8, muss man sich
mittlerweile schon mit einer 3,45 auf den Weltranglistenersten
zufrieden geben.

Das Verfolgerfeld ist sehr dicht und es gibt viele Spieler, die fr gute
Platzierungen oder eventuell auch den Sieg in Frage kommen.
Auffllig ist, dass die vielen guten und oftmals jungen Spieler
hauptschlich nicht aus den USA kommen und generell gute
Amerikaner rar sind.
Insgesamt findet man nur fnf Amerikaner unter denjenigen, die
unter 100 quotiert sind.
Darunter unter anderem Phil Mickelson, Nummer zwei der Welt und
zweifacher Sieger in Augusta. Mickelson scheiterte mehr als deutlich
am Cut in der nchsten Woche, was fr seine Performance in dieser
Woche ausschlaggebend sein knnte. Er konnte seiner Favoritenrolle in Houston nicht gerecht werden und ich denke nicht, dass er in diesem Jahr um den Sieg mitspielen wird.
Dann wre da noch Jim Furyk, dessen schwchstes Major-Turnier in
seiner Karriere ausgerechnet das MASTERS ist. Nur dreimal schaffte
er es hier unter die Top10 in mehr als 15 Jahren.
Zach Johnson, Sieger aus dem Jahre 2007, knnte auch in diesem
Jahr wieder vorne mitspielen. Sein Spiel passt gut zum Platz und er
kommt unglaublich gut mit den schweren, schnellen, ondulierten
Grns in Augusta klar. Derzeit zu Quoten von 50 gehandelt, knnte
Johnson zu den besten Amerikanern im Feld gehren.
Zwar sind auch Spieler wie Debtant Anthony Kim oder Sean O’Hair und Hunter Mahan am Start, jedoch fehlt ihnen meist ein ganz wichtiger Bestandteil, um in Augusta zu bestehen – und zwar die Erfahrung. Man muss den Platz sehr gut kennen, um all seinen Tcken auszuweichen und die richtigen Stellen auf dem Platz treffen.
Kim spielte noch nie auf diesem Platz, kennt ihn nur aus dem TV,
Mahan spielte sein Debt als Profi immerhin schon 2008, verpasste
jedoch den Cut.
O’Hair hat immerhin schon zwei MASTERS auf seinem Buckel. Im letzten Jahr wurde er 14. Auch in dieser Saison hat er schon gute
Platzierungen geschafft, vor zwei Wochen musste er sich nur ganz
knapp Woods beim Arnolf Palmer Invitational geschlagen geben. Die
Quote fr O’Hair beluft sich derzeit auf 80 und ist in meinen Augen gut spielbar.

Die eigentlichen Verfolger Woods’ werden in dieser Woche jedoch wohl eher die Europer, Australier und Sdafrikaner sein.
Allen Voran Padraig Harrington, der beide Major-Turnier whrend
Woods‘ Abstinenz gewinnen konnte (British Open und PGA
Championship). Harrington kndigte bereits an, dass er sich in
diesem Jahr voll und ganz auf die Majors, spezielle das MASTERS,
konzentrieren will. Bislang luft es zwar noch nicht so gut in 2009 fr den sympathischen Iren, jedoch konnte man in den letzten Wochen eine deutliche Leistungssteigerung erkennen. Derzeit bekommt man eine Quote 18.5 auf Harrington.

Geoff Ogilvy ist einer der Spieler des Jahres bislang in 2009. Neben
zwei Siegen konnte er viele weitere gute Turniere spielen und fhrt
die FedEx Cup Wertung deutlich an. Jngst wurde er in der
vergangenen Woche sechster in Houston. Ogilvy spielte bislang drei
MASTERS, sein bestes finish war ein 16. Rang. Aufgrund der
derzeitigen Form kann man mit ihm rechnen, jedoch wird es meiner
Meinung nach nicht fr einen Sieg reichen.

Auch fr Sergio Garcia, momentan Nummer drei der Welt und somit
bester Spieler ohne Majortitel, wird es wieder sehr hart werden.
Augusta liegt ihm einfach nicht und ich bin mir nicht sicher, ob sich
das nochmal jemals ndern wird. Zumindest so lange nicht, bis er
seine Putterei voll und ganz in den Griff bekommt. Es ist kein
Geheimnis, dass Garcia auf den Grns nicht zur Weltspitze zhlt und
genau das ist der Teil des Spiels, mit dem man das MASTERS
gewinnt. Bei zehn Teilnahmen schaffte er nur zweimal eine Top10
Platzierung, um den Sieg spielte er nie mit. Fr Garcia bietet sich ein
Lay Top10 zu Quoten um 4 an.

Ein Spieler, dem ich einiges zutraue, ist der Schwede Robert
Karlsson.
Karlsson gewann im letzten Jahr die Order of Merit der European
Tour und war dank Tigers Verletzung der beste Spieler weltweit in
der Saison 2008. Auch beim MASTERS schnitt er gut ab und wurde
Achter. Das Spiel des Schweden passt perfekt zu dem schwierigen
Platz, da er die ntige Grundlnge vom Tee hat und zu den besten
Puttern der Tour zhlt.

Auch sein Landsmann Henrik Stenson, der ebenso ber gutes Putting und Lnge vom Tee verfgt, kommt rechtzeitig in Fahrt. In den letzten Wochen spielte er einige gute Turniere und zeigte sich in guter Form. Ein sechster Platz in der vergangenen Woche lsst
hoffen, dass er beim MASTERS gut unterwegs sein wird. Quoten auf
Karlsson und Stenson belaufen sich derzeit auf 55 bzw. 44.

Nicht unkommentiert sollte man den Englnder Paul Casey lassen,
der als frischgebackener Sieger der Shell Houston Open anreist. Dies war bereits der zweite Sieg in diesem Jahr fr Casey, der bereits in Abu Dhabi siegreich war. Hinzu kommt ein fantastischer zweiter Platz beim Matchplay Championship. Mittlerweile liegt Casey auf Platz sechs der Weltrangliste, besser war er noch nie. Dank seiner unglaublich guten Leistung der letzten Wochen und Monate habe ich ihn auch in dieser Woche im Fokus, eine Quote 34 ist da durchaus spielbar.

Erfreulich aus deutscher Sicht ist die Teilnahme von zwei Spielern.
Neben dem zweifachen Champion Bernhard Langer, der die
Ranglisten der Champions Tour auch in diesem Jahr wieder dominiert, jedoch in Augusta wohl kein Land sehen wird, ist Shooting Star Martin Kaymer bereits zum zweiten Mal in Augusta mit von der Partie.
2008 verpasste er leider den Cut, ich bin jedoch optimistisch, was
Kaymer angeht, der einen unheimlich langen Ball schlagen kann und
den Platz jetzt auch wenigstens schon kennt. Mit Kaymer kann man
meiner Meinung nach in den kommenden Jahren bei groen Turnieren wie den Majors rechnen und sollte ihn auf der Liste haben – wieso also nicht auch schon in dieser Woche?

[grau]Autor: Timm Gller[/grau]