Von Klöster, Flüssen und viel Platz zum durchatmen

Das der Chiemgau kulinarisch einiges zu bieten hat zeigt auch die nächste Radtour. Wieder ist der Ausgangspunkt das Gut Ising. Mit den Additive-Rädern geht es dieses mal in die andere Richtung, nicht dem See entgegen. Die Räder laufen gut, es geht vorbei an einer alten Keltenschanze, an Bauernhöfen und Wäldern. Irgendwann sieht man zum ersten mal die Alz. Der Fluss meandert durch die Landschaft. Die Alz ist der Abfluss des Chiemsees und verlässt den See bei Seebruck. Hier fließt sie ruhig durch die Landschaft, im Sommer ist das Wasser relativ warm und ideal um sie mit Booten zu befahren. Auf dem Weg zum Kloster Baumberg begleitet uns die Alz immer wieder.

Der Fluss fließt im Tal, auf dem Berg thront das Kloster. Es wurde um 1107 von Graf Berengar gegründet und um 1600 im Stil des Barock umgestaltet. Am 1755 wurde eine völlig neue Kirche im Stil des Rokoko errichtet. In diesem Zustand ist die Kirche heute noch zu besichtigen. Im Jahr 1612 wurde die Klosterbrauerei Baumburg gegründet, sie braut bis heute. Der Braumeister Dominik Tapper erwartet uns bereits. „Wir liefern nur im Umkreis von 40 Kilometern“, sagt er zum Konzept der Brauerei. Dazu gehört auch, dass man den Energiebedarf aus einem eigenen Wasserkraftwerk deckt und neben der Qualität des Bieres auch die Umweltbelange immer im Blick hat. „Wir müssen des gesamten Geschmack aus dem Malz erreichen“, so der Brauer. Heraus kommt ein kräftiges, würziges Bier, wie etwa das Bio Klosterdunkel. Unten im Keller, wo selbst im Sommer die Temperaturen angenehm kühl sind, zeigt er das „Versuchslabor“ der Brauerei. Bier, eingelagert in Holzfässern, soll nach einer Lagerzeit einen besonderen Geschmack bekommen. Ob es funktioniert? Das steht noch nicht fest, denn das Experiment ist noch nicht abgeschlossen.

Nach dem Mittagessen im Bräuerstüberl fahren wir weiter. Den Berg vom Kloster herunter und an Wiesen vorbei. Dann stehen wir an einer kleinen Treppe, unten angekommen sind wir an der Alz. Eine Seilfähre bringt die Radler an das andere Ufer. „Bitte läuten“ steht auf einem roten Schild, dann kommt die Wirtin aus dem nahe gelegenen Gasthaus und bringt die Radler gegen ein kleines Trinkgeld trocken über den Fluss. Von dort sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum Gut Ising.

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