Wer keine Ziele hat muss sich nicht wundern, wenn er nicht ankommt!

Die viel zitierte Krise im Golfsport hierzulande mag viele Ursachen haben. Sei es, dass der Bedarf, die Platzierung, sowie die Ausrichtung der Golfanlagen falsch eingeschätzt wurden, sei es, dass die sozialen Hintergründe einer notwendig gewachsenen Einbindung einer Sportart in das nationale Leben eines Volkes falsch beurteilt wurden – auf alle Fälle stagniert die Anzahl der Golfbegeisterten. Die dauernde Änderung von Regeln, der immer kompliziertere Einstieg in den Sport und damit die permanente Strategieänderung der Dachverbände ist ein sicheres Zeichen für die fast schon verzweifelten Versuche das Steuer herumzureißen.
Eine große Gefahr dabei ist es hierzulande noch immer den Träumen und Illusionen von Golf als Volkssport á la USA oder  UK  hinterherzujagen. Man vergisst dabei, sich mehr um den “Bestand” zu kümmern.  Viele Golfer sind golferisch in die Jahre gekommen. Vermehrt ist es bemerkbar, dass Golfer, die vor 15 – 20 Jahren mit dem Golf begonnen haben, Motivationsprobleme haben. Dies mag zu einem geringen Teil auch auf die oben aufgeführten Umstände zurückzuführen zu sein.
Aber es kommt einfach ein gewisser Abnützungseffekt und damit fehlende Motivation bei den vorhandenen Golfern ins Spiel.
Von der Platzreife weg in früheren Jahren bis zum Handicap XY, ist man ja einigermaßen schnell angelangt. Dann hat der Golfer und die Golferin versucht mittels diverser Schlägerwechsel, Trainerwechsel und mit für “Otto Normalverbraucher“ viel zu ungeeigneten Computer- und Trainingsprogrammen, das Level des eigenen Spiels nochmals anzuheben, was in den meisten Fällen misslang. Bei diversen Golfreisen wurden auch die schönsten Ecken der Golfwelt abgeharkt.
Was bleibt dann noch übrig und was kann man gegen fehlende Motivation tun?

 Zielsetzung

Der psychologisch leicht erklärbare Effekt des Frustes, der fehlenden Motivation ist eine Folge der fehlenden Zielsetzung.
Die zu starke Fixierung hierzulande auf das Handicap und dessen starres System, welches  zunehmendes Alter, Krankheiten, berufliche Änderungen nicht so leicht berücksichtigt, verstärkt zu dem mit laufenden Golfjahren den Frust. Um dem vorzubeugen und um sich die Freude am Spiel zu erhalten halte ich ein “SELBSTMANAGEMENT”  für unabdinglich.

Selbstmanagement

Sie sollten sich hinterfragen: Warum spiele ich, was macht mir Freude,  mit wem spiele ich, usw.?
Setzen Sie sich Ziele und unterscheiden Sie dabei unter:
  Kurzfristige         –            langfristige Ziele
  einfache              –             komplexe Ziele
  Zwischenziele     –            Hauptziel
Nur wenn Sie aus Motiven, egal aus welchen, die Sie ehrlich begeistern, golfen, wird Ihnen dieser Sport lange Jahre Freude bereiten.
Denn das Motiv, dass sich ja im Laufe der Jahre vielleicht verändern kann, ist entscheidend für Ihr Verhalten und die Motivation zu Golfen.

Motivation

Welche Faktoren beeinflussen nun unsere Motivation einen Sport auszuüben?  Sport hat viel mit Emotionen zu tun. Ich nenne es das Bauchgefühl. (Und verweise hier auf einen früheren Artikel von mir “Trauen Sie Ihrem Bauch”).

Genauso wichtig ist der Faktor  Kopf, damit ist unsere Ratio, der Verstand gemeint und last but not least der Arm, damit meine ich die Erfahrung.

Diese drei Faktoren beeinflussen mein Golfspiel entscheidend, da sie meine Fähigkeiten, was ich gerne mache, was ich möchte und ob ich mich bei dem Sport wohl fühle, bestimmen.

Wenn man nur positive Rückflüsse, dh. nur Erfolgserlebnisse hat, ist eine Motivation leicht, sich neue Ziele zu setzen. Wenn jemand ein starkes Motiv hat zu Golfen, hat er/sie auch einen hohen Anreiz ein gewisses Niveau zu erreichen, umgekehrt ein niedriges Motiv ( spiele Golf nur, aus Rücksicht auf meinem Partner z.B.) wird immer zu einer schwachen Leistung führen. Aus meiner Sicht sind es vorwiegend drei große Motivationsursachen:

  1. Sozialer Aspekt.  Anschluss an die Gesellschaft, Anerkennung oder Furcht der Zurückweisung
  2. Macht. Kontrolle über Schwächere oder umgekehrt Verlust dieser Macht
  3. Leistung. Anerkennung durch Erfolg bzw. Misserfolg.

Konfliktbewältigung

An dem Punkt allerdings, wo durch negative Erlebnisse bedingt, die Motivation zu leiden anfängt, sollte der Wille einsetzten. Besonders willensstarke Menschen sind im Leistungs- bzw. Berufssport erforderlich. Es gibt auch im Golf Beispiele, wo nicht so talentierte Sportler aber mit unbändigem Willen ausgestattet, diese erfolgreicher sind, als “die Talente”. Willensstarke Menschen schaffen es durch das oben erwähnte “Selbstmanagement”  Ihre Visionen, trotz Rückschlägen, zu erreichen. Allerdings sollten die Ziele dabei realistisch, messbar, speziell, terminlich vereinbar, aber auch anspruchsvoll sein.

Die Steuerung und Führung der Motivation und Ziele kann durch Hilfe eines guten Trainers wesentlich erleichtert werden, es ersetzt aber nicht Ihr  Selbstmanagement.

Zielkonflikte sind negative Komponenten, die konsequenterweise zu Stress, verminderter Motivation, Unzufriedenheit und fehlendem Wohlbefinden führen.

Bei willensstarken Menschen kann dies aber durchaus auch zu “jetzt erst recht” und herausfordernden Reaktionen führen. Diesen Puffer zwischen Erfolg und Misserfolg  gilt es zu bewältigen.

Es ist zu beobachten, egal ob im Amateur – oder Profisport, wenn jemand einen sogenannten “Flow“ oder „Lauf “ hat, wird er immer von Erfolgserlebnissen aus vorhergegangenen Erfahrungen getragen und das Gleiche gilt natürlich umgekehrt. Um aus diesen Motivationstief zu kommen, sollten Sie über ein ehrliches Selbstmanagement zurück zur Freude an Ihrem  Golfspiel kommen.

Liebe Golffreunde, verzeihen Sie mir bitte, den vielleicht zu theoretischen Ausflug in die Sportpsychologie. Gerade aber die Wintermonate, mit eingeschränkten Golfmöglichkeiten geben Ihnen die Möglichkeit, ein wenig über Ihr Golf nachzudenken.  Stellen Sie Überlegungen für die neue Saison 2016 und Ihre Ziele, gleich welcher Art an. Lassen Sie sich bei der Findung Ihrer Ziele nicht “fremdsteuern”, egal ob Sie Golfen aus dem Leistungsgedanken oder der Spaß und Freude heraus, betreiben.

Gönnen Sie sich Pausen und schalten Sie auch ein wenig vom Golf ab, um dann mit neuer Motivation, neuer Energie die von Ihnen selbst gesetzten Ziele 2016 zu erreichen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einheinz-schmidbauer

schönes Spiel
Ihr

Heinz Schmidbauer

Heinz Schmidbauer

Über Heinz Schmidbauer

Der Golfpro Heinz Schmidbauer blickt auf eine 40 jährige Golferkarriere zurück. Der Diplomierte Sportlehrer betreute als Trainer viele internationale Sportstars und arbeitete mit berühmten Sportlern wie Arnold Palmer, Nick Bolletieri und Patrick Ortlieb zusammen. Seine Golferfahrung, auch als ehemaliges Mitglied der European Challenge-Tour, brachten ihn auf alle Kontinente der Erde. Wobei er auf 3 Kontinenten Profiturniere gewann. Auch als Erbauer und Manager zahlreicher Golfanlagen (ua. Golfclub Kobernausserwald, GC Maria -Theresia) machte er sich einen Namen. Er lebt heute vorwiegend in Italien und Österreich.

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