Golfsport in China

 

China gilt seit vielen Jahren als Golfsport-Nation der Zukunft. Angesichts der Einwohnerzahl von1,4 Milliarden Menschen hat das Land im Sport ein riesiges Potenzial. Bisher hat das „Reich der Mitte“ allerdings vergleichsweise wenige Weltklasse-Golfpros hervorgebracht. Auch die Pro-Kopf-Anzahl der Golfanlagen im Vergleich zur Bevölkerungszahl liegt deutlich niedriger als etwa in den USA oder in Großbritannien. Dies dürfte sich allerdings bald ändern. Der Golfsport in China befindet sich im Aufschwung – wie in dieser Woche die BMW Masters im Lake Malaren Golf Club Shanghai belegen. Auch die Olympischen Spiele haben daran einen Anteil.

Golf bei Olympia hat in China hohen Stellenwert

Am 13. August 2009 schlug das IOC-Exekutivkomitee die Aufnahme des Golfsports in das olympische Programm vor, im Oktober desselben Jahres stimmte die Vollversammlung zu. Olympia hat in China einen hohen Stellenwert, was die Medaillenausbeute bei den „Heimspielen“ 2008 in Peking und der erneute Platz eins im Medaillenspiegel bei den Olympischen Spielen 2012 in London unterstreicht. Das geplante Qualifikationsformat – teilnahmeberechtigt sind die besten 15 Spieler der International Golf Federation (IGF) Rangliste unabhängig von ihrer Nationalität sowie 45 weitere Spieler aus Ländern, die weniger als zwei Athleten in den Top-15 haben – dürfte das Chinesische Olympische Komitee als Chance sehen, weiteres Edelmetall zu gewinnen. Insofern ist die Aufnahme des Golfsports ins olympische Programm mit einem Statuswechsel in China verbunden: vom Freizeitsport zu einer „richtigen“ Sportart. ZHANG Xiaoning (Director of Multi-Ball Games Administrative Centre of General Administration of Sport, Deputy Chairman & Secretary General of China Golf Association) sagt: „Das herausragende Spielerfeld bei der BMW Masters wird einen großen Beitrag zur Weiterentwicklung des Golfsports in China leisten und junge Menschen dazu anregen, diesen Sport auszuüben.”

Jüngster Spieler ist erst 14 Jahre alt

Der Aufschwung des Golfsports in China zeigte sich unter anderem im Juni auch auf internationalem Parkett, als der Chinese Andy Zhang mit 14 Jahren zum jüngsten Spieler avancierte, der jemals an der U.S. Open teilgenommen hat. Den neuen Stellenwert und die wachsende Popularität des Golfsports in China ist auch der European Tour und den besten Spielern der Welt nicht entgangen. Nicht umsonst ist bei der Premiere der BMW Masters ein Weltklassefeld am Start.

Der erfolgreichste chinesische Pro, Liang Wen Chong sagt: „Golf wird immer populärer und die China Golf Association verstärkt ihre Anstrengungen, das Niveau der Spieler anzuheben. Wer auch immer China bei den Olympischen Spielen 2016 vertritt, wird hoffentlich ein gutes Resultat erzielen. Ich konzentriere mich weiterhin auf meine Turniere und hoffe, dass ich mich bis 2016 für die Spiele qualifiziere – es wäre eine große Ehre, mein Land in Rio zu repräsentieren.“

 

Gregor Landwehr

Über Gregor Landwehr

C. Gregor Landwehr gründete das Onlinemagazin im Jahr 2005. Er arbeitet als freier Journalist für den WDR und schreibt unter anderem für die NZZonline, und andere Zeitungen und Onlinemagazine. Landwehr ist Mitglied im Deutschen Journalistenverband. Sie erreichen ihn unter der Emailadresse landwehr at golfsportmagazin.de

Was denken Sie?