Golfclub Muirfield macht eine Rolle rückwärts!

In einem der ältesten Golfclubs der Welt, dem altehrwürdigen Golfclub Muirfield hat anscheinend clubintern eine kleine Revolution stattgefunden.

Man war bisher strikt darauf bedacht, keine Damen in den Club aufzunehmen und auch für Gäste war es sehr schwierig einen Startplatz oder Greenfee zu bekommen.
Noch vor kurzem habe ich darüber berichtet, dass der Club als er von den Organisatoren der Britisch Open vor die Wahl gestellt wurde, entweder sie nehmen auch Frauen in den Club auf oder man würde Muirfield nicht mehr als Austragungsort der Open berücksichtigen,
Der Club meldete kurz darauf – sie verzichten künftig – eigentlich undenkbar- auf die Austragung der Open bevor sie Frauen aufnehmen.

Nun jetzt also die Rolle rückwärts!

Der schottische Traditionsgolfclub Muirfield nimmt künftig auch Frauen als Mitglieder auf. Der Club The Honourable Company of Edinburgh Golfers, dem Muirfield gehört, entschied sich nach einer zweiten Mitgliederumfrage für das Ende des Status als reiner Männerclub.

Nach der ersten Umfrage im Vorjahr, bei dem sich die Mehrheit des mit 273 Jahren ältesten Golfclubs der Welt, gegen die Aufnahme von Frauen entschieden hatten, wurde Muirfield von der Liste der Austragungsorte der British Open gestrichen. Nun entschieden sich 80,2 Prozent in der Mitgliederumfrage für eine Änderung der Clubstatuten. Der Kurs im schottischen Gullane ist damit wieder in der Rotation für die Open Championship, die seit 1892 bereits 15-mal in Muirfield ausgetragen wurden.

Die Dachorganisation des ältesten Major-Turniers, der Royal & Ancient Golfclub St. Andrews, begrüßte diesen Schritt. „Muirfield hat eine lange und wichtige Historie in der Austragung der Open“, teilte R&A-Chef Martin Slumbers am Dienstag auf Twitter mit. „Und mit der heutigen Entscheidung wird diese fortgesetzt.“

Was hat zu diesem Schritt geführt. Denkbar ist, daß die zunehmende Zahl an Verlusten an Golfern damit zu tun hat. So ergeben die neuesten Zahlen, daß rund ein Drittel der Golfer in UK aus den Golfclubs in den letzten beiden Jahren ausgeschieden sind. In den USA hat sich die Zahl der offiziellen Golfer von 30 Millionen auf 25 Millionen verringert.

Die angekündigte Änderung der Golfregeln, dh. deren Verkürzung und Überholung ab dem Jahre 2019, ist eine ähnliche Revolution. Ob dies allerdings den gewünschten Effekt, mehr und jüngere Menschen zum Golfen zu bringen, darf stark bezweifelt werden.

Besonders die bereits jetzt bruchstückhaft angekündigten Vorschläge der  Regeländerungen ab 2019 verwirrt im Moment viele Golfer. Permanent werde ich gefragt, ob dies jetzt zum Beispiel mit dem Droppen oder Ballsuchen schon gültig ist. Meine Antwort: Alles ist zur Zeit noch ein Vorschlag der R&A. Gültig sind die Regeln für 2016 und was kommt muss man abwarten.

Der Ansatz den Einstieg in den Golfsport, wie von mir schon seit Jahren gefordert, einfacher zu machen ist richtig. Aber wenn schon, dann eine konsequente Revision:

Weg mit der Pflichtmitgliedschaft in den Verbänden, mehr Zuständigkeit zurück an die Clubs.

Unsinnige Dinge wie erst PE, dann HC 54,  9 Loch vorgabewirksame Turniere, keine Verschlechterung von HC ab HC 18(Österreich)/ 26 D,  alle diese Dinge, sowie das komplizierte HC – System überhaupt, gehören abgeschafft oder neu gestaltet. Man sollte Nägel mit Köpfen machen.

Wir benötigen viele einfache Golfplätze /Wiesen, die es Beginnern einfach machen mit dem Golfen zu beginnen, ohne Mitgliedzwang, ohne Clubkarte.

Die Chancen den Abwärtstrend zu stoppen sind dann groß, wenn man den Golfsport auch breiteren Bevölkerungsschichten bezahlbar macht.

Es ist kein Problem dreigleisig zu fahren. Öffentliche günstige Anlagen, Semiprivate und teure Privatanlagen.

Der Skisport entwickelt sich gerade vom Volkssport weg  zum elitären Sport. Grund sind die heute sehr aufwendigen, teuren Pisten- und Liftanlagen, die  bedingt auch durch die Änderung des Klimas Skifahren für viele nicht mehr bezahlbar machen.

Gerade im Bau günstiger einfacher öffentlicher Golfanlagen, verbunden mit dem richtigen Schritt der Vereinfachung der Golfregeln, sehe ich die Zukunft des Golfsports positiv.

In diesem Sinne eine schöne Golfsaison 2017

Ihr

Heinz Schmidbauer

Heinz Schmidbauer

Über Heinz Schmidbauer

Der Golfpro Heinz Schmidbauer blickt auf eine 40 jährige Golferkarriere zurück. Der Diplomierte Sportlehrer betreute als Trainer viele internationale Sportstars und arbeitete mit berühmten Sportlern wie Arnold Palmer, Nick Bolletieri und Patrick Ortlieb zusammen. Seine Golferfahrung, auch als ehemaliges Mitglied der European Challenge-Tour, brachten ihn auf alle Kontinente der Erde. Wobei er auf 3 Kontinenten Profiturniere gewann. Auch als Erbauer und Manager zahlreicher Golfanlagen (ua. Golfclub Kobernausserwald, GC Maria -Theresia) machte er sich einen Namen. Er lebt heute vorwiegend in Italien und Österreich.

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