Eine kulinarische Golfreise in die nördliche Emilia Romagna

Narri, Narro! Während in Süddeutschland am „Schmotzigen Dunschtig“ jeder Mann um seine Krawatte fürchten muss und in ganz Deutschland der Karneval seinem Höhepunkt entgegen strebt, setzen wir uns ins Wohnmobil, um dem närrischen Treiben zu entfliehen.

Unser Ziel ist Oberitalien, genauer gesagt die Emilia Romagna. Die Region erhielt ihren Namen von der „Via Emilia“, der historischen Römerstraße von Rimini nach Piacenza, die das Adriatische Meer mit der Poebene verbindet und die wie ein Riegel zwischen den Apenninen, dem Fluss Po und der Adria liegt.

Da wir nur eine Woche Zeit haben, beschränken wir uns auf den nördlichen Teil zwischen Fiorenzuola d’Arda und Modena.

Am ersten Tag kommen wir nur bis Como. Es ist noch wolkig und leider ahnt man nur die eigentlichen Ausmaße des Comer Sees. Das hübsche Städtchen ist noch nicht richtig auf Frühling eingestellt. Die Stühle und Tische auf den Straßen sind verwaist, aber in den vielen Cafes herrscht reger Betrieb. Auch wir genießen den ersten italienischen Espresso, der einfach unvergleichlich schmeckt.

Nachts wird es empfindlich kalt, aber wir werfen im Wohnmobil die Heizung an und gehen früh schlafen.

Castell Arquato

Castell Arquato

Am nächsten Morgen fahren wir dann über die Autobahn zu unserem ersten Ziel: Castell’Arquato. Wir parken oberhalb auf dem Parkplatz 4 beim Friedhof und laufen hinunter in das malerische Mittelalter-Städtchen, das überragt wird von dem mächtigen, vietürmigen Rocca Viscontea aus dem 14. Jahrhundert, der auf den Fundamenten eines römischen Kastells errichtet wurde. Am Hauptplatz steht der stolze Palazzo Pretorio und die romanische Chiesa della Collegiata, die beliebt bei Hochzeitsgesellschaften ist. Aber heute, obwohl die Sonne scheint, verirren sich nur wenige Touristen hierher. Unser Magen knurrt, und so gehen wir ins Ristorante la Rocca da Franco (Piazza del Municipio, Mittwoch Ruhetag). Das Restaurant mit Panoramablick, das seit 1964 besteht, bietet grundehrliche Küche mit täglich wechselnden Spezialitäten der Region an. Die Mutter Luisa und ihre Tochter Mara kochen, während sich der Sohn Massimo um die Gäste kümmert.  Wir genießen Antipasti, bestehend aus Coppa (luftgetrockneter Schweinenacken) Culatello (Schinken aus zwei schwarzen Schweinerassen, der 14 Monate lang während der Trocknung immer wieder mit Rotwein und Knoblauch eingerieben wird), Salami und eingelegtem Gemüse. Danach hausgemachte, gefüllte Nudeln und als Dessert ein Eis. Wunderbar, so kann der Urlaub beginnen.

Wir fahren zum 4 km entfernten Golfplatz.  Die Startzeiten habe ich schon von zuhause aus gebucht. Wir fragen, ob wir auf dem Golfplatz-Parkplatz über Nacht stehen bleiben können. In Deutschland ist das kein Problem, aber in südlichen Ländern wird nachts das Tor der eingezäunten Golfplätze verschlossen. Andrea, der junge Sekretär, gibt uns die Erlaubnis und auch seine Telefonnummer, falls doch etwas wäre. Sehr nett!

So, gut behütet, stehen wir direkt mit Blick aufs Grün.

GC-Castell-Arquato-Loch-5

GC Castell Arquato, Loch 5

Endlich golfen!!! Heute findet im GC Castell’Arquato (Par 73, 6052 m von Gelb)  um 10.30 Uhr ein Turnier statt. Wir starten deshalb am Loch 10, einem Par 4 –Dogleg, bei dem man gleich steil bergab schlagen und zweimal ein kleines Bächlein überspielen muss. Es hat wohl letzte Woche viel geregnet oder es war neblig, denn die unteren Löcher sind sehr feucht. Was die Backnine auszeichnet, sind schmale Fairways, ein langes Par 4 mit 436 m und 2 Par 5, die kaum länger sind. Alles in einem bewaldeten Tal, man glaubt sich ganz allein auf dem Platz. Erst nach dem Anstieg zur 17 (Par 3)wird es offener und die 18, auch wieder ein Dogleg, führt hinab zum Clubhaus.

Jetzt haben wir wegen dem Turnier fast 2 Stunden Mittagspause, denn wir dürfen erst um 13.40 Uhr starten. Macht nichts, das Clubhaus hat eine einladende Terrasse und der Kaffee ist gut.

Als wir Richtung Tee 1 laufen, spricht uns eine Frau an, ob ihr Sohn mit uns spielen darf. Na klar nehmen wir den 11-jährigen mit, zumal das mal sein Heimatplatz war. Er spielt seit 6 Jahren Golf und hat aktuell ein Handicap von -5,6 (!). Da fragt sich doch, wer wen mitnimmt! Die Mama schiebt den Trolley und putzt die Schläger, der Vater lasert die Schlagweite. Und Riccardo spielt: aber wie! Ein Par ums andere, bei Bogey ärgert er sich schon (während ich mich über eines freue). Vor allen Dingen spielt das Jüngelchen derart konstant, dass wir nur staunen können. Vielleicht klappt ja sein Ziel, Profigolfer zu werden. Die Frontnine sind offener, für die Löcher 4-7 muss eine Straße überquert werden. Insgesamt gibt es mehr Wasserhindernisse in Form von Seen. Die Grüns waren auf dem ganzen Platz in sehr gutem Zustand.

Modena

Modena

Danach geht es über die Autobahn nach Modena, die Stadt, die für ihre knallroten Ferraris, flunderflachen Lamborghinis und röhrenden Maseratis bekannt ist. Sie werden in oder nahe Modena per Hand montiert. „Land der Motoren“ nennt sich die Region stolz. Aber nicht nur Autos prägen Modena. Von hier stammt der schäumende Lambrusco, der früher von Weinkennern  ein wenig skeptisch als Massenware abgestempelt wurde, in jüngster Zeit aber mehr Anerkennung gefunden hat. Der Essig „Aceto Balsamico Tradizionale“, gekochter Traubensaft ohne Zusatzstoffe, 12 oder 25 Jahre im Holzfass gereift, sowie der körnig-bröckelige Hartkäse „Parmigiano Reggiano“, der viele Pastagerichte erst richtig abrundet. Außerdem befinden sich hier die größten Kirschenhaine Italiens.

Wir stellen unser Auto auf dem Parkplatz in der Viale Carlo Sigono ab. Alle weiß markierten Stellplätze sind proppevoll, denn hier parkt man kostenlos. Die mit blauen Umrandungen sind kostenpflichtig, aber mit 2,-€ Tagespauschale auch nicht teuer. Wir schließen uns dem Fußgängerstrom in die nahe Innenstadt an und erreichen schon nach wenigen Minuten die Piazza Grande mit ihrem Kopfsteinpflaster, die von dem romanischen Dom San Gemmiano und dem Palazzo Communale umrahmt wird. Alle Fassaden strahlen in Quittengelb und Pfirsichorange und sehen jetzt bei Sonne einfach wunderschön aus. Heute ist in der Innenstadt Flohmarkt und es gibt nichts, was man nicht kaufen kann: von Büchern über Klamotten, Antiquitäten, Kitsch und Krempel ist alles dabei. Aus einem Kofferraum voll Pelzmänteln werden welche herausgezogen, auf der Straße anprobiert, und die Geldscheine wechseln den Besitzer.

Modena, Markthalle

Modena, Markthalle

Ein paar Schritte von hier liegt der Mercato Coperto Albinelli, die wuselige Markthalle, ideal auch für einen Snack zwischendurch (Via Albinelli 13, morgens geöffnet, im Winter auch samstags von 15.30-19.30 Uhr).  Sehr schön anzusehen, wie liebevoll hier Lebensmittel präsentiert werden, Brot nach Gewicht verkauft wird und Fische begutachtet werden. Wir erstehen an einem Stand rohen und gekochten Schinken, 36 Monate alten Parmesan, Schafskäse mit Pfeffer aus den Apenninen, Porchetta (eine besondere Variante eines gegrillten Schweinerollbraten, der aus komplett entbeinten Spanferkeln hergestellt wird) und süß-sauer eingelegte Zwiebeln und Artischocken. Außerdem noch daumennagelgroße, handgemachte Tortellini mit verschiedenen Füllungen.

Wir lassen uns treiben, bummeln über die Flaniermeile Via Emilia zum Piazza Roma. Elegante Boutiquen, Cafes und Restaurants befinden sich in den Arkadengängen Was uns auffällt, sind die vielen jungen Menschen in der Stadt. Allerdings ist Modena ja auch seit 1175 Universitätsstadt.

GC Modena

GC Modena, Loch 9

Am nächsten Morgen fahren wir über Maranello (das kennt jeder Ferrari-Liebhaber: Gibt es doch hier die berühmte Teststrecke und ein sehenswertes Museum, das Museo Enzi Ferrari mit bemerkenswerter Architektur) zum Modena Golf & Country Club (Par 72, 6097 m von Gelb). Der von Bernhard Langer entworfene Course befindet sich auf einem 100 ha großen Gelände,  gehört zu den besten Italiens und war schon oft Austragungsort für Internationale Turniere und den „Italien Open“.

Als wir die Schranke passieren, finden wir einen vollen Parkplatz vor. Heute (Sonntag) findet hier ein großes Turnier der Serie „Golf & Food“ (das wäre auch eine schöne Überschrift für meinen Artikel gewesen!) statt. Die Turniersaison befindet sich in Italien also nicht im Winterschlaf, wie bei uns. Wir haben eine Startzeit um 10.00 Uhr an Tee 10, aber als ich uns anmelden möchte, erklärt mir ein sichtlich genervter Sekretär, dass wir erst spielen und hinterher ins Büro kommen sollen.

Also los! Das imposante Clubhaus umrundet, und dann finden wir einen Course vor, der vor allen Dingen durch seinen ausgezeichneten Platzzustand besticht. Große Greens, 5 Seen, ebener, aber leicht welliger Parkland-Course, bei dem es von Vorteil ist, wenn man lange Schläge hat.

Vor 12 Uhr fertig, müssen wir jetzt warten, bis das Turnier „durch“ ist. Startzeit für Loch 1 erst um 13.40 Uhr mit zwei italienischen Mitgliedern. Die Zeit bis dahin verbringen wir auf der Clubterrasse in tiefen Sesseln, einen „Aperol Spritz“ genießend, in der Sonne. Zwei Espressi bringen uns dann wieder auf Trab und wir spielen mit dem italienischen Paar, das weder englisch, französisch, geschweige denn deutsch spricht, 9 Loch. Leider sind unsere Italienischkenntnisse auch überschaubar. Aber das ist ja das Schöne am Golfen: Ein „Bravo“ nach einen gelungenen Schlag, bzw. ein bedauerndes „Ooooh“ nach einem Wasserschlag, reicht vollkommen aus. Der Spaß am Spiel steht im Vordergrund.

Da viele italienische Clubs den Montag als Ruhetag eingeplant haben, werden wir morgen hier noch einmal spielen, denn der GC Modena schließt dienstags.

Nach dem Spiel steuern wir das knapp 10 km entfernte Castello di Spezzano an. Hier lockt das Ristorante La Castellana  (Via del Castello, Fiorano Modanese, Montag Ruhetag). Die Burg  aus dem 11. Jahrhundert liegt oberhalb des Ortes, man parkt direkt vor den Burgmauern, wo sich auch der Eingang zum Restaurant und zum Keramikmuseum befindet.

Die traditionelle Küche steht im Vordergrund und so genießen wir einen Salat von Radicchio mit Birnen, Speck, Pinienkernen und Parmesan, danach Kürbis-Ravioli mit Balsamico, gefolgt von gebackenem Kaninchen mit Kastanien. Als Dessert dann noch ein Zitronensorbet und wir legen uns satt und zufrieden in unser rollendes Zuhause.

Am nächsten Morgen sind wir fast alleine auf dem Golfplatz, die Italiener beginnen ihr Spiel meist später. So geht es schon um die Mittagszeit weiter. Die Emilia Romagna ist die drittwohlhabendste Region Italiens. Nicht nur die schon erwähnten Autos tragen dazu bei, sondern auch Keramikfabriken. Das fällt besonders auf der Strecke von Maranello zum nächsten Golfplatz auf: Ein Betrieb reiht sich an einen anderen und macht Sassuolo zum weltgrößten Fliesenproduktionszentrum.

GC Matilde di Canossa

GC Matilde di Canossa, Loch 15

Schnell erreichen wir unser Ziel San Bartholomeo und sind im Herzen der wundervollen „Terre Matildiche“ mit geschichtsträchtigen Orten, Burgen und einer zauberhaften Landschaft. Der GC Matilde di Canossa (Par 71,4, 5931 m von Gelb) hat zwar offiziell heute geschlossen, aber es spielen etliche Mitglieder und die Bar hat auch geöffnet. Das Restaurant „Il Concilio“ ist zurzeit leider nur am Wochenende in Betrieb. Wir fragen, ob wir mit dem Wohnmobil auf dem Parkplatz stehen bleiben können. Kein Problem. Also trinken wir hier noch etwas und freuen uns auf morgen.

Das Sekretariat ist ab 9.00 Uhr besetzt. Wir sind mal wieder die Ersten. Heute scheint die Sonne nicht, es ist bewölkt, aber trocken. Wir fragen nach dem großen Gebäude, das wohl zum Golfplatz gehört. Des Rätsels Lösung: Es ist ein Hotel mit Spa und Ferienwohnungen, im Augenblick aber noch zu.

Genau um diese Hotelanlage herum zieht sich der Golfplatz mit weitläufigen Fairways, sanften Abhängen und herrlichen Ausblicken. Die Greens sind erstaunlich gut für die Jahreszeit. So viele Fasane, wie hier auf dem Golfplatz, haben wir noch nie gesehen. Eine Besonderheit ist der quer über den Platz laufende Fluß Quaresimo. Er erfordert Präzision und z.B. an Loch 13 überquert man ihn dreimal, ehe der Ball endlich im Loch ist. Die 17 ist von Gelb 535 m lang, da muss jeder Schlag sitzen für einen guten Score. Die Bahnen entlang des Flusses sind etwas nass, aber ansonsten gefällt uns der Course sehr gut.

Wir packen zusammen und über San Polo d’Enza und Felino (hier kommt die berühme „Salame di Felino“ her) erreichen wir Sala Baganza. Die riesige 1454 gebaute Burg der Familie Sanvitale mit dem dazu gehörigem Garten beherrscht die gesamte Altstadt. Wir bummeln durchs Städtchen und sehen, dass auf der Piazza Antonio Gramsci vor der Burg ein riesiger Stapel aus Holz und Paletten aufgebaut wurde. Ein Alleinunterhalter stimmt sein Instrument und Grills werden aufgebaut. Heute ist Faschingsdienstag und auch im schwäbisch-alemannischen Raum gibt es das sogenannte Funkenfeuer, allerdings immer am Sonntag nach Aschermittwoch. In Italien wird das Feuer in Verbindung zum römischen Jahresanfang am morgigen 1. März entzündet: An diesem Tag wurde im alten Rom im Tempel der Vesta das heilige Feuer entfacht.

Wir nehmen aber nicht am Spektakel teil, denn wir haben einen Tisch in der Trattoria Milla (Via Maestri 40, Sala Baganza, Montag im Winter und Donnerstag Ruhetag) reserviert. Von außen sieht man nicht, dass hier so gut gekocht wird. Im Eingangsbereich steht ein Tresen, an dem Wurst, Käse und andere Köstlichkeiten verkauft werden und danach gibt es zwei Gasträume. Der Kellner spricht zu unserer Überraschung deutsch, er hat lange in Augsburg gelebt. So erklärt er uns die ganzen Köstlichkeiten auf der Speisekarte und auch die handgeschriebenen auf der großen Tafel. Mein Mann nimmt den gemischten Aufschnitt mit „Torta fritta“, die nördlicher auch „Gnocco fritto“ heißen. Das sind luftige, in Öl oder Schweinefett ausgebackene Teigteilchen, die man zu Schinken oder Salami isst. Ich esse eine cremige Polenta mit Parmesansoße und Trüffel. Dann folgt Tagliata (ein in Scheiben geschnittenes, gebratenes Rumpsteak) auf Salat bzw. geschmortes Gemüse mit Pferdefleisch und anschließend Birne aus dem Ofen mit Sahne und hausgemachtem Eis. Obwohl die Italiener um uns herum ausschließlich zum Essen den perlenden Lambrusco aus der Gegend trinken, können wir uns, trotz mehreren Versuchen, nicht so richtig damit anfreunden und gönnen uns eine Flasche „Barbera d’Asti“.

Auf jeden Fall war dieses Essen kulinarisch der Höhepunkt unserer Reise.

GC del Ducato La Rocca, Loch 2

GC del Ducato La Rocca, Loch 3

Am nächsten Morgen ist es nur ein Kilometer bis zum Golfclub del Ducato la Rocca  (Par 72,5, von Gelb 6103 m). Wie gewohnt ist noch niemand unterwegs. Der Course beginnt recht flach, dann folgt ein Dogleg und man sieht den „Rocca Sanvitale“ Nach Loch 4 überquert man die öffentliche Straße und spielt dann inmitten von Eichen- und Akazienwäldern, kleinen Seen in einer sanftwelligen Hügellandschaft 2 Par 3, 6 Par 4 und 2 Par 5 Löcher. Der Pflegezustand ist gut, aber manche Bahnen ähneln einander. Danach passiert man wieder die Straße und an der 15 muss man steil hinunter aufs Grün spielen, das mit einem See davor geschützt ist. Es folgt noch ein Par 4, ein Par 3, bevor Loch 18 auf das Clubhaus zugeht, mit dem See nun auf der linken Seite. Das Clubrestaurant ist normalerweise berühmt für seine Küche, aber jetzt gibt es nur Snacks. Wir trinken noch einen Kaffee auf der schönen Terrasse. Inzwischen scheint die Sonne kräftig vom blauen Himmel und knackt die 20 Grad-Marke.

Parma

Parma

Parma ist nur 10 km entfernt und so wollen wir der heimlichen „kulinarischen Hauptstadt Italiens“ einen Besuch abstatten. Selbst die EU hat hier ihre Nahrungskontrollbehörde angesiedelt und auch der Hauptsitz des größten Pasta-Herstellers Barilla befindet sich in unmittelbarer Umgebung.

Wir finden schnell einen Parkplatz und laufen ins Stadtinnere zum sehenswerten Dom und Baptisterium, weiter zum Palazzo Ducale und Teatro Farnese und erreichen schließlich den Fluss Parma, einen Nebenfluss vom Po, der das Zentrum in das sogenannte Neue und Alte Parma teilt. Auf der anderen Seite erstreckt sich der große Parco Ducale.

Zurück zum Auto und dann geht es über die Autobahn bis zur Ausfahrt Fidenza, am riesigen Outletcenter vorbei bis Salsomaggiore Terme. Die Kurstadt erinnert uns ein wenig an Baden-Baden mit ihrem Kurpark, einer Einkaufs-und Flaniermeile und alten, ehrwürdigen Hotels. Jetzt sind es noch 15 km bis zum Golfclub Salsomaggiore  (Par 70,9 , 5732 m von Gelb), die Schranke ist auf, und wir stellen uns auf den Besucherparkplatz. Kein Mensch weit und breit, nur der Föhnsturm rüttelt am Wohnmobil.

GC Salsomaggiore, Loch 10 und das Clubhaus

GC Salsomaggiore, Loch 10 und das Clubhaus

Am nächsten Morgen hat sich der Wind beruhigt und wir entfernen alles Überflüssige aus dem Bag, denn es ist klar, dass die Waden heute Arbeit bekommen. Wir laufen um 9.00 Uhr hinunter zum Clubhaus, das wie ein Adlernest über dem Golfplatz liegt. Leider ist alles verschlossen, kein Mensch weit und breit und es sieht verlassen und unbewohnt aus. Auf meine Teetime-Anfrage hatte ich auch keine Antwort bekommen. Was nun? Gerade als wir schon aufgeben wollen, kommt jemand, öffnet das Clubhaus, meint aber, dass der Sekretär erst später kommt. Wir könnten ja solange spielen. Also schieben wir die Trolleys über einen holprigen Weg zum Tee 1. Man merkt an der Vegetation, dass der Platz höher liegt. Die Grüns und die Abschläge sind leider in keinem so guten Zustand und es ist erkennbar, dass die Pflege vernachlässigt worden ist. Auch sehen wir während dem ganzen Spiel keinen Greenkeeper. Aber trotzdem: Die Ausblicke auf die tolle Landschaft, das Layout der Löcher und die Stille sind überwältigend. Allerdings auch viele Schräglagen, wellige Fairways und Seen, die den Spieler fordern. Der Platz erinnert uns landschaftlich an den GC Castelfalfi in der Toskana. Als wir die 18 hinter uns haben (ein Dogleg Par 5, das steil zum Clubhaus ansteigt), gehen wir in das Sekretariat. Jetzt ist jemand da und erklärt uns den Grund, warum der Platz in dem Zustand ist. Erst vor 3 Wochen hat ein neuer Pächter den Golfclub übernommen und alles ist noch in einer Übergangsphase. Es gibt noch keine funktionierende Homepage und die Platzpflege läuft erst an. Bleibt dem Club zu wünschen, dass genügend Geld vorhanden ist, um alles wieder in Schuss zu bekommen und auch, dass das Restaurant einen neuen Wirt findet. Es wäre schade, wenn dieses landschaftliche Juwel untergehen würde.

Da morgen das Wetter umschlagen, und der Regen auch Italien erreichen soll, verstauen wir alles und fahren nach einer erlebnisreichen Woche mit vielen Eindrücken nach Hause.

Die Golfclubs im Überblick

GC Castell’Arquato  (Dienstag Ruhetag) Localita Borlacca, 29014 Castell’Arquato. E-mail: segreteria@golfclubcastellarquato.com

GC Modena  (Dienstag Ruhetag) Via Castelnuovo Rangone 4, 41043 Colombaro di Formigine. E-mail: segreteria@modenagolf.it

GC Matilde di Canossa  (Montag Ruhetag), Via del Casinazzo 1, 42100 S.Bartolomeo. E-mail: info@matildedicanossagolf.it

Golf del Ducato – La Rocca  (Montag Ruhetag), Via Campi 8, 43038 Sala Baganza. E-mail: info@golfdelducato.it

Salsomaggiore Golf & Thermae  (Mittwoch Ruhetag), Via Case Carancini 105, Frazione Contignaco, 43039 Salsomaggiore Terme. E-mail: info@golfthermae.it

In diesen Gutscheinbüchern sind einzelne der Golfplätze enthalten:

Birgit Grimm

Über Birgit Grimm

Birgit Grimm ist Sportlehrerin (jetzt im Vorruhestand). 2006 begannt sie mit dem Golfspiel. Seitdem hat Sie auf knapp 200 Plätzen gespielt. Sie reist am liebsten mit dem Wohnmobil und das vorzugsweise in Deutschland, Frankreich, Italien und Tschechien. Von diesen Reisen berichtet Sie im Golfsportmagazin. Birgit Grimm ist glücklich verheiratet, hat 2 Kinder und eine Enkeltochter.

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