Warum Österreichs Ryder Cup-Bewerbung kritisch zu sehen ist

Die Bewerbungen für die Austragung für den Rydercup stehen an.

Heiß diskutiert wird zur Zeit in diversen europäischen Golfverbänden, wahrscheinlich weil die Spielsaison zu Ende geht, die Bewerbung für die Austragung des Rydercups.

Natürlich ist eine Ryer Cup-Bewerbung Deutschlands sehr zu begrüßen, da Golf hierzulande durch die Bewerbung vielleicht wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt, was man in Zeiten rückläufiger Mitgliedszahlen und Interessenten sicher gut gebrauchen kann und Deutschland, wenn der Ryder Cup den schon einmal nicht im Vereinigten Königreich stattfindet, aufgrund seiner Historie nach Spanien & Frankreich fällig wäre.

volunteersHoffentlich gehen die Bewerberbungs-Manager dieses mal etwas diplomatischer mit dem notwendigen politischen Umfeld um. Aus der Sicht der Öffentlichkeit steht Golf leider jahierzulande immer noch in dem Image der „Reichen und Schönen“. Wir Golfer sehen unseren Sport leider immer nur durch unsere “Golfbrille” und wissen, dass dem nicht so ist, aber die Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit ist eine andere.

Vielleicht hilft es, wenn die Bewerbung diesmal gut “rübergebracht” wird, so dass man tatsächlich den Ryder Cup bekommt. Die Erfolge der deutschen Spieler im Ryder Cup (Langer & Kaymer) sollten auch für den notwendigen Rückhalt im Bewerbungskomitee finden.

Eine großangekündigte Bewerbung Österreichs (ÖGV) für den Ryder Cup sehe ich und mit mir viele zahlende ÖGV –Clubs und Mitglieder allerdings sehr kritisch und dies nicht aus schwarz-rot-goldener Brille. Die Chancen bezeichne ich mit 1:99 Prozent. Bei der ersten Bewerbung von Deutschland war der Milliardär Weixelgartner, Besitzer des noblen, neuen GC Valley vor München, überzeugt er bekommt den Ryder Cup, da er genügend Geld hat. So erscheint mir die Bewerbung Österreichs. Geld ist aber in allem Konkurrenzländern vorhanden.

Man muss aber wissen, wer in dem Entscheidungskomitee Sitz, Stimme und Einfluss hat ( Etwa ehemalige Ryder Cup-Spieler). Es spielt hier schon eine Rolle was für einen Golf- Background das Land hat. Österreich: Ein Spieler zwischen 70 -80 in der Weltrangliste, Rest über 1000, RC- Spieler: 0, ÖGV Einfluss im Komitee: 0, International Klasse A Profiturnier: 0. Da stellt sich schon die Frage, um es für Österreich verständlich zu machen, ob etwa eine SKI WM in Schottland am Ben Nevis sinnvoll wäre? Die Bewerbung ist ein sehr teurer Werbegag der österreichischen Golf in den Medien halten soll. Nutzen: Die Frage sei erlaubt ob die Gelder nicht besser sinnvoller eingesetzt werden könnten? Ich weiss, dass ich mir mit meiner Meinung nicht viele Freunde in Österreich mache und sicherlich kommt hier der Vorwurf, dass jedes Land machen kann, was es will und keine Bevormundung braucht! Dies ist für mich unausgesprochen selbstverständlich. Aber beim Umgang mit Steuergelder und Mitgliedsgelder sollten schon auch die Verantwortlichen kostenbewusst mit diesen umgehen und vor lauter Euphorie auch die Kosten, Chancen und Nutzen im Auge behalten.

Die Bewerbung von Deutschland ist vormals unter anderem deshalb gescheitert, weil der damalige deutsche Innenminister, in meinen Augen auch vollkommen zu Recht, eine Steuerbefreiung für die Veranstalter ablehnte mit der sinngemäßen Ansicht „für eine Randsport kann man unmöglich ein Exempel diesbezüglich machen.“

Diese Frage stellt sich natürlich allgemein bei sportlichen Großveranstaltungen wie: Olympische Spiele, WM`s usw. und nicht nur bei “Randsportarten”. Dort wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten und die Veranstalter sind die großen steuerlichen Gewinner ( FIFA, IOC,Formel 1 usw).

Weichen deshalb diese Veranstalter zunehmend in weniger demokratische Länder aus? Die Troubles die gerade die Fifa zu Recht mit Ihren Veranstaltungsorten hat, sollte sich der Golfsport ersparen , deshalb ist hinsichtlich der Bewerbung viel diplomatisches Fingerspitzengefühl gefordert um die Interessen von Golfern, Politik und Veranstalter unter einen Hut zu bringen.schmidbauer
Schönes Spiel Ihr

Heinz Schmidbauer

Heinz Schmidbauer

Über Heinz Schmidbauer

Der Golfpro Heinz Schmidbauer blickt auf eine 40 jährige Golferkarriere zurück. Der Diplomierte Sportlehrer betreute als Trainer viele internationale Sportstars und arbeitete mit berühmten Sportlern wie Arnold Palmer, Nick Bolletieri und Patrick Ortlieb zusammen. Seine Golferfahrung, auch als ehemaliges Mitglied der European Challenge-Tour, brachten ihn auf alle Kontinente der Erde. Wobei er auf 3 Kontinenten Profiturniere gewann. Auch als Erbauer und Manager zahlreicher Golfanlagen (ua. Golfclub Kobernausserwald, GC Maria -Theresia) machte er sich einen Namen. Er lebt heute vorwiegend in Italien und Österreich.

Es gibt einen Kommentar

  1. rebel

    Ich glaube das wird nichts mit dem RyderCup 2022

    Grund für meine Annahme ist der gestrige Verbandtag, der Golf in Deutschland immer noch bei den Reichen und Schönen verortet und das noch weiter fördern will. Dazu kann man noch eine Gender Debatte aufmachen, Zielgruppe der neuen Kampagne sind alte, reich Männer.

    Wenn man mit solchen Aussagen auf die Politik zu geht, bleibt denen aus reiner Selbsterhaltung gar nichts weiter übrig als Golf in Deutschland weiter abzulehnen.

    Mit solchen Maßnahmen bringt man Golf nicht in die Mitte der Gesellschaft.

    bis denne
    rebel

Was denken Sie?