Ball am Baum im Geäst, Antwort von voriger Woche, Regelkorrektur

Neues Golfregelbeispiel:  Anfrage eines Captain der Herrenmannschaft 

Ball am Baum im Geäst zur Ruhe gekommen. Wie kann das Spiel fortgesetzt werden?

Inv. Nr. 181 Gelände  

Sehr geehrter Golfkollege,

es kommt gar nicht so selten vor, dass ein Ball des Spielers in einer Baumkrone landet

und auch dort zur Ruhe gekommen ist. Ich kann mich noch gut erinnern wie Berhard Langer auf dem Baum geklettert ist um seinen Ball zu spielen. Was für Möglichkeiten hat ein Spieler, dem nicht zugemutet werden kann auf dem Baum zu klettern, seinen Ball weiterzuspielen.

Meine Entscheidung und Antwort zur Anfrage aus Österreich  und eine neues

Regelbeispiel erfahren Sie wieder in einer Woche.

 

 

Wenn sie mehr über Golfregeln wissen wollen informieren Sie sich unter

www.golfregeln-online.at

 

 

Antwort zum Golfregelbeispiel von voriger Woche

Platzregel im Bunker Ball statt droppen hinlegen?

Inv. Nr.146 

 

Die Frage lautete:

Sehr geehrter Herr Pausch,

ich lese dauernd Ihre Antworten zu den verschiedensten Golfregelanfragen im deutschen Golfsportmagazin und Ihre Antworten sind für mich der beste Golfregelkurs.

Heute darf ich mich einmal mit einer Frage an Sie wenden.

Wenn es sehr viel regnet und das ist in unseren Breitengraden ja nichts Außergewöhnliches sind die Bunker auf dem Golfplätzen laufend mit zeitweiligen Wasser belegt.

Es ist mir bekannt bei zeitweiligem Wasser darf ich auch im Bunker straffreie Erleichterung in Anspruch nehmen.

Wenn ich nun regelkonform meinen Ball im Bunker fallen lassen muss, dann ist der Ball meistens eingegraben und liegt vielleicht noch schlechter zum spielen als vorher.

Ich habe nachgefragt es gibt keine Golfregel wo bei Erleichterung im Bunker durch zeitweiliges Wasser der Ball anstatt droppen hingelegt werden kann.

Hätte das Golfmanagement im Golfclub nicht das Recht  eine Sonderplatzregel bei zeitweiligem Wasser im Bunker zu erlassen  einen eingebohrten Ball erneut fallen zu lassen oder hinzulegen?

 

Antwort:

Sehr geehrte Frau Nina,

Beim Fallenlassen des Balls muss der Spieler aufrecht stehen und den Ball mit ausgestrecktem Arm in Schulterhöhe fallen lassen. Wird der Ball auf eine andere Art und Weise fallen gelassen zieht sich der Spieler 1 Strafschlag zu. So beschreibt es die Regel 20-2a.

Ich kenne das Problem wenn der Bewerber einen Ball im Bunker korrekt fallen lässt

dass der Ball nicht wie aufgeteet im Bunker liegen bleibt sondern unabhängig ob Wasser im Bunker ist oder nicht in der Regel  etwas  eingebettet  zur Ruhe  kommt.

Nun die Antwort zu Ihrer eigentlichen Frage:

Es ist nichts Außergewöhnliches, dass sich ein in einem Bunker fallen gelassener Ball im Sand einbettet.

Deswegen ist auch eine Sonderplatzregel, wenn sich nach dem Fallenlassen im Bunker ein Ball einbettet ihn nochmals fallen zu lassen oder hinzulegen nicht gestattet.

 

Gernot Pausch

Clubmanager

 

 

Liebe Leser auch Sie können mir Fragen zu den Golfregeln stellen, ich werde Ihre Fragen

gerne kostenlos beantworten. mailto:gernot.pausch@utanet.at

 

 Korrektur zu Regelauslegung

Sehr geehrte Leser (innen), in der Ausgabe vom 08.11.2011 wurde ich gefragt Ball im

Gelände von Unbekannten aufgeteet. Was ist zu tun?

Ein Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich meine Entscheidung den Ball zu

spielen wie er liegt nochmals überdenken soll.

Ich möchte Ihnen meine überdachte Entscheidung zur Kenntnis bringen:

 

Dass ein Ball von jemand auf das Tee gesetzt wurde, bedeutet in der Regel dass sich jemand einen Spaß erlaubt, oder als Protest

dass der Foreruf bei den  anderen Teilnehmern nicht angekommen ist.

Wird ein Ball in Ruhe durch etwas bewegt, was „Nicht zum Spiel Gehörig  ist,

in diesem Fall eine unbekannte Spielgruppe, so gibt es keine Strafe und der Ball muss zurückgelegt werden.

Es ist allerdings eine Frage der Umstände, ob ein Ball durch etwas „Nicht zum Spiel Gehöriges „bewegt oder verändert wurde.

Um nach dieser Regel verfahren zu können, muss bekannt oder so gut wie sicher sein

dass etwas „ Nicht zum Spiel Gehöriges“  den Ball bewegt hat.

Fehlt es an dieser Kenntnis oder Gewissheit, muss der Spieler den Ball spielen wie er liegt.

Meine ursprüngliche Meinung war nachdem es an Kenntnis und Gewissheit fehlte

der Ball liegt auf einem unbeweglichen Hemmnis und kann gespielt werden wie er liegt.

 

Meine Meinung ist jetzt doch…..

Es  fehlt zwar die Kenntnis oder Gewissheit, aber es lässt sich wohl ausschließen, dass der Ball von alleine oder versehentlich auf dem Tee zur Ruhe gekommen ist.

Erfahrungsgemäß ist daher anzunehmen, dass ein Spieler, der einen Ball aufteet, damit nicht erst noch einige Meter läuft sondern den Ball an Ort und Stelle aufnimmt oder aufhält. Selbst wenn der Ball noch in Bewegung war, wird er (wenn er dabei aufgenommen werden konnte) nicht mehr mit großer Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein und wäre wohl in unmittelbarer Umgebung zur Ruhe gekommen.

Damit ist die Option, den Ball zu spielen, wie er liegt, nicht anwendbar, denn wenn der Ball absichtlich bewegt, abgelenkt oder aufgehalten wurde, sieht die Regel eine Korrektur dieser Handlung vor.

Ist es nicht möglich die Stelle festzustellen an der der Ball zurückzulegen ist ganz gleich ob es ein in Ruhe bewegter Ball (18-1) oder ein absichtlich aufgehaltener

Ball (19-1) war, muss der Ball deshalb nach Regel  nach Regel 20-3c und zwar so nahe wie möglich den Ort, an dem er gelegen hatte gedroppt werden.

 

 

Gernot Pausch

Über Gernot Pausch

In dieser Rubrik schreibt Gernot Pausch über die Golfregeln. Gernot Pausch HCP 11- Spielr spielt seit 35 Jahres Golf und befasste sich seit dieser Zeit intensiv mit Golfregeln. Herr Pausch war Golfclubmanager im Golf und Countryclub Salzburg auf der Anlage Schloss Fuschl und beantwortet für mehrere Golfmagazine noch die Golfregelanfragen.

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