Schlag misslungen, prov. Ball gespielt dann beide Bälle nicht gespielt urspr.Ball für unspielbar erklärt – Antwort von voriger Woche

 

Neues Golfregelbeispiel:  Anfrage aus Deutschland

Schlag misslungen, prov. Ball ins Spiel gebracht, beide Bälle nicht gespielt sondern  ursprünglichen Ball für unspielbar erklärt.

Inv. Nr. 214

 

Was ist passiert und die kuriose Entscheidung.

Ich spielte meinen Ball vom Abschlag in den Wald. Daraufhin spielte ich einen

provisorischen Ball und der landet ebenfalls im Wald.

Ein suchen der beiden Bälle in diesem Wald war eher nicht sinnvoll und ich suchte nach

keinen der beiden Bälle. Nach kurzer Überlegung erklärte ich den ursprünglichen Ball für unspielbar und gab gleichzeitig den provisorischen Ball auf. Die Regel 28a weist ausdrücklich darauf hin dass ich mit einem Strafschlag verfahren darf auch wenn ich meinen Ball nicht gefunden habe und auch nicht finden muss.

Es fehlt bei Regel 28a auch der Hinweis an dem der Ball lag.

Diesen Hinweis gibt es nur bei Regel 28b und c.

Ich behaupte daher mein dritter vom Abschlag gespielter Ball war nun im Spiel

und liegt mit 3.

Nach Spielende habe ich mich vorher noch beim Pro erkundigt ob meine Meinung richtig ist und dieser bestätigte mir, dass ich korrekt gezählt habe.

Aber meine Mitspieler haben diesen Vorfall auch der Spielleitung gemeldet

und diese hat für mich kurios entschieden, dass mein Ball nicht mit 3 sondern

mit 5 gelegen sei.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir darauf eine Antwort geben können.

 

 

 

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Beispiel von voriger Woche:

Vater in Caddiefunktion nimmt den Ball seines Sohnes auf weil er ihn für

unspielbar hält.

Inv. Nr. 212 

 

Die Frage lautete:

Hallo Herr Pausch,

bei einem Turnier spielt in unserem Fliegt auch ein junger Mann 12 Jahre

mit und wurde von seinem Vater begleitet, sozusagen als Caddiefunktion.

An einem Loch verzieht der junge Mann seinen Ball und kommt ganz nahe

an einem Baum zur Ruhe. Als wir an dieser Stelle ankamen, hat der Vater bereits

den Ball aufgenommen weil er die Lage seines Sohnes für unspielbar hält.

Der Sohn legte allerdings den Ball wieder zurück und spielte ihn von dieser Selle.

Jetzt kommt die Überraschung der junge Mann hat für diese Aktion 1 Strafschlag

bekommen. Jeder wollte jetzt wissen warum eigentlich?

War die Entscheidung richtig und wenn ja warum??

 

 

Antwort:

Nur der Spieler darf seinen Ball für unspielbar halten und braucht keine Genehmigung

von irgendjemanden einholen.

Wenn der Vater die Funktion als Caddie bei seinem Sohn übernommen hat, so heißt

es in den Regeln  ein Caddie eines Spielers darf dessen Ball nicht für unspielbar halten.

Weil der Caddie (sprich Vater)den Ball seines Sohnes aufnahm, hat das Konsequenzen für den Spieler und bekommt dafür 1 Strafschlag nach Regel 18-2a

Sie haben nicht erwähnt wie der junge Mann sein Spiel auf Grund dieser Situation fortgesetzt hat, möchte Ihnen aber die weiteren Möglichkeiten des Spielers aufzeigen.

Der Spieler kann seinen Ball entweder zurücklegen und ihn spielen, oder die Unspielbarkeitsregel 28 anwenden.

Wendet der Spieler die Unspielbarkeitsregel 28 an und man weiß nicht mehr genau wo der Ball gelegen hatte, so darf er den ursprünglichen Ort wo der Ball gelegen ist auch abschätzen anstatt den Ball wie oben erwähnt zurückzulegen.

Das bedeutet aber einen zusätzlichen Strafschlag nach Regel 28

 

Gernot Pausch

Clubmanager

 

 

Liebe Leser auch Sie können mir Fragen zu den Golfregeln stellen, ich werde Ihre Fragen

gerne kostenlos beantworten. mailto:gernot.pausch@utanet.at

 

 

Gernot Pausch

Über Gernot Pausch

In dieser Rubrik schreibt Gernot Pausch über die Golfregeln. Gernot Pausch HCP 11- Spielr spielt seit 35 Jahres Golf und befasste sich seit dieser Zeit intensiv mit Golfregeln. Herr Pausch war Golfclubmanager im Golf und Countryclub Salzburg auf der Anlage Schloss Fuschl und beantwortet für mehrere Golfmagazine noch die Golfregelanfragen.

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