Golfurlaub im Madonnenländchen (Odenwald)

„Madonnenländchen“ ist eine Bezeichnung für einen Landstrich in der Region Rhein, Main und Neckar im Dreiländereck Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Er wird geprägt von vielen Bildstöcken, Madonnenstatuen, Votivsprüchen und eindrucksvollen Kirchen. Und auf für Golfer hat die Gegend einiges zu bieten.

Wir nehmen Quartier im Wallfahrtsort Walldürn, gut zu erreichen über die A 81 von Stuttgart nach Würzburg. Ein idealer Standort, denn von hier aus liegen 5 Golfplätze im 30 km-Radius.

Am nächsten Morgen haben wir nur 13 km auf dem Tacho, dann sind wir schon im GC Erftal (Par 71, von Gelb 5638 m). Eigentlich gehören hier zwei Golfplätze zusammen, denn in Steinwurflänge gibt es den GC Miltenberg, der zwar nicht so lang ist (Par 64), aber durch seine kleinen Grüns exaktes Spielen erfordert. Beide Golfplätze haben Mitgliedspreise, die manchen Golfer träumen lassen. Da bekommt man normalerweise noch nicht einmal eine Kurzplatzmitgliedschaft in den Ballungsräumen! Hier ist golfen für Jedermann wirklich möglich. Die moderaten Greenfees , der freundliche Empfang im Sekretariat und das schöne Wetter erhöhen die Freude auf einen gelungenen Golftag. Der GC Erftal ist gekennzeichnet durch sehr schöne Ausblicke, relativ breite Fairways und pfiffig angelegte Spielbahnen. Leider sind die Grüns nicht ganz so gut, aber das tut unserer Freude am gemeinsamen Spiel keinen Abbruch. Anschließend genießen wir auf der Terrasse noch einen Kaffee und den hervorragenden hausgemachten Kuchen.

Unser Hotelrestaurant hat am Montag geschlossen, aber wir bekommen den Tipp, nach Gottersdorf ins Gasthaus Schieser zu fahren. Hier sitzt man wunderbar unter freiem Himmel, erst später wird es kühler und wie ziehen uns ins gemütliche Lokal zurück. Das Essen ist, wie versprochen, sehr gut. Besonders der leckere Salat bleibt uns in Erinnerung. So fängt der Urlaub gut an!

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück fahren wir 18 km zum GC Mudau (Par 73, von Gelb 6134 m). Der Golfplatz liegt in 480m Höhe in einem ausgedehnten Waldgebiet. Ein sehr schönes Übungsgelände mit großem Puttinggreen sticht ins Auge. Auch hier ein kompetenter Empfang im Sekretariat, welches im gut sortierten Proshop untergebracht ist. Der ganze Platz ist sehr weitläufig, immer wieder Wasserhindernisse, Doglegs und teilweise lange Bahnen fordern den Golfer. Die Grüns sind in hervorragendem Zustand, schnell und spurtreu. Tolle Übersichtstafeln, Blitzschutzhütten und Toiletten unterwegs, so sollte ein Golfplatz aussehen! Dazu gibt es im Clubrestaurant „Carrubo“ auf der einladenden Terrasse nicht nur gutes Bier, sondern auch köstliche Speisen aus der italienischen Küche. Die Entscheidung ist gefallen, wir essen hier!

Heute geht es zum Golfclub Sansenhof (Par 72, von Gelb 6071 m), der 30 km entfernt auf einem Höhenzug zwischen Michelstadt und Amorbach liegt. Es gibt außer dem 18-Loch, noch einen öffentlichen 9-Loch-Platz. Wieder ein netter Empfang im Proshop. Der Platz ist leicht hügelig, Bunker verteidigen die Grüns, zwei Bachläufe mit einem 4 m hohen Wasserfall durchziehen das Gelände, es gibt 5 Seen und viele alte Bäume. Charakteristisch aber sind die schroffen Buntsandsteinfelsen. Leider sind die Grüns hier nicht ganz so gut, wir sind aber verwöhnt von gestern. Dafür schmeckt der Cappucino auf der Panorama-Terrasse wieder sehr gut.

Ausflug nach Miltenberg

Bevor wir ins Hotel zurückfahren, machen wir einen Abstecher nach Miltenberg. Der Main wird von einer imposanten Brücke überspannt. Von der anderen Seite hat man einen schönen Blick auf die Stadt und die Burg Miltenberg, die ein Museum beherbergt. Leider reicht die Zeit nicht für einen Bootstrip auf dem Main. Also begnügen wir uns mit einem Spaziergang. In der Stadtmitte zeugen prächtige Fachwerkhäuser rund um den Alten Marktplatz vom vergangenen Reichtum. Das imposante „Gasthaus zum Riesen“ ist die älteste Fürstenherberge Deutschlands. Von der Brauerei Fürst wird eigens ein Bier gebraut, das es nur im Ausschank dieses gemütlichen Gasthauses gibt.

Heute haben wir „Heimspiel“. Fünf Kilometer nördlich von Walldürn liegt der Golflcub Glashofen-Neusass (Par 73, von Gelb 6178 m), im leicht hügeligem, plateauähnlichem Gelände. Auch hier spielt man ohne Startzeiten. Am Wochenende, zu den „Stoßzeiten“, kann es aber schon Wartezeiten geben. Da kommen nämlich viele Golfer aus dem Frankfurter Raum, die hier, Dank der moderaten Mitgliederpreise, ihre golferische Heimat gefunden haben. Aber man hat Alternativen: Entweder auf den clubeigenen 9-Loch-Platz ausweichen, oder aber in einem der sieben Clubs aufteen, die man kostenfrei spielen darf, wenn man Mitglied ist. Super, oder?

Der GC Glashofen-Neusass gefällt uns allen richtig gut. Lange Par 3, 50 Bunker, schöner Baumbestand, tolle Grüns, das umgestaltete Loch 18 mit dem Inselgrün und kurze Verbindungswege tragen zum Genuss bei. Dazu noch immer schönes Wetter. Golferherz, was willst du mehr?

Abends fahren wir in die „Linkenmühle“ nach Walldürn-Rippberg. Hier essen wir im schönen Innenhof wunderbare, gekochte Rinderscheiben in Pfifferlingsoße mit Bratkartoffeln. Der Schnaps hinterher schmeckt uns so gut, dass wir fragen, woher er kommt. Wir erhalten eine Adresse in Gottersdorf, nicht weit weg von dem Gasthof, bei dem wir am ersten Abend gespeist haben.

Der Golfurlaub im Madonnenländchen geht zu Ende

Die Sonne weckt uns wieder. Leider ist heute unser letzter Tag. Wir packen zusammen und fahren die 30 km zum Golflcub Kaiserhöhe (Par 72, von Gelb 5927 m). Nicht weit weg von der A 81, ist dieser Golfplatz ganz anders als alle vorher gespielten. Auf 112 ha hat der berühmte Golfplatzarchitekt Kurt Rossknecht einen 18 Loch, einen öffentlichen 9 Loch und einen 6 Loch-Platz gestaltet. Diese liegen hügelig und offen da und fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Der Club hat sich „Golfen im Einklang mit der Natur“ auf die Fahne geschrieben und man kann an den vielen Blumenwiesen und Teichen sehen, dass das Konzept aufgeht. Die Grüns sind gut, aber man sollte mit Schräglagen umgehen können, um seinen Score zu spielen. Der Clubmanager erzählt uns vom bevorstehenden „33-Loch-Turnier“, bei dem alle Löcher des Platzes an einem Tag bezwungen werden müssen. Eine echte sportliche Herausforderung! Wir trinken noch etwas auf der Clubterrasse, die einen fahren gleich auf die Autobahn, die anderen noch nach Gottersdorf in die Küferei Link. Hier wird ein Andenken an wundervolle Golftage im Odenwald in flüssiger Form (besonders empfehlenswert ist die „Alte Pflaume und der „Williams“) mit nach Hause genommen.

Birgit Grimm

Über Birgit Grimm

Birgit Grimm ist Sportlehrerin (jetzt im Vorruhestand). 2006 begannt sie mit dem Golfspiel. Seitdem hat Sie auf knapp 200 Plätzen gespielt. Sie reist am liebsten mit dem Wohnmobil und das vorzugsweise in Deutschland, Frankreich, Italien und Tschechien. Von diesen Reisen berichtet Sie im Golfsportmagazin. Birgit Grimm ist glücklich verheiratet, hat 2 Kinder und eine Enkeltochter.

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